Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Anfrage (öffentlich) - 22-17753

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Sachverhalt

Sachverhalt:
Im April 2021 wurde ein meldepflichtiger Vorgang in der Physikalisch Technischen Bundesanstalt (PTB) bekannt. Dort trat über längere Zeit unbemerkt radioaktives Krypton aus, wie die PTB auf Nachfragen aus der Anwohnerschaft des Kanzlerfeldes und vom Braunschweig Spiegel bestätigte:

"Die Fehlersuche ergab dann schließlich das verschwundene Krypton-85, das

offensichtlich über den Schornstein in die Umgebungsluft emittiert wurde ein Ort, wo es definitiv nicht hingehört." (Antwort der PTB-Pressestelle vom 16.04.2021)

Die PTB beauftragte einen Sachverständigen des TÜV Nord damit, die Ursachen des Vorfalls zu ermitteln.

Die PTB weigert sich nun, dem Antrag aus der Anwohnerschaft, den inzwischen vorliegenden Untersuchungs-Bericht des TÜV Nord zur Verfügung zu stellen, nachzukommen. Sie behauptet, eine Veröffentlichung sei gesetzlich untersagt, weil sie die Weitergabe von Aufzeichnungen des jeweiligen Verantwortlichen für Strahlenschutz an Unbefugte bedeuten würde.


Die Wohngebiete Kanzlerfeld und Watenbüttel grenzen im Süden bzw. im Norden unmittelbar an das Gelände der PTB. Die Anwohner leben nur wenige hundert Meter von den verschiedenen Einrichtungen der PTB entfernt. Nun sollen sie also nach Auffassung der PTB, obwohl unmittelbar betroffen, unbefugt sein, die genauen Ursachen des Vorfalls zu erfahren (siehe Bericht im BS-Spiegel vom 03.01.2022 unter https://braunschweig-spiegel.de/nach-krypton-85-unfall-hat-die-ptb-etwas-zu-verbergen).

Nur durch vollständige Transparenz kann aber erreicht werden, dass etwaige Fehler oder Versäumnisse im Umgang mit radioaktiven Stoffen so aufgeklärt werden, dass sie sich nicht wiederholen können; dasselbe gilt für etwaige Konstruktionsmängel der verwendeten Vorrichtungen.

Wir fragen daher:

1. Ist der Verwaltung - insbesondere der für die Sicherheit verantwortlichen Feuerwehr der  Untersuchungsbericht des TÜV Nord zum "verschwundenen Krypton-85" bekannt und welche Folgerungen zieht die Stadt daraus?

2. Was unternimmt die Stadt, um in Zusammenarbeit mit der PTB dauerhaft die Sicherheit der Anwohner zu gewährleisten, nicht zuletzt im Hinblick auf das auf dem Gelände der PTB befindliche Atommüll-Zwischenlager?

 

gez.

 

Sven-Christoph Schütt

 

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