Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - 22-17774

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Beschlussvorschlag

Beschluss:

 

„Der Umgestaltung sowie der Aufwertung des Spiel- und Bewegungsangebotes auf dem Bolzplatz Hondelager Weg wird auf der Grundlage des als Anlage beigefügten Entwurfsplans zugestimmt.“

Reduzieren

Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Die Beschlusskompetenz des Stadtbezirksrates ergibt sich aus § 93 Abs. 1 NKomVG und der Richtlinie des Rates gemäß § 58 Abs. 1 NKomVG zur Auslegung des Begriffes „Geschäfte der laufenden Verwaltung“.

Im Sinne dieser Zuständigkeitsnormen handelt es sich bei der Sanierung des Bolzplatzes Hondelager Weg in einer bezirklichen Grünanlage um eine Einzelfallentscheidung, die nicht mit gewisser Regelmäßigkeit wiederkehrend ist und somit nach der Richtlinie des Rates gemäß § 58 Abs. 1 NKomVG zur Auslegung des Begriffes „Geschäfte der laufenden Verwaltung“ um kein Geschäft der laufenden Verwaltung, für das der Oberbürgermeister zuständig wäre. Eine Zuständigkeit des Rates nach § 58 Abs. 1 NKomVG ist nicht gegeben. Die Beschlusszuständigkeit des Verwaltungsausschusses, die nach § 6 der Hauptsatzung auf den Umwelt- und Grünflächenausschuss übertragen wurde, ist nicht gegeben, da es hier um eine Beschlusssache bezüglich der Unterhaltung und Ausgestaltung von Grünanlagen im Stadtbezirk geht, deren Bedeutung nicht über den Stadtbezirk hinausgeht.

Auf Grundlage eines eingereichten Vorschlages auf der Ideenplattform, der die Mindestzahl an Unterstützern fand, wurde am 29.01.2021 im Grünflächenausschuss entschieden, den Bolzplatz Hondelager Weg um Spielangebote für Kinder bis 12 Jahre zu ergänzen.

Nach baurechtlicher Prüfung liegt eine Baugenehmigung für die Nutzungsänderung seit dem 10.11.2021 vor.

Kinder- und Jugendbeteiligung

r die Umgestaltung des Bolzplatzes fand am 02.09.2021 eine Kinder- und Jugendbeteiligungsaktion statt, um die Wünsche und Bedarfe für das zukünftige Spiel- und Bewegungsangebot zu ermitteln. Diese wurde sehr zahlreich von Kindern und Jugendlichen aller Altersklassen, aber auch von Erwachsenen angenommen.

Die Auswertung der Beteiligungsaktion ergab, dass die Kinder und Jugendlichen sich folgende Spielgeräte auf dem zukünftigen Spiel- und Bolzplatz wünschen (Anzahl der abgegebenen Stimmen):

-          Trampolin (29)

-          Klettermöglichkeiten (21)

-          Schaukel (18)

-          Rutsche (14)

-          Fußballtore (10)

-          Karussell (9)

-          Basketballkörbe (8)

-          Skatemöglichkeiten (7)

-          Balancierangebot (7)

-          Fitnessgeräte (6)

-          Badmintonfläche (4)

-          Sandspiel (3)

-          Spielhaus (3)

-          Tischtennisplatte (2)

-          Bouleplatz (1)

-          Wasserspiel (1)

-          Wippe (1)

Das bereits vorhandene Bewegungsangebot für Fußball, Basketball und Tischtennis soll, z.  T. räumlich versetzt, erhalten bleiben. Um eine ausreichend große Fläche für den Spielplatz zur Verfügung zu stellen, wird eines der zwei Bolztore um ca. 10 m versetzt. Die Bolzfläche weist aber mit einer Spielfläche von ca. 20 x 13 m weiterhin ausreichend Spielraum zum Bolzen auf.

In der Planung nicht berücksichtigt wurde aufgrund der Lärmemission das gewünschte Skateangebot. Ebenfalls keine Berücksichtigung fanden Fitnessgeräte, Badmintonfche und Bouleplatz, da dieses Angebot nicht ursächlich auf Kinder bis 12 Jahre zielt, für die laut vorliegendem Beschluss ein Spielangebot geschaffen werden soll. Während der Beteiligungsaktion wurde außerdem seitens der Verwaltung darauf hingewiesen, dass Wasserspielgeräte aufgrund der hohen Unterhaltungskosten i. d. R. nicht auf den städtischen Spielplätzen angeboten werden, sondern Einrichtungen der Kinderbetreuung vorbehalten werden.

Geplante Gestaltung des Spielraums

Die Spielraumqualität für diesen Spielplatz soll vor allem durch die Ergänzung von Spiel- und Bewegungsangeboten für Kinder bis 12 Jahre verbessert werden.

Der vorliegende Entwurf sieht für den umzugestaltenden Spiel- und Bolzplatz folgende Planung vor (s. Anlage). Die Fläche soll durch eine kleine Wallanlage mit Gehölzstreifen in zwei Hauptbereiche geteilt werden: Im östlichen Teil wird der Bereich für ältere Kinder und Jugendliche eingerichtet. Dieser bleibt weitgehend erhalten und wird auch zukünftig mit einer Bolzfläche mit Toren und einer Streetball-Anlage ausgestattet sein. Ergänzend wird der bestehende Tischtennisbereich in den östlichen Bereich verlagert und mit zwei Tischtennisplatten angelegt. Die alten und maroden Jugendbänke werden durch neue Modelle ersetzt. Der Jugendbereich erhält einen separaten Zugang über eine neue Tür im östlichen Bereich des Zaunes.

Im westlichen Bereich entsteht der neue Spielbereich für Kinder bis 12 Jahre. Im vorderen Teil, der sich im Zugangsbereich zum Spielplatz befindet, ist ein Bereich für Sandspiel insbesondere Kindern bis 6 Jahre vorbehalten. Das ausgewählte Sandspielgerätr Kinder ab 2 Jahren hat neben den klassischen Elementen Sandeimer mit Aufzug, Sandrinne und Sandschüttrohren auch ein Spielhaus, das sich für Rollenspiele eignet. Damit lernen Kinder kausale Zusammenhänge bzw. das Ursache-Wirkung-Prinzip kennen und durch die haptische Erfahrung auch besser verstehen und können sich durch das gemeinsame Spiel in sozialen Interaktionen üben. Weiterhin bieten die vier unterschiedlichen Podesthöhen und der Zugang des Spielhauses über eine Treppe mit Handlauf den Jüngsten die Möglichkeit, ihre motorischen Fähigkeiten zu trainieren. Der Spielbereich für die jüngeren Kinder wird entsprechend der vorgesehenen Spielfunktionen mit Sand angelegt. 

Der sich an die Kleinkindfläche anschließende Spielbereich bietet ein vielfältiges Bewegungsangebot insbesondere für Kinder zwischen 6 und 12 Jahre. Bereits die Abgrenzung der beiden Spielbereiche voneinander durch Palisaden kann zum Balancieren dienen.

Das Hauptspielgerät „Baumhaus“ erfüllt die Wünsche der Kinder nach einem herausforderndem Kletter- und Balancierangebot und lädt darüber hinaus zum Rutschen ein. Es ist neben einer Rutsche in einer Podesthöhe von 1,5 m mit einem Balancierbalken inkl. Hangelseil, Wackelbrücke, Klettersteig, Kletternetz und Kletterwand, Rutschstange und Sprossenwand ausgestattet. Die damit angebotenen Spielabläufe trainieren Kraft, Ausdauer, Koordination und Motorik der Nutzerinnen und Nutzer. Das zentrale Baumhaus auf 2,5 m Höhe ermöglicht den Kindern einen ungewohnten Perspektivwechsel und fördert die Entdeckerlust, kann aber auch ein Anreiz für die weniger Mutigen sein, sich auszuprobieren und die eigenen Grenzen neu zu setzen. Die vorhandenen Sitzteller trainieren den Gleichgewichtssinn und stellen auch für körperlich eingeschränkte Nutzerinnen und Nutzer ein Angebot zur Teilhabe bereit.

Weiterhin ist mit einer Nestschaukel (ab 1 Jahr), einer Federwippe (ab 2 Jahre) und einem fantasievollen Karussell (ab 3 Jahre) ein breit gefächertes zusätzliches Bewegungsangebot auch für jüngere Kinder geplant, das die motorischen Fähigkeiten schult, den Gleichgewichtssinn anregt und Begegnungsmöglichkeiten schafft. Die Nestschaukel ermöglicht auch mobilitätseingeschränkten Kindern Teilhabe am gemeinsamen Spiel.

In ihrer Gestaltung fügen sich die Spielgeräte mit ihrer Holzausführung und grünen Elementen in die natürliche Umgebung ein. Die Spielanlage, die Schaukel, das Karussell und die Wippe sind aus dem Holz der finnischen Polarkiefer gefertigt, das eine hohe Langlebigkeit aufweist. Das gewählte Fallschutzmaterial Holzhackschnitzel ermöglicht u. a. das Befahren mit Rollstuhl und Rollator, sodass auch mobilitätseingeschränkte Personen die Spielgeräte erreichen können.

Ein besonderes Highlight des neu gestalteten Spielplatzes ist das geplante Trampolin, das dem vielfach geäerten Wunsch aus der Kinderbeteiligungsaktion entspricht. Dieses kann von mehreren Kindern ab einem Alter von ca. 3 Jahren gleichzeitig - einzeln oder auch in Gemeinschaft - genutzt werden. Die verschiedenfarbigen Springbereiche laden zu fantasievollen Koordinations- und Reaktionsspiele ein, die dadurch auch inklusiven Charakter haben.

Zur Beaufsichtigung der jüngeren Kinder und zum Verweilen auf dem Spielplatz ist eine Sitzkombination für Kinder und Erwachsene vorgesehen, die sich auf einer gepflasterten Fläche in Fortführung des Eingangsbereichs unmittelbar am Sandspielbereich befindet. Darüber hinaus sind zwei nke am Wall, der mit Gehölzen bepflanzt werden soll, vorgesehen.

Es ist geplant, zwei neue Gehölzstreifen mit heimischen Pflanzen anzulegen: Entlang des Zaunes soll eine ca. 1,5 m hohe Hainbuchenhecke den Spielbereich einfassen und den bisher sehr offenen Charakter der Spielfläche einschnken ohne die Einsehbarkeit zu verhindern.

Ein zweiter Gehölzstreifen soll auf einem kleinen Wall als Abgrenzung zwischen Kinder- und Jugendspielbereich angelegt werden. Funktional sollen dadurch altersspezifische Rückzugsräume und zugleich eine artenreiche und ökologisch wertvolle Begrünung geschaffen werden. Hier sind als Bepflanzung Schneeball (Viburnum opulus), Liguster (Ligustrum vulgare) und Schlehe (Prunus spinosa) vorgesehen. Alle ausgewählten Pflanzen kommen mit den hiesigen Standortverhältnissen gut zurecht, sodass mit einem erfolgreichen Anwachsen und einer dauerhaften Begrünung gerechnet wird.      

Nach erfolgtem Beschluss durch den Stadtbezirksrat kann das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren starten. In Abhängigkeit der vergaberechtlich vorgeschriebenen Fristen sowie der gegenwärtigen Lieferzeiten von Spielgeräten kann mit einer Umsetzung der Maßnahme voraussichtlich frühestens ab dem 3. Quartal 2022 gerechnet werden.

Die Kosten für die Umsetzung der Sanierung werden auf rund 165.000 € geschätzt. Haushaltsmittel in ausreichender Höhe stehen im Teilhaushalt des Fachbereiches Stadtgrün und Sport zur Verfügung.

Die Zustimmung des Behindertenbeirates e. V. zur Entwurfsplanung liegt ebenso vor wie die Abstimmung mit dem Fachbereich Kinder, Jugend und Familie erfolgt ist.

 

Reduzieren

Anlagen

Loading...

Erläuterungen und Hinweise