Rat und Stadtbezirksräte
Antrag (öffentlich) - 21-17471
Grunddaten
- Betreff:
-
Pilotprojekt: Monatshygiene kostenlos an vier Braunschweiger Schulen
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Antrag (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- FDP-Fraktion im Rat der Stadt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Ausschuss für Soziales und Gesundheit
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Vorberatung
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27.01.2022
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Erledigt
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Verwaltungsausschuss
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Vorberatung
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Erledigt
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Rat der Stadt Braunschweig
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Entscheidung
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15.02.2022
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Beschlussvorschlag
Die Verwaltung wird beauftragt, an vier möglichst repräsentativen Schulen ein Pilotprojekt für kostenlose Periodenprodukte durchzuführen. Den Schülerinnen sollen dabei Monatsbinden kostenlos, diskret und leicht erreichbar (ohne nachfragen zu müssen) zur Verfügung gestellt werden. Die Projektdauer soll zwei Jahre betragen und mit dem Start des Schuljahres 2022/23 beginnen. Nach der Evaluation am Ende der Pilotphase entscheidet die Politik über Ausweitung oder Abbruch des Angebots.
Sachverhalt
Begründung:
Von der Regelblutung überrascht zu werden, ohne dass Hygieneprodukte greifbar sind, ist unangenehm und kann besonders bei Schülerinnen dazu führen, dass sie die Schule zu ungünstigen Zeitpunkten verlassen müssen – etwa, um einzukaufen oder um zuhause die Kleidung zu wechseln. Die unkomplizierte Verfügbarkeit von Binden im Schulgebäude würde derlei vermeiden.
Ebenfalls problematisch ist Geldmangel, der dazu führt, dass Mädchen und Frauen sich entscheiden müssen, ob sie Essen oder Hygieneprodukte kaufen – man spricht hier von „Periodenarmut“. Dieser kann man begegnen, indem man entsprechende Produkte gratis zur Verfügung stellt, und zwar auf eine Weise, die die Nutzerin nicht stigmatisiert.
Ein Pilotprojekt an vier Braunschweiger Schulen könnte zeigen, ob ein solches Angebot verantwortungsvoll genutzt würde. Für sinnvoll halten wir eine Schule pro Schulform, Schulen in urbaner Umgebung wie Einrichtungen in Außenbezirken, und auch eine gewisse Varianz der sozialen Milieus sollte gegeben sein. Denkbar wären etwa das Lessinggymnasium, die IGS Volkmarode, die Realschule Maschstraße und die Hauptschule Sophienstraße, allerdings steht es der Verwaltung frei, andere Einrichtungen zu wählen, sofern sie die Vielfalt der Braunschweiger Schullandschaft gut repräsentieren.
Aus der im September eingegangenen Antwort auf die Anfrage der FDP-Fraktion vom 17.3.2021 (21-15556-01) geht hervor, dass eine Ausstattung aller Schulen und Hochschulen geschätzt rund 119.000 Euro pro Jahr kosten würde. Wie hoch die Kosten aber tatsächlich wären, die bei einem flächendecken Angebot in Braunschweig auf die Stadt zukämen, lässt sich erst nach Ende des Projekts seriös abschätzen.
