Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung - 22-18082
Grunddaten
- Betreff:
-
Sachstand Kolonialdenkmal
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 41 Fachbereich Kultur und Wissenschaft
- Verantwortlich:
- Dr. Hesse
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Kultur und Wissenschaft
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zur Kenntnis
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09.03.2022
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Mit Drs. 21-16996 wurden die Mitglieder des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft letztmalig im Oktober 2021 über den Sachstand zum künstlerischen Wettbewerb Kolonialdenkmal informiert. Mit vorliegender Mitteilung wird der zwischenzeitlich erreichte Vorbereitungsstand zur Kenntnis gegeben.
Ausschreibung und Wettbewerb:
Nach den konstituierenden Sitzungen des wissenschaftlichen Beirates und des künstlerischen Kuratoriums hat zwischenzeitlich eine weitere Sitzung des Kuratoriums stattgefunden, in der die Ausschreibungsunterlagen für den Wettbewerb finalisiert worden sind.
Im Kuratorium besteht Einvernehmen über die Begrenzung der Anzahl der Teilnehmenden für den Wettbewerb. Die von den Kuratoriumsmitgliedern zu benennenden Kandidatinnen und Kandidaten werden nach aktueller Planung im Mai im Rahmen einer weiteren Kuratoriumssitzung ausgewählt und dann schriftlich um ihre Teilnahme an dem Wettbewerb gebeten. Für die künstlerischen Formate der erbetenen Entwürfe gibt es keine Beschränkung, mit Ausnahme jener, die durch den Denkmalstatus des Kolonialdenkmals beschrieben werden. Eingereicht werden können performative, konzeptuelle, landschaftsgestalterische, skulpturale Beiträge etc.
Ausstellung und Vermittlung:
Die eingereichten Projektentwürfe werden nach Abschluss der Wettbewerbslaufzeit im Rahmen einer mehrwöchigen, für die Öffentlichkeit zugänglichen Ausstellung präsentiert. Im Interesse der Beteiligungspartizipation der Öffentlichkeit werden geeignete Formate, darunter auch digitale Verfahren entwickelt werden, die die Meinungsäußerung des Publikums ermöglichen und dokumentieren. Die Entscheidung über die eingereichten Entwürfe zur Ermittlung des Gewinnerentwurfes trifft das Kuratorium jedoch unabhängig und souverän nach fachlichen und sachlichen Erwägungen. Die Umsetzung des Gewinnerentwurfes basiert auf der im Anschluss an das Votum des Kuratoriums einzuholenden Beschlussfassung der politischen Gremien.
Im zeitlichen Zusammenhang mit der öffentlichen Präsentation der Entwürfe werden flankierende Vermittlungsmaßnahmen (Workshops, thematische Stadtrundgänge, Podiumsgespräche, Vorträge etc.) vorgesehen.
Weitere Zwischenergebnisse und Maßnahmen:
Die bisherigen Diskussionen im wissenschaftlichen Beirat und im Kuratorium haben vielfache Übereinstimmung hinsichtlich des Auseinandersetzungsprozesses mit dem Thema der kolonialen Fragestellungen erkennen lassen. Auch wenn Braunschweig weniger (offensichtliche) Bezüge zum Kolonialismus als andere Großstädte (z. B. Hamburg, Berlin, Düsseldorf) aufweist, wurde zum Ausdruck gebracht, dass der künstlerische Wettbewerb zum Kolonialdenkmal nicht als singuläres Projekt der Aufarbeitung des Kolonialismus in Braunschweig zu betrachten ist. Unabhängig von den intensiven Bemühungen des Städtischen Museums (vgl. hier Drs. 21-16996) und ausgehend vom Kolonialdenkmal wurde angeregt, die Geschichte des „Kolonialismus in Braunschweig“ anhand gesellschaftlicher Strukturen (Deutsche Kolonialgesellschaft, Vereine, Handelsgesellschaften, koloniales Denken und Handeln in der Stadt jenseits des Denkmals, Rezeption in zeitgenössischen Medien etc.) vertiefend zu erforschen. Einvernehmen besteht in der Notwendigkeit, Projektergebnisse zu verknüpfen und in die Stadtgesellschaft nachhaltig hineinzutragen.
Die Diskussion zu Ausschärfung dieser Fragestellungen wird in den o. g. beiden Gremien fortgesetzt. Überdies werden die Möglichkeiten der Vergabe wissenschaftlicher Forschungsaufträge zu einzelnen Themenstellungen aktuell bereits mit dem Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte erörtert, um eine kontinuierliche wissenschaftlich fundierte und nachhaltige Auseinandersetzung in unterschiedlichen Formaten, darunter auch einer wissenschaftlichen Tagung in Braunschweig, auf den Weg zu bringen.
