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ALLRIS - Vorlage

Anfrage (öffentlich) - 22-17958

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Sachverhalt

Sachverhalt:

Diese Anfrage bezieht sich auf die Vorlage 22-17734-01 vom 28.01.2022.

Die Verwaltung schreibt dort in Abstimmung mit der Städtisches Klinikum Braunschweig gGmbH:

Im Jahr 2020 wurden auf den Intensivstationen im SKBS insgesamt 96 COVID-Fälle aufgenommen und versorgt. Die durchschnittliche Verweildauer betrug hierbei insgesamt knapp 30 Tage.

Im Jahr 2021 wurden insgesamt 242 Intensivpatienten aufgrund einer COVID-Erkrankung im SKBS aufgenommen und versorgt. Die Verweildauer betrug hier im Durchschnitt knapp 23 Tage."

Laut RKI hingegen beträgt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf Intensivstationen von Covid-Patienten 10 Tage bzw. bei invasiver Beatmung 18 Tage (Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText11 ). 

Weiter steht in der Vorlage:

„Das SKBS verfügte im Jahr 2019 über 72 Intensivbetten (Highcare). Im Rahmen der ersten COVID-Welle wurden zusätzliche Intensivkapazitäten eingerichtet und hierzu insbesondere entsprechende Beatmungsgeräte beschafft. Durch die technische Aufrüstung von Intermediate-Care-Betten (IMC) und Aufwachräumen im SKBS konnte die verfügbare Bettenanzahl hierüber auf 142 Betten nahezu verdoppelt werden. […]

Konnten in 2019 durchschnittlich noch 70 Intensivbetten (Highcare) betrieben werden, betrug die Anzahl in 2021 nur noch 65. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass innerhalb des SKBS bereits Personal aus anderen Bereichen auf die Intensivstationen verschoben wurde, was in den abgebenden betroffenen Bereichen zu Einschränkungen führt. […]

Das SKBS hat für die zusätzlich eingerichteten Intensivkapazitäten eine Förderung in Höhe von 3,5 Mio. EUR erhalten. […]

Die sich zuspitzende Situation im Bereich des Pflegepersonals konnte bislang nicht gelöst werden. Die Pandemie hat die bereits angespannte Personalsituation in den Kliniken nochmals verschärft.“

Dieser Mangel an Pflegepersonal ist nicht neu, so schrieb schon das Ärzteblatt im Oktober 2019 vor Ausbruch der Corona-Pandemie:

Durch den zunehmenden Personalmangel in der Intensivmedizin droht eine weitere Schließung von Intensivbetten, der nicht nur einen unstrukturierten Verlust von dringend benötigter intensivmedizinischer Versorgung der Bevölkerung nach sich zieht, sondern der auch eine Gefahr für die Finanzierung der Krankenhäuser darstellt.“ (Quelle: https://www.aerzteblatt.de/archiv/205989/Intensivmedizin-Versorgung-de%20r-Bevoelkerung-in-Gefahr )

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

1) Wie erklärt sich die lange Verweildauer von Covid-19-Patienten in Braunschweig?

 

2) Gab es ausreichend Personal, um die 70 zusätzlich geschaffenen Intensivbetten im Notfall betreiben zu können?

 

3) Was unternimmt die Stadt Braunschweig, um die Pflegeberufe attraktiver zu machen und zukünftig Pflegenotstände zu vermeiden?
 

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