Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Anfrage (öffentlich) - 22-18160

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Sachverhalt

Sachverhalt:

In ihrer Mitteilung 22-17745 listet die Verwaltung die Auslastungssituation in Krippe, Kindergarten und Kindertagespflege auf. Gleich zu Beginn führt sie aus, dass in 69 von 143 Kindertagesstätten eine Auslastung von 98-100% erreicht ist, wobei 98% Auslastung heiße, dass lediglich ein einzelner Platz fluktuationsbedingt kurzfristig frei ist. Wir können also davon ausgehen, dass die schnelle Nachbelegung von freiwerdenden Plätzen über eine Warteliste läuft, da anders längere Vakanzen auftreten würden.

Weiterhin führt die Verwaltung aus, dass zudem verkürzte Betreuungszeiten von Kindern und die periphere Lage von Kitas zu „freien Plätzen“ führen, wobei insbesondere freie Betreuungsstunden, die durch kurze Betreuungszeiten entstehen, kein zusätzliche Aufnahmekapazität schaffen, die gebraucht wird. So ist davon auszugehen, dass auch in den 58 weiteren Kitas, in denen die benannte Auslastung 90-97% beträgt, in vielen Fällen keine Plätze zur Verfügung stehen, die für normal berufstätige Eltern hilfreich sind.

Die Verwaltung stellt selbst fest, dass unterjährige Aufnahmen nur „sehr begrenzt“ möglich sind. Die angespannte Situation in den Kitas wurde in den letzten Jahren durch die Flexi-Kinder-Regelung zusätzlich verschärft, da Eltern die Möglichkeit der späteren Einschulung seit mehreren Jahren zu fast 50% nutzten. Auch zum Kita-Jahr 22/23 ist damit zu rechnen, dass viele Kinder wegen der Corona-Pandemie u.a. erst 23/24 eingeschult werden.

Die fast vollständige Auslastung der stadtweiten Kita-Kapazität hat starke Nachteile für Kinder und Eltern: Für viele Kinder gibt es weder wohnortnah, noch auf dem Arbeitsweg der Eltern einen Kita-Platz, weshalb erhebliche Wege in Kauf genommen werden müssen und die eigenständige Bewältigung dieses Weges für die Kinder kaum zumutbar ist. So ist zwar der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz gewährleistet, aber die angebotenen Plätze sind den Eltern und Kindern durch die Wohnortferne mit erheblichem Mehraufwand verbunden.

Krippen, Kindertagesstätten und Kindertagespflegen sind ein extrem prägender Bildungsort für Kinder. Es ist unser Ziel und wir denken auch das Ziel der Verwaltung, für alle Kinder ideale Bedingungen zu schaffen. Uns erscheint es angesichts der akuten Probleme für Eltern sinnvoll, dort zusätzliche Betreuungskapazitäten zu schaffen, wo der Bedarf offensichtlich höher als das Angebot ist, auch wenn in anderen Ecken der Stadt noch freie Plätze verfügbar sind. Vor diesem Hintergrund bitten wir um die Beantwortung folgender Fragen:

 

 

 

1) Wie beurteilt die Verwaltung unter dem Licht der oben beschriebenen Probleme die Schaffung von zusätzlichen Platzkontingenten in Bezirken, die konsequent voll ausgelastet sind, auch wenn andernorts noch freie Plätze verfügbar sind?

 

2) Welche Chancen und Probleme sieht sie in diesen zusätzlichen Platzkontingenten?

3) Wäre es möglich, dass Politik, Verwaltung und Träger in einem Workshop gemeinsam an einem Ausbauplan arbeiten, der die beschriebene Situation verbessert?

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