Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - 22-17920

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschluss:

 

„Dem Aufstellen einer Informationsstele auf dem Garnisonfriedhof (städtischer Teil) wird zugestimmt.“

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Mit Schreiben vom 07.01.2021 hat die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel die Stadt um eine Genehmigung zur Aufstellung einer Informationsstele auf dem Areal des o. g. Friedhofes gebeten. Die Stele ist Bestandteil des Projektes „outSITE Wolfenbüttel“, wobei im Rahmen dieses Projektes Stelen an verschiedenen Orten in Niedersachsen aufgestellt werden. Die erste Stele wurde 2021 in Göttingen aufgestellt, am 13.01.2022 wurde eine weitere Stele an der Gedenkstätte Braunschweig – Buchhorst eingeweiht.

 

Das von der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel in Zusammenarbeit mit der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten 2018 gestartete Projekt „outSITE Wolfenbüttel“ erforscht und dokumentiert die Außenorte des zentralen Strafgefängnisses Wolfenbüttel, um die Vernetzung dieser Haft-, Hinrichtungs- und Beerdigungsorte im Zuge der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik aufzuzeigen. Sichtbar gemacht werden diese vernetzten Orte durch die Aufstellung von optisch identischen Stelen mit jeweils über den Aufstellungsort erklärendem Text an zehn regionalen und überregionalen Standorten.

 

Innerhalb des Gesamtkonzeptes outSITE ist die für den Garnisonfriedhof angedachte Stele als Markierung eines Friedhofes für Opfer nationalsozialistischer Verfolgungspolitik vorgesehen. Exemplarisch soll auf das Schicksal eines als Deserteur zum Tode verurteilten Soldaten hingewiesen werden.

 

Weitere Informationen zum Projekt „outSITE Wolfenbüttel“ sind im Internet unter: https://wolfenbuettel.stiftung-ng.de/de/forschen-recherchieren/outsite-wolfenbuettel-das-strafgefaengnis-wolfenbuettel-und-sein-netzwerk-im-land-braunschweig/ abrufbar.

 

Grundlage der derzeitigen Gestaltung des Garnisonfriedhofes ist ein Beschluss des ehemaligen Stadtbezirksrates 331 Nordstadt vom 09.09.2010 (DS 13742/10). Ergänzend zu dem Sanierungskonzept wurde am 14.04.2018 die Aufstellung von Informationstafeln an mehreren Standorten auf dem Garnisonfriedhof beschlossen (DS 18-07851).

 

Im Rahmen der speziell für den Garnisonfriedhof ausgewiesenen Informationstafel wird insbesondere auf das Grab eines als Deserteur verurteilten deutschen Soldaten abgehoben, ebenso auf sechs polnische Kriegsgefangene, die auf dem Garnisonfriedhof ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

 

Während die im Zuge des o. g. Sanierungsprozesses aufgestellten Informationstafeln einen direkten Bezug auf den Friedhof nehmen, würde durch die nun angedachte Stele des outSITE-Projektes die Friedhofsanlage insgesamt in den Kontext des Gesamtnetzwerkes des Machtdurchsetzungsprozesses in der Zeit des Nationalsozialismus im Land Braunschweig eingebunden. Die aktuellen Forschungen der Gedenkstätte der JVA in Wolfenbüttel unterstreichen, wie weitreichend das Netzwerk des Strafgefängnisses Wolfenbüttel in dieser Zeit mit seinen dezentralen Einrichtungen war. Die in Wolfenbüttel zentralisierte Einsatzplanung für Arbeitskommandos und Strafgefangene für die gesamte Region wird mit diesem Projekt erkenn- und nachvollziehbar.

 

Als Standort für die Stele ist der südöstliche Bereich des Garnisonfriedhofes, östlich vom Rondell mit Sitzbänken mit Blick auf die Grabstätten bei einem Ortstermin favorisiert worden. Durch den Rondell-Standort besteht die Möglichkeit, dass hier Informationsveranstaltungen, z. B. mit Schülerinnen und Schülern, durchgeführt werden können (siehe Anlage Lageplan).

 

Die geplante Stele beinhaltet im unteren Bereich einen Informationsteil, der in eine Sachverhaltsbeschreibung und Abbildungen von Kopien von Originaldokumenten gegliedert ist (s. Anlage Text). Der obere Teil der Stele stellt ein „Fenster“ dar, welches den Bezug zu den dahinterliegenden Grabstellen gewährleisten soll (siehe Anlagen Visualisierungsbeispiel und Entwurfsbeispiel).

 

Die Kosten für die Herstellung der Stele sowie deren Einbau werden vollständig von dem Projekt „outSITE Wolfenbüttel“ der Gedenkstätte übernommen. Spätere Kosten für die Instandhaltung der Stele und die Beseitigung von möglichen Vandalismusschäden werden von dem Projekt getragen. Eine entsprechende Nutzungsvereinbarung wird zzt. erarbeitet.
 

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Anlagen

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