Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung - 22-18216
Grunddaten
- Betreff:
-
Stürme zwischen 16.02.und 20.02.2022: Zahlen, (Baum-)Schäden und Problematik
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün und Sport
- Verantwortlich:
- Herlitschke
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Umwelt- und Grünflächenausschuss
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zur Kenntnis
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11.03.2022
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Baumschadenszahlen
Bis zum aktuellen Zeitpunkt haben die o.g. drei Stürme "Ylenia", "Zeynep" und "Antonia" 239 Bäume des städtischen Bestandes niedergelegt oder gebrochen (s. anliegende Tabelle).
Am "härtesten" getroffen wurde das östliche Ringgebiet mit 52 Bäumen, von denen 42 auf den Prinz-Albrecht-Park entfallen.
An zweiter Stelle rangiert die Innenstadt (48 Bäume), wobei hiervon 7 sich im Bürgerpark befinden, in dem zusätzlich 15 Bäume beschädigt wurden.
Hieran anschließend folgen Weststadt und westliches Ringgebiet mit zusammen 36 Bäumen, hiervon 16 im Bereich des Raffturms.
Neben immergrünen Koniferen (32) sind vor allem die Baumarten Pappel (37), Weide (19) und Linde (14) betroffen.
Nach erster Einschätzung sind hiervon zumindest 26 Baumstandorte nicht für eine Ersatzpflanzung geeignet. Gründe hierfür sind z.B. zu kleine Baumscheiben, die nicht dem aktuellen Stand der Technik entsprechen, Abspannungen von Oberleitungen oder unter Flur vorhandene Leitungen u.a.
Die durch die umgeworfenen Bäume entstandenen Sachschäden halten sich in Grenzen; Personenschäden sind dem Fachbereich Stadtgrün und Sport bislang nicht bekannt.
Insgesamt wurden 7 Kfz und 3 Zäune beschädigt sowie 1 Dach, 1 Hausfassadendämmung, ein Gartenhaus und Wegedecken in Mitleidenschaft gezogen.
Eine Übersicht über die durch Baumstürze an der grünen Infrastruktur entstandenen Folgeschäden (z. B. Sitzbänke, Pflanzbeete, Strauchpflanzungen) liegt derzeit nicht vor.
Sporteinrichtungen, Kitas und Schulen scheinen zum aktuellen Zeitpunkt kaum oder gar nicht betroffen zu sein.
Problematik Stürme und Bäume
Das Thema "Stürme" tritt im Zuge des Klimawandels auch in Braunschweig in den Vordergrund und stellt den Fachbereich Stadtgrün und Sport gegenwärtig und zukünftig vor große Herausforderungen.
Die zwischen dem 16.02. und 20.02.22 in schneller Abfolge durchziehenden Sturm- bzw. Orkantiefs "Ylenia", "Zeynep" und "Antonia" sind hierfür ein aktuelles Beispiel.
Durch jedes Sturmereignis entsteht hoher logistischer Aufwand für den gezielten Einsatz der Baumpflege, die - wie in diesem jüngsten Fall - wochenlang durch Arbeiten zur Abwendung von Gefahrenlagen sowie Aufräumarbeiten gebunden ist und vorgesehene Terminarbeiten (z. B. Baumarbeiten im Bereich bereits abgesperrter Parkplätze, Bauverzögerung durch ungeplante Wartezeiten bei Baumarbeiten im Bereich von Baustellen, Verlegung von Baumarbeiten in die Brut- und Setzzeit oder deren sechsmonatige Verschiebung auf Termine außerhalb der Schutzzeiten) somit nicht fristgerecht ausführen kann.
Des Weiteren werden durch Stürme zusätzliche Baumkontrollen ebenso notwendig wie potentielle Sperrungen von Parks, Friedhöfen. Es entsteht zudem zusätzliche Arbeitsbindung der in den Pflegerevieren tätigen Mitarbeiter*innen, die ebenfalls Sturmschäden erfassen und beheben.
Neben der Abwendung von Gefahrensituationen und den Aufräumarbeiten sind die Aufwendungen für die Wiederherstellung der durch Stürme verlorenen Baumstandorte mit Nachpflanzungen erheblich; diese sind i. d. R. nicht über die für Baumersatzpflanzungen bereitgestellten Haushaltsansätze darstellbar.
Das jüngste Sturmereignis betont überdeutlich, welche Bedeutung optimaler Schutz und Pflege von Bäumen im urbanen Raum gegenwärtig und zukünftig innehaben wird, denn nur gesunde Bäume mit unbeschädigten Wurzeln sind in der Lage, Stürmen in Orkanstärke zu widerstehen und ihre stadtklimatischen Funktionen zu erfüllen.
Daher setzt der Fachbereich Stadtgrün und Sport in der Stelle "Baumschutz und Landschaftspflege" einen Großteil der dort vorhandenen Kapazitäten bereits seit Jahren zur Überwachung all derjenigen Tiefbaumaßnahmen ein, die in den Traufbereichen der Baumkronen ausgeführt werden und ist daher in die Planung von z. B. Straßensanierungen ebenso involviert wie in die Durchführung der baumfachlichen Begleitung von Leitungsmedienträgern (z. B. Glasfaserausbau).
Darüber hinaus wurde eine Personalstelle für die Abwicklung der für die Sturmersatzpflanzungen notwendigen Logistik und der entsprechenden Vergabeverfahren eingerichtet. Die Ersatzpflanzungen für die Stürme der letzten Jahre befinden sich nach wie vor in der Umsetzung, wobei die bestehende Marktlage die Lieferung von Klimabäumen in den gewünschten Arten und Qualitäten aufgrund der bundesweit sehr großen Nachfrage erheblich erschwert.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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119,9 kB
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