Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Antrag (öffentlich) - 22-18179

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Die Verwaltung wird gebeten, als Unterstützungsleistung für Betroffene von Long COVID sowie Eltern betroffener Kinder Informationen zu nächstgelegenen Beratungsmöglichkeiten (bspw. Long-COVID-Ambulanzen, Reha-Kliniken, Vereine und Selbsthilfegruppen) zu sammeln und diese auf der städtischen Internetseite sowie im Gesundheitsamt in gedruckter Fassung zur Verfügung zu stellen.

Darüber hinaus wird die Verwaltung gebeten, bei der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen eine interdisziplinäre Vernetzung der mit der Behandlung von Long-COVID-Patienten befassten Einrichtungen (bspw. Kinder- und Hausarztpraxen, Universitätskliniken, Physio- und Ergotherapeuten, Betroffenen- bzw. Selbsthilfegruppen) mit dem Ziel einer Beratung in Braunschweig anzuregen. 

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Sachverhalt

Sachverhalt:

Eine der Herausforderungen der Corona-Pandemie ist die zunehmende Anzahl von Patientinnen und Patienten mit Long-COVID-Folgen. Long COVID ist vor allem durch eine starke Einschränkung im Alltag gekennzeichnet. Betroffene leiden noch Wochen und Monate nach der Infektion beispielsweise an Erschöpfung, Belastungsintoleranz, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Brustschmerzen, Atembeschwerden und sogenannten „Crashs“. Das bedeutet, dass bereits kurzfristige Anstrengungen bis zur Belastungsgrenze oder darüber hinaus zu einer anhaltenden Verschlechterung, dem „Crash“, der Symptome für Tage oder gar Wochen führen können. Die Einschränkungen sind also vielfältig, die Hilfe dabei momentan leider überschaubar.

Mit diesen Langzeitfolgen von Corona haben laut der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) rund 10% der Corona-Infizierten zu rechnen. Während 2020 und 2021 insbesondere Erwachsene mit Long COVID diagnostiziert wurden, treten nun – da die Inzidenzen bei Kindern stark gestiegen sind – zunehmend auch bei Kindern Fälle von Long COVID auf. Bisher gibt es allerdings nur eine recht dürftige Studienlage. Aufgrund der weiterhin hohen Inzidenzen ist mit einem weiteren starken Anstieg in den nächsten Wochen und Monaten zu rechnen.

Behandlungen für Betroffene gibt es in der Breite aktuell nicht. Lediglich wenige Forschungseinrichtungen arbeiten experimentell an Behandlungsmethoden. Eine symptomatische Behandlung erfolgt bei den Erwachsenen meist mit Physiotherapie, Ergotherapie, Schmerztherapie sowie Atemtherapie ambulant in den rund 80 Long-COVID-Ambulanzen in Deutschland oder auch stationär in Reha-Kliniken.

Für Kinder gibt es aktuell in ganz Deutschland lediglich eine Handvoll Long-COVID-Ambulanzen. Die längste Erfahrung haben Jena und München, welche die ersten Long-COVID-Ambulanzen für Kinder eröffneten. In Niedersachsen gibt es aktuell keine Long-COVID-Ambulanz für Kinder. Die Long-COVID-Ambulanz für Kinder an der Medizinischen Hochschule Hannover ist lediglich in Planung und beginnt frühestens Ende März damit, Eltern von der Warteliste zur Terminvereinbarung zu kontaktieren. Eltern und Kinder warten momentan also noch monatelang auf einen Ersttermin zur Untersuchung. Niedergelassene Kinderärzte sind mit den kleinen Patientinnen und Patienten und ihren Beschwerden häufig überfordert, ebenso die Schulen. Es gibt auch keine Anlaufstellen in Niedersachsen, Beratung oder Unterstützung für Eltern über das Landesgesundheitsamt, die regionalen Gesundheitsämter, das Gesundheitsministerium des Landes oder des Bundes. Allein die Suche nach Informationen und die Recherche der nächstgelegenen Long-COVID-Ambulanz für Kinder bringt Eltern an die Grenzen ihrer Möglichkeiten.

Es ist daher wichtig, dass Betroffenen sowie den Eltern von betroffenen Kindern bestmögliche Unterstützung bei der Suche nach Anlaufstellen zu Teil wird. Folgt man unserem Vorschlag, könnte dies zum Beispiel die Sammlung von Ansprechpartnern auf der städtischen Internetseite sein. Diese Liste könnte dann auch mit dem Genesenennachweis in Papierform verschickt werden. Darüber hinaus muss es das Ziel sein, dass auch hier direkt in Braunschweig zukünftig Beratung angeboten wird.

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