Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung außerhalb von Sitzungen - 22-18272
Grunddaten
- Betreff:
-
Fördergebiet "Bahnstadt - Wachstum und nachhaltige Erneuerung": Ergebnisse der 4. Öffentlichkeitsveranstaltung "Zukunftsreise Bahnstadt"
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Mitteilung außerhalb von Sitzungen
- Federführend:
- 61 Fachbereich Stadtplanung und Geoinformation
- Verantwortlich:
- Leuer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Bereit
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 130 Mitte
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zur Kenntnis
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Bereit
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Ausschuss für Planung und Hochbau
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zur Kenntnis
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Geplant
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Mitteilungen außerhalb von Sitzungen
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zur Kenntnis
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31.03.2022
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Im November 2021 setzte die Stadt Braunschweig den bereits im Jahre 2018 begonnenen Dialog mit der Bürgerschaft zur Entwicklung des 300 ha großen Bahnstadtgeländes fort: Dazu wurden die Bürgerinnen und Bürger am 6. November 2021 zu einer sog. „Zukunftsreise in die Bahnstadt“ eingeladen. Diese Veranstaltung diente der Information über die wesentlichen Leitgedanken des Rahmenplans, der im Auftrag der Stadt vom Stadtplanungsbüro Brederlau*Holik erstellt wird, sowie der Sammlung von Ideen und Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger zur Finalisierung des Rahmenplans. Der Einladung folgten insgesamt ca. 260 Interessierte. Um möglichst konkrete Ideen und Rückmeldungen zu erhalten, wurden vier Areale der Bahnstadt in den Fokus genommen: die Gleisharfe, das EAW-Gelände, die Südseite des Hauptbahnhofs und das Gelände um den Hauptgüterbahnhof. In jedem Areal wurden mithilfe gezielter Fragestellungen Hinweise für die weitere Planung eingeholt. Bürgerinnen und Bürger hatten auch online drei Wochen lang die Möglichkeit, sich an der Befragung zu beteiligen. Über die Onlinebeteiligung wurden insbesondere jüngere Menschen gewonnen. So gelang eine ausgewogene Beteiligung unterschiedlicher Altersgruppen.
Insgesamt wurden 179 Beiträge (Karten oder Onlinenachrichten) an die Stadt Braunschweig übermittelt. 51 dieser Beiträge stammten von heutigen Bewohnerinnen und Bewohnern der Bahnstadt. Aus den Beiträgen wurden insgesamt 440 Ideen, Wünsche und Aussagen zu den vier Arealen ermittelt, übergreifend zum gesamten Rahmenplan aufgeteilt und nach Themen ausgewertet. Die Ergebnisse der 4. Öffentlichkeitsbeteiligung sind unter folgendem Link veröffentlicht:
Zusammenfassung der Erkenntnisse aus der Beteiligung
Insgesamt waren die Rückmeldungen zu den Leitgedanken des Rahmenplans überwiegend wertschätzend, kreativ und kritisch konstruktiv.
Ein übergreifendes Themenranking zeigte, dass insbesondere die 5 Themencluster Mobilität, Öffentlicher Raum: Frei- und Grünflächen / Gestaltung von Plätzen und Straßen, Nachbarschaft & Treffpunkte sowie Freizeitangebote die Bürgerinnen und Bürger bewegen.
Eine Auswertung der prioritären Themen nach den unterschiedlichen Altersgruppen ergab, dass die inhaltlichen Schwerpunkte nach Alter kaum variieren. Lediglich in der Altersgruppe von 66 - 80 nimmt das Thema Mobilität eine besonders bedeutende Rolle ein. Andere Themen werden hier kaum genannt. Die Analyse der Beiträge nach Herkunft der Teilnehmenden zeigt, dass sich auch die als prioritär angesehenen inhaltlichen Cluster zwischen heutigen Bahnstadtbewohnerinnen und -bewohnern und Bürgerinnen und Bürger anderer Stadtteile nicht maßgeblich unterscheiden. Bahnstadtbewohnerinnen und -bewohner nennen häufiger die Themen „Kultur“, „Wohnen“ und hier die Herausforderung, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Aus der Untersuchung der vier Areale nach Themenschwerpunkten lassen sich einige interessante Orientierungen für die Planung ableiten:
Die Rückmeldungen zur Gestaltung der Südseite des Hauptbahnhofs bestätigen die vorgeschlagenen Mobilitätslösungen und geben ein klares Votum für die Mobilitätswende am Hauptbahnhof mit einem Fokus auf Rad, Sharing-Systemen und E-Mobilität ab. In der Platzgestaltung teilen Bürgerinnen und Bürger ihre Vorstellungen zum Platz der Zukunft als einen attraktiven und sozialen Raum. Planerisch sollen unbedingt die Konsequenzen des Klimawandels berücksichtigt werden.
Die Gleisharfe beschreiben die teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger als eine grüne Oase mit attraktiven Frei- und Grünräumen, sowie alternativen, klimaangepassten und experimentellen Wohnformen mit ausreichend Flächen für soziale Kontakte. Angebote für sportliche Betätigung, Cafés und Gastronomie gehören genauso dazu wie Angebote der Umweltbildung.
Für das Gebiet des Hauptgüterbahnhofs reflektieren die Bürgerinnen und Bürger, wie das Konzept eines urbanen Quartiers mit einer Durchmischung von Arbeit, Kultur und Wohnen gelingen kann. Dabei fokussieren sie weiche Faktoren wie bspw. eine konfliktpräventive Kommunikation, aber auch planerische Elemente, wie bspw. die Schaffung von Räumen der Begegnung und die Förderung der Kreativszene als politische Aufgabe.
Zur Entwicklung des EAW-Geländes setzten sich die Bürgerinnen und Bürger mit der Frage auseinander, wie ein Innovationsquartier gelingen kann. Voraussetzungen hierfür sind aus ihrer Perspektive: die Förderung von Kooperationsstrukturen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie die Einbindung von Akteur*innen und Institutionen, die bereits heute innovative Konzepte auf dem Bahnstadtgelände realisieren (z. B. Lokpak und die H_LLE).
Weiteres Vorgehen
Die Verwaltung hat die Ergebnisse der Beteiligung an das Planungsbüro Brederlau*Holik sowie an die beiden Planungsbüros White Octopus + Büro Happold (Kooperation) und bgmr Landschaftsarchitekten übergeben. Die drei Planungsbüros beschäftigen sich mit den strategischen Themen Städtebau, Mobilität und Freiraum. Sie wurden beauftragt, die Kernbotschaften, Ideen und Gedanken der Bürgerinnen und Bürger für ihre Planungen zu reflektieren und zu verarbeiten.
Die Verwaltung beabsichtigt, die weitere Entwicklung der Öffentlichkeit vorzustellen.
