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Anfrage (öffentlich) - 22-18618

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Sachverhalt

Sachverhalt:

Im Jahr 2019 hat die Stadt Braunschweig eine umfassende Analyse der Spiel- und Bewegungsräume im zentralen Stadtgebiet veröffentlicht. 1 Auch der äußere Bereich des Stadtgebiets wurde hinsichtlich seiner Spielraumqualität in einem weiteren Bericht untersucht. 2

Beide Analysen heben die Wichtigkeit von Spiel und Bewegung für Kinder und Jugendliche hervor und betonen, dass besonders Räume „in denen sie sich entfalten und ihre Kreativität ausleben können und die ihnen Gestaltungsmöglichkeiten bieten“ 3 notwendig sind, um gesund aufzuwachsen. Besonders die Entwicklung von Sozialkompetenz, Körperbeherrschung und kognitiven Fähigkeiten wird durch ein gutes Spielplatzangebot unterstützt. Im Zuge der Entwicklung eines Spielflächensystems betont die Analyse neben klassischen Spielgeräten auch die Implementierung von naturnahen Gestaltungselementen. Dass das experimentelle und kreative Spiel als „intensivste Form der Aneignung“ 4 im Bericht der Verwaltung bezeichnet wird, unterstreicht die Wichtigkeit von Flächen, auf denen sich die Kinder entfalten und entdecken können.

Neben der Verwendung von abwechslungsreichen Materialien bei der Spielplatzgestaltung ist daher besonders die Gestaltbarkeit ein wichtiges Kriterium. Materialien wie Sand, Erde, Kies, Steine oder Gehölzflächen als Rückzugsort sorgen dafür, dass Kinder und Jugendliche die Möglichkeit erhalten, selber zu gestalten.

In beiden Analysen zum Spielplatzangebot im zentralen und äußeren Stadtgebiet wird deutlich, dass die Spielplätze im Durchschnitt nur wenig Qualität im Bereich Vielfalt, Gestaltungsmöglichkeiten und abwechslungsreicher Topografie besitzen. In den zentralen Bezirken kommen die Kriterien ‚Gestaltbarkeit und Spielen mit Wasser‘ auf allen Spielplätzen überhaupt nicht vor. Das sorgt dafür, dass auch die Individualität und der Wiedererkennungswert der Spielräume in Braunschweig zu wünschen übriglässt. 

Die Analyse ermittelt, dass nur 16 % der Spielplätze sich durch besondere und individuelle Spielmöglichkeiten auszeichnen. Geschuldet kann dies dem Umstand sein, dass in der bisherigen Planung in individuellen und naturnahen Spielräumen oftmals zu hohe Risiken gesehen wurden. Heute hat sich dieses Bild jedoch gewandelt und sogar die DIN 18034 Norm sieht vor, dass Spielplätze gestaltbar und naturnah sein sollen, damit Kinder frühzeitig Nutzen und Risiken von Natur erlernen.

In der Konzeption von Spielräumen in Braunschweig möchte die Verwaltung künftig ein besonderes Auge auf naturnahe Angebote mit Wasser und auf die naturnahe Verwendung von Grün legen. Diese Pläne begrüßen wir sehr, jedoch muss darüber hinaus noch mehr getan werden, um wirklich naturnahe öffentliche Erlebnisräume für Kinder zu schaffen, da diese aktuell in Braunschweig schlicht nicht existieren.

 

Daher fragen wir:

       1)   Wie möchte die Verwaltung künftig das Defizit an gestaltbaren und naturnahen Spielräumen in Braunschweig ausgleichen?

      2)   Welche Pläne gibt es, um reine Naturspielplätze im öffentlichen Raum in Braunschweig zu gestalten?

      3)   Gibt es Bäche, die als Spielraum ausgewiesen werden können?

 

Quellen:

1 Stadt Braunschweig/ FB Stadtgrün und Sport (2019): Spiel- und Bewegungsraumkonzeption für den zentralen Bereich in Braunschweig. Bestandsanalyse und Bewertung von Spiel- und Bewegungsräumen.

2 Stadt Braunschweig/ FB Stadtgrün und Sport (2019): Spiel- und Bewegungsraumkonzeption für den äußeren Bereich der Stadt Braunschweig. Teil I - Erläuterungsbericht.

3 Stadt Braunschweig/ FB Stadtgrün und Sport (2019): Spiel- und Bewegungsraumkonzeption für den zentralen Bereich in Braunschweig. Bestandsanalyse und Bewertung von Spiel- und Bewegungsräumen, S. 13.

4 Ebd. S. 22.

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