Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - 22-17692

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschluss:


Die Aktualisierung des „Konzepts zur Energieeinsparung und Abfallvermeidung durch ein verändertes Nutzerverhalten in Schulen sowie Einführung einer Projektförderung für ökolo­gische Schulprojekte“ wird beschlossen und in den in der Anlage beschriebenen Nachhal­tigkeitspreis für Braunschweiger Schulen“ überführt. Über den weiteren Fortgang des Pro­jekts werden die Mitglieder des Schulausschusses regelmäßig informiert.

 

Angesichts der Tatsache, dass die Stadt Braunschweig derzeit zahlreiche junge Geflüchtete aus der Ukraine aufnimmt, wird der geplante Projektstart um ein Jahr auf das Jahr 2023 ver­schoben. Die in 2022 zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 230.000,00 € werden stattdessen für unterstützende Maßnahmen geflüchteter ukrainischer Kinder und Jugend­licher genutzt.

 

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Sachverhalt

Sachverhalt:

Der Rat der Stadt Braunschweig beschloss am 27.05.2014 ein Konzept zur Energieein­sparung und Abfallvermeidung durch ein verändertes Nutzerverhalten in Schulen sowie die Einführung einer Projektförderung für ökologische Schulprojekte (Ds 16806/14). Bei dem Konzept handelt es sich um ein 3-Säulen-Konzept. Säule 1, auch Energie-Fuchs genannt, ermöglicht den Schulen kalkulierbare Einnahmen, wenn sie sich dauerhaft um Einsparungen im Energieverbrauch bemühen. Die Säule 2 stellt der Abfall-Fuchs dar, bei der es um die regelmäßige Reduzierung des Müllaufkommens geht. Der Projekt-Löwe ist die dritte Säule. Dabei können Schulen, die pädagogisch wertvolle Energie- oder Umweltprojekte umsetzen, an einem Wettbewerb teilnehmen und projektbezogene Zahlungen erhalten. Seit dem Haus­halt 2014 stehen für die Umsetzung des Konzeptes jährlich 230.000,00 Euro zur Verfügung.

 

Nach einem anfänglich erfolgreichen Verlauf des Projekts wurde deutlich, dass die Umset­zung zunehmend schwieriger wurde. Beim Energie-Fuchs und beim Abfall-Fuchs waren kaum noch Einsparungspotenziale möglich, da sich die Regeln der Energie- und Abfallver­meidung an den Schulen etabliert hatten. Es ließ sich zudem festzustellen, dass die Parti­zipation der Schulen sehr unterschiedlich ausfiel und oft die gleichen Schulen teilnahmen. Ein Grund hierfür war auch der hohe Verwaltungsaufwand der Projekte. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass in den letzten Jahren jeweils Haushaltsreste übrigblieben, die als Pauschalbeträge an die bis dahin beteiligten Schulen ausgezahlt wurden.

 

Vor diesem Hintergrund hatte die Verwaltung im Zuge der Haushaltsoptimierung 2021 vor­geschlagen, die Projektmittel einzusparen. Dem wurde politisch nicht zugestimmt. Vielmehr sollten die Mittel erhalten bleiben und den Schulen weiterhin zur Verfügung stehen. Der pä­dagogische Wert der Prämien wurde besonders hervorgehoben. Das Projekt soll deshalb neukonzipiert und modernisiert werden.

 

Mit dem neuen Konzept bekommen die Braunschweiger Schulen die Möglichkeit, nach­haltigkeitsfördernde Projekte durchzuführen und sich damit für den Nachhaltigkeitspreis zu bewerben. Dabei wird den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen folgend ein ganzheitlicher Nachhaltigkeitsbegriff zugrunde gelegt, der die drei Dimensionen Öko­logie, Ökonomie und Soziales integriert und vor allem ihre Schnittstellen und Wechsel­wirkungen berücksichtigt. Die integrierte Betrachtung der drei Dimensionen begünstigt nicht nur das Gelingen von Nachhaltigkeitsprojekten, sie bietet darüber hinaus auch ein breites Themenspektrum für die jeweilige Schwerpunktsetzung des Nachhaltigkeitspreises in den nächsten Jahren.

 

r den ersten Durchgang wurde das Thema „Zero Waste mein Handeln macht einen Unterschied“ gewählt. Dieser stellt eine Anknüpfung an das bisherige Konzept dar und bietet den Schulen zahlreiche, sinnvolle und zeitgemäße Gestaltungsmöglichkeiten (z. B. Plogging in den Braunschweiger Parks im Sportunterricht, Upcycling im Kunstunterricht oder plastik­freies Einkaufen in Geschäften und auf Wochenmärkten Braunschweigs). Außerdem hat das Thema Müllvermeidung laut der aktuellen Trendstudie „Jugend in Deutschland“ eine hohe Akzeptanz bei jungen Menschen und eignet sich auch deshalb sehr gut als Auftaktthema.

 

Die Projekte an den Schulen sollen durchgehend laufen. Die Verleihung des Nachhaltig­keitspreises findet alle zwei Jahre statt.

 

Um die Attraktivität der Teilnahme an dem Wettbewerb für möglichst viele Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte zu gewährleisten, wird im Vorfeld der ersten Runde in Zusammen­arbeit mit dem Braunschweiger Stadtmarketing eine zielgruppengerechte Designsprache (Logo, Farbwelt, ggf. Name) für den Nachhaltigkeitspreis entwickelt.

 

Der ursprünglich geplante Start soll aufgrund der aktuellen Situation um ein Jahr auf das Jahr 2023 verschoben werden. Die für das Jahr 2022 zur Verfügung stehenden Mittel sollen stattdessen für unterstützende Maßnahmen geflüchteter ukrainischer Kinder und Jugend­licher genutzt werden. Mit den Mitteln sollen in diesem Jahr insbesondere spezielle Vorbe­reitungsklassen finanziert werden, die gemeinsam mit der VHS organisiert werden.

 

In den Schulen gibt es in der aktuellen Situation weder ausreichend Zeit noch Energie, sich angemessen mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Die Mitglieder des Schul­leitungssprecherkreises sind zu der Verschiebung des Projektstartes sowie der Umwidmung der Mittel für die Unterstützung ukrainischer Kinder und Jugendlicher befragt worden und haben den Vorschlag sehr begrüßt.

 

 


 

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Anlagen

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