Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 22-18784-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Welchen Sinn wird ein Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof haben?
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 66 Fachbereich Tiefbau und Verkehr
- Beteiligt:
- 0600 Baureferat
- Verantwortlich:
- Leuer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Rat der Stadt Braunschweig
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zur Kenntnis
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24.05.2022
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Zu 1.:
Der Arbeiterwohlfahrt-Bezirksverband Braunschweig e. V. als Betreiber der Radstation konnte kurzfristig keine konkreten Auslastungsdaten liefern, hat aber den Hinweis gegeben, dass durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie keine Normalauslastung wie vor der Pandemie zu verzeichnen war.
Alternativ können Ergebnisse aus dem im April 2017 veröffentlichten „Konzept Fahrradparken Hauptbahnhof Braunschweig“ herangezogen werden. Bei der Erfassung der abgestellten Fahrräder im Umfeld des Hauptbahnhofs wurde auch die Auslastung der Radstation an einem Tag (29.09.2016) erfasst. Bei einer Maximalkapazität von damals 476 Rädern wurde eine Auslastung von 85 %, einschließlich 53 Leihrädern, ermittelt. Diese relativ hohe Auslastung deckt sich auch mit Informationen der Radstation auf Arbeitsebene aus den letzten Jahren, dass die Radstation unter normalen Bedingungen weitgehend ausgelastet ist.
Zu 2.:
Die Fahrradständer liegen auf dem Grundstück der DB Station & Service AG. Die DB überprüft und reinigt die Fahrradabstellanlagen siebenmal im Jahr. Dies wird durch das Projekt „Unser sauberes Braunschweig“ unterstützt. Offensichtliche Schrottfahrräder werden gekennzeichnet und dann, wenn sie nach weiteren 6 Wochen nicht abgeholt wurden, beseitigt.
Zu 3.:
Im Bereich des Schnellrestaurants am Bahnhofsvorplatz befinden sich ca. 300 Fahrradständer. Ein Fahrradparkhaus lediglich als Ersatz für diese Stellplätze zu dimensionieren, wie es in der Anfrage formuliert ist, reicht nicht aus. Unter der in der Fragestellung unterstellten Auslastung analog zur Fahrradstation müsste ein solches Parkhaus nur ca. 350 Stellplätze haben. Die Verwaltung hatte stattdessen mit dem Gutachten aus 2017 das Fahrradparken im gesamten Bahnhofsumfeld auswerten lassen und daraus einen zusätzlichen Bedarf von 1.200 Fahrradabstellplätzen ermittelt. Im Rahmen des städtebaulichen Wettbewerbs zum „Umfeld Hbf“ wurden insgesamt 2.500 Fahrradabstellplätze vorgesehen. Dies berücksichtigt die bestehende Gesamtsituation am Hauptbahnhof und darüber hinaus Reserven für eine weitere Entwicklung des Radverkehrs in Braunschweig. Im Moment ist angedacht, die 2.500 Stellplätze in einem oder zwei Fahrradparkhäusern neben dem Bahnhofsgebäude vorzusehen. Erfahrungen aus anderen Städten – zum Beispiel Münster mit 3.500 Stellplätzen – zeigen, dass auch großzügig dimensionierte Fahrradparkhäuser in der Regel sehr gut angenommen und ausgelastet werden. Dass 2.500 Fahrradabstellplätze in Parkhäusern am Braunschweiger Hauptbahnhof zuviel sein könnten, ist nicht zu befürchten.
