Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 22-18979-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Sprachkurse für geflüchtete Menschen - Bilanz
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 50 Fachbereich Soziales und Gesundheit
- Verantwortlich:
- Dr. Arbogast
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Vielfalt und Integration
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zur Kenntnis
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15.06.2022
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Zu der Anfrage der CDU-Fraktion (22-18979) vom 03.06.2022 nimmt die Verwaltung in Abstimmung mit der Volkshochschule Braunschweig GmbH und dem Jobcenter Braunschweig wie folgt Stellung:
Zu Frage 1:
Die Auslastung der VHS ist in diesem Bereich aktuell extrem hoch. Durch die pandemiebedingten Einschränkungen (verminderte TN-Zahlen, Kursausfälle) sind in allen Kursformaten „Deutsch als Fremdsprache/Deutsch für den Beruf“ lange Wartelisten abzuarbeiten. Für die Geflüchteten aus der Ukraine sind nachmittags zusätzliche Sonderkurse eingerichtet worden (130 TN, Wartelisten mit mehr als 100 TN), die bis Ende Mai überwiegend von ehrenamtlichen Lehrkräften betreut worden sind. Hier ergibt sich ganz akut die Finanzierungsfrage, weil es derzeit vom Land Niedersachsen noch keine Signale gibt, entsprechende Programme oder Kostenübernahmen zuzusichern. Auch die Vorbereitungsgruppen SchuBS für schulpflichtige Kinder und Jugendliche sind von 2 auf 6-7 ausgeweitet worden. Erschwerend kommt hinzu, dass grundsätzlich qualifizierte Lehrkräfte fehlen.
Zu Frage 2:
Regelangebote der BAMF-Integrationskurse sind kostenlos zugänglich, orientieren sich curricular am Europäischen Referenzrahmen und umfassen somit alle Niveaustufen. Prüfungserfahrungen bzw. Ergebnisse liegen noch nicht vor. Allerdings nehmen an diesen Kursen noch relativ wenig Ukrainer*innen teil, weil das Format nicht passend ist bzw. viele sich noch nicht länger festlegen wollen (2 Monate Intensivkurs, Vollzeit pro Niveaustufe A1, A2, B1, B2, C1, C2).
Zu Frage 3:
Maßnahmen mit Anteilen der berufsbezogenen Sprachförderung und beruflicher Praxis sind in den nächsten Wochen zu erwarten. Hier befindet sich die VHS in enger Abstimmung mit dem Jobcenter und der Arbeitsagentur Braunschweig.
Neben den Sprachkursangeboten durch das BAMF und den Volkshochschulen haben sich Bildungsträger auch in Braunschweig aufgestellt. Sie bieten Maßnahmen an, die (auch modular) vom Coaching, berufsbezogenen Spracherwerb bis zur Vermittlung in betreute Praktika in Unternehmen gehen. Diese Praktika sollen ein Brückenschlag in Arbeitsverhältnisse sein.
Das Jobcenter arbeitet eng mit Bildungsträgern und der Wirtschaft zusammen. Bei Wartezeiten auf Sprachkurse werden parallel passende Fördermöglichkeiten mit den Geflüchteten besprochen und angeboten. Dazu gehört auch die Anbahnung von Praktika.
Da der Kundenstamm im Jobcenter erst seit dem 01.06.2022 aufwächst, gibt es noch keine validen Zahlen oder Erfahrungswerte.
