Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung - 22-19279
Grunddaten
- Betreff:
-
Bericht der Abteilung Wohnen und Senioren des Fachbereiches Soziales und Gesundheit über die Entwicklung der Unterbringung wohnungsloser Personen im Jahr 2021
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 50 Fachbereich Soziales und Gesundheit
- Beteiligt:
- 0150 Gleichstellungsreferat
- Verantwortlich:
- Dr. Arbogast
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Ausschuss für Soziales und Gesundheit
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zur Kenntnis
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01.09.2022
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Sachverhalt
Sachverhalt:
1. Unterbringung
Im Jahr 2021 wurden 214 Personen (Vorjahr: 210 Personen) in Wohnungslosen-einrichtungen der Stadt Braunschweig aufgenommen, 236 Personen (Vorjahr: 220 Personen) haben die Unterkünfte im selben Zeitraum verlassen und wurden z.B. mit Wohnraum versorgt.
Die Entwicklung der vergangenen Jahre bezüglich der Einweisungen wohnungsloser Personen stellt sich wie folgt dar:

Per 31.12. des jeweiligen Jahres waren folgende Haushalte/ Personen in städtischen Einrichtungen untergebracht:

Die am 31.12.2021 untergebrachten Haushalte/ Personen waren auf folgende Einrichtungen verteilt:
Gemeinschaftsunterkunft An der Horst | 26 Haushalte | Insgesamt 26 Personen |
Niedrigschwellig betreute Unterkunft in der Sophienstraße | 18 Haushalte | Insgesamt 18 Personen |
Dezentrale Unterkünfte | 108 Haushalte | Insgesamt 131 Personen |
Unterbringung nach Kooperationsvertrag | 10 Haushalte | Insgesamt 14 Personen |
Gesamt | 162 Haushalte | Insgesamt 189 Personen |
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Nutzerinnen und Nutzer, die 2021 in den städtischen Wohnungslosenunterkünften (ohne Sophienstraße) untergebracht waren betrug 418 Tage (Vorjahr: 327 Tage).
2. Geschlecht und Altersstruktur
Im letzten Jahr wurden 143 männliche und 71 weibliche Personen in städtische Wohnungslosenunterkünfte eingewiesen. Die nachstehende Tabelle zeigt die Altersstruktur der insgesamt 214 Personen:

3. Gründe der Wohnungslosigkeit
Die Menschen sind aus den verschiedensten Gründen wohnungslos geworden. Die von den betroffenen Personen genannten Gründe sind nachfolgend aufgeführt (Vorjahr in Klammern):
| 78 | Personen | (36) |
| 18 | Personen | (21) |
| 16 | Personen | (11) |
| 15
14 | Personen
Personen | (29)
(23) |
| 13 | Personen | (20) |
| 11
| Personen | (8)
|
| 10 | Personen | (10) |
| 10 9 | Personen Personen | (11) (11) |
| 8 | Personen | (12) |
| 6 | Personen | (11) |
| 4 | Personen | (3) |
Gesamt | 1 1 214 | Personen Personen Personen | (2) (2) |
4. Zusammenfassung
Die Anzahl der in den städtischen Wohnungslosenunterkünften aufgenommenen Personen bewegt sich im Jahr 2021 auf dem Niveau der Vorjahre ab 2017 und damit weiterhin im vergleichsweise niedrigen Bereich.
Aufgrund der seit 2020 andauernden Corona-Pandemie erfolgte die Unterbringung von alleinstehenden Männern im Jahr 2021 fast ausschließlich in den dezentralen Unterkünften der Stadt Braunschweig. In der Gemeinschaftsunterkunft An der Horst wurden Männer ab diesem Zeitpunkt nur noch in besonderen Einzelfällen und in Einzelzimmern neu untergebracht.
Hinzu kommt, dass die Kapazitäten in der Wohnungslosenunterkunft An der Horst durch den Brandschaden eines Wohnblocks (An der Horst 1) noch immer deutlich eingeschränkt sind. Am 02.07.2020 sind dort 14 Zimmer zur Unterbringung unbewohnbar geworden.
Aufgrund der genannten Umstände ist in den dezentralen Unterkünften die Zahl der Personen (31.12.2019: 125 Personen; 31.12.2020: 150 Personen; 31.12.2021: 131 Personen) und Haushalte (31.12.2019: 78 Haushalte; 31.12.2020: 115 Haushalte; 31.12.2021: 108 Haushalte) noch immer erhöht. Leider war nicht jede Person aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur in der Lage in dieser Unterbringungsform Fuß zu fassen. Es kam vermehrt zu Beschwerden aus der Nachbarschaft und von Vermieterseite, sodass einige der dezentral untergebrachten Personen leider nach einiger Zeit umgesetzt werden mussten. Unter dem Aspekt der Vermeidung der Ausbreitung von Covid-19 war das nicht immer einfach zu bewältigen. Die Verwaltung setzt auf verstärkte Aufklärung der Nutzer*innen und stellt teilweise aus Spenden und aus eigenen Mitteln Hygieneartikel, wie OP-Masken, seit Beginn der Pandemie zur Verfügung.
Besonders in den letzten zwei Jahren wurden zunehmend Menschen mit multiplen Problem-lagen untergebracht. Vermehrt ist eine Kombination aus psychischen Einschränkungen, Suchtmittelabhängigkeit (Alkohol, Tabletten, harte Drogen), Verwahrlosungstendenzen und Verhaltensauffälligkeiten zu beobachten. Dieser Personenkreis zeigt oft wenig Krankheitseinsicht bzw. nimmt Hilfsangebote nicht an.
Räumungsklagen wegen Verhalten erhält die Verwaltung aus Datenschutzgründen nicht. Ein frühzeitiges Entgegensteuern ist deshalb nicht immer möglich. In bekannt gewordenen Fällen ist der Wohnraumverlust nur zu verhindern, wenn die Vermietung zustimmt.
Die Auslastung der städtischen Wohnungslosenunterkünfte lag 2021 bei durchschnittlich
78 Prozent. Im Verlauf des Jahres gab es hier keine größeren Schwankungen.
Aufgrund der pandemischen Lage ist zu beobachten, dass die Menschen weniger umziehen. Von einer Entspannung des Braunschweiger Wohnungsmarktes kann allerdings noch nicht ausgegangen werden. Insbesondere Personen mit erschwertem Zugang zum Wohnungs-markt sind weiterhin benachteiligt und benötigen Unterstützung.
Im Vergleich zu anderen Kommunen sind in Braunschweig weniger Personen von Wohnungslosigkeit betroffen. Die Verwaltung führt dies auf eine gute Präventionsarbeit, die Erfolge der Arbeit der ZSW, die gute Zusammenarbeit mit sozialen Trägern und den erfolgreichen Kooperationen mit der Wohnungswirtschaft zurück.
