Rat und Stadtbezirksräte
Anfrage (öffentlich) - 22-19349
Grunddaten
- Betreff:
-
Anti-Mobbing-Kurse an Braunschweiger Schulen
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Anfrage (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- Gruppe Direkte Demokraten im Rat der Stadt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Schulausschuss
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zur Beantwortung
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09.09.2022
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Mobbing führt bekanntlich zu seelischem Leid; Jindrich Novotny schreibt dazu auf Geo Wissen:
„Sobald sie den Schulhof betreten, geht der Spott los: Du Loser, du Wichser, du Arschloch. Sie werden beiseitegestoßen, ihr Ranzen wird ausgekippt, das Mobiltelefon entwendet. Die Täter beleidigen sie in Chat-Gruppen und E-Mails, stellen demütigende Kommentare in sozialen Medien ein, streuen verletzende Gerüchte im Internet. Oder: Die Mitschüler kommen auf die Idee, ihr Opfer in den Müllcontainer zu wuchten. Etwa jeder zehnte Schüler in Deutschland wird über längere Zeit drangsaliert, beleidigt, gedemütigt, ausgegrenzt. Ist Opfer von Mobbing. Am häufigsten tritt diese Form körperlicher und psychischer Gewalt in der fünften bis zehnten Klasse auf.
[…]
Um aber Mobbing erst gar nicht aufkommen zu lassen, haben Fachleute mehrere Präventionsprogramme entwickelt. Schon ein Kummerkasten oder besondere Schülersprechstunden können hilfreich sein. Als wirksam haben sich auch „Klassentage gegen Mobbing“ erwiesen, an denen Schüler mit verschiedenen Trainingsaufgaben und Rollenspielen für das Problem sensibilisiert werden. Bei diesen Aktionen lernen sie, was jeder Einzelne tun kann, damit das Zusammenleben in der Klasse für alle erträglicher wird, wie man mit Beschimpfungen umgeht – und warum Mobber nicht stark, sondern schwach sind (weil sie die Erniedrigung anderer brauchen, um Stärke zu empfinden). Ziel ist es, das Bewusstsein der Kinder und Jugendlichen für die fatalen Folgen von Mobbing zu schärfen. Und der Gruppe der Zuschauer ein Gefühl dafür zu geben, wie mächtig sie ist. Denn immer wieder zeigt sich: Wenn erst einmal die Mehrheit der Mitschüler Partei für die Betroffenen ergreift, erkennen die Täter schnell, dass ihre Attacken nicht erwünscht sind. Dass sie sich durch ihr Verhalten selbst isolieren. So haben sie binnen Kurzem keine Macht mehr über ihre Opfer.“[1]
Mittlerweile gibt es zahlreiche Anti-Mobbing-Kurse für Schulen, beispielhaft sei hier das Projekt „Gemeinsam klasse sein“ erwähnt, das von der Beratungsstelle Gewaltprävention der Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg und Die Techniker anboten wird. Informationen zu diesem Programm findet man hier:
www.tk.de/lebenswelten/gesundheit-foerdern/gesunde-schule/gemeinsam-klasse-sein-2010444
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung, um Mobbing an Braunschweiger Schulen zu vermeiden:
1) An welchen Braunschweiger Schulen werden Anti-Mobbing-Kurse für Schüler angeboten?
2) Sofern aktuell nicht jeder Schüler während seiner Schulzeit die Chance erhält, an einem Anti-Mobbing-Kurs teilzunehmen: Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung, um dieses Defizit zu beheben?
3) Welche weiteren Unterstützungen gegen Mobbing wie z.B. Kummerkästen und Schülersprechstunden gibt es an Braunschweiger Schulen?
[1] www.geo.de/wissen/21820-rtkl-ausgrenzung-und-gewalt-mobbing-der-schule-was-eltern-und-lehrer-tun-koennen
