Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Anfrage (öffentlich) - 22-19603

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Sachverhalt

Sachverhalt:
Seit Jahren wird in den Medien von einem Fachkräftemangel in Deutschland berichtet.1 Dies betrifft nicht nur die Pflege und das Handwerk, sondern auch Stadtverwaltungen. Im August 2022 wurden der Bundesagentur für Arbeit 851.665 offene Arbeitsstellen gemeldet2, davon etwa 39.000 in der öffentlichen Verwaltung beziehungsweise der Sozialversicherung.3 „Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund geht davon aus, dass bis 2030 über 800.000 Stellen im öffentlichen Dienst nicht mehr besetzt werden können“.4 

Dieses Problem wird in den kommenden Jahren mit dem Erreichen des Rentenalters der geburtenstarken Jahrgänge verstärkt, wenn nicht ausreichend für die Zukunft vorgesorgt wird.

Andere Städte und Kommunen haben dieses Problem bereits erkannt und haben verschiedene Maßnahmen ergriffen, um dem Fachkräftemangel auch in Zukunft entgegenzuwirken. Zum Beispiel baut die Stadt Nürnberg die Zusammenarbeit mit Hochschulen aus, um einen direkten Zugriff auf neu ausgebildete Fachkräfte zu haben. Aber auch die Herabsetzung der fachlichen Hürden durch Einstellung von QuereinsteigerInnen und Menschen aus fachähnlichen Branchen können mögliche Ansätze sein.4

Das mögliche Potential, das in der Region lebende Menschen mit Migrationshintergrund bieten, sollte bestmöglich ausgenutzt werden. Bei der Betrachtung des Stellenangebots der Stadt Braunschweig mit der Kennnummer 2022/294 fällt zum Beispiel auf, dass der/die BewerberIn eine „abgeschlossene Ausbildung als Technikerin/Techniker- oder Meisterin/Meister im Garten- und Landschaftsbau oder einer gleichwertige[n] Fachrichtungen und Erfahrungen im Garten- und Landschaftsbau“5 vorweisen soll. Die offizielle Anerkennung im Ausland erworbener Berufsabschlüsse mit ähnlicher Qualifikation stellt jedoch unter anderem auch eine finanzielle Hürde dar.6 Dies hat zur Folge, dass potentielle Angestellte aus dem Bewerbungsprozess ausgeschlossen werden.

Diese Thematik ist von Relevanz, da die Besetzung einzelner Behörden Einfluss auf die Lebensqualität der BürgerInnen hat, z.B. lange Wartezeiten bei allgemeinen BürgerInnenangelegenheiten oder keine zeitnahe Umsetzung von beschlossenen Projekten.

Daher fragen wir:

1. Mit wie vielen unbesetzten offenen Stellen rechnet die Verwaltung bis zum Ende des Jahres 2022? (Angabe bitte in Prozent)

2. Welche konkreten Maßnahmen wird die Stadtverwaltung ergreifen, um dem Fachkräftemangel, auch aufgrund des demografischen Wandels, entgegenzuwirken?

3. Welche alternativen Anerkennungswege von Berufsausbildungen wird die Verwaltung nutzen, um Menschen mit Migrationshintergrund eine Tätigkeit in der Verwaltung zu ermöglichen?

 

1 https://www.deutschlandfunk.de/arbeitsmarkt-fachkraeftemangel-zuwanderung-arbeitslosigkeit-deutschland-100.html#:~:text=Die%20meisten%20offenen%20Stellen%20gibt,mehr%20als%20im%20Juli%202021.

2  https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2903/umfrage/jahresdurchschnittswerte-des-bestands-an-offenen-arbeitsstellen/

3 https://de.statista.com/statistik/studie/id/115581/dokument/fachkraeftemangel-in-deutschland/

4 https://kommunal.de/fachkraeftemangel-kommunen

5     https://stellenangebote.braunschweig.de/jobposting/7a272fa46d6b2599833c137c47409101dbf68b290?ref=homepage

6 https://www.hwk-bls.de/artikel/kostentarife-der-handwerkskammer-22,482,869.html

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