Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung - 22-18673
Grunddaten
- Betreff:
-
Bahnsteiganhebung und Modernisierung von Stadtbahnhaltestellen
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 66 Fachbereich Tiefbau und Verkehr
- Beteiligt:
- 0600 Baureferat
- Verantwortlich:
- Leuer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Mobilität, Tiefbau und Auftragsvergaben
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zur Kenntnis
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08.11.2022
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Zur Verbesserung der Barrierefreiheit, des Fahrgastkomforts und der Sicherheit sowie der Erleichterung des Fahrgastwechsels plant die Braunschweiger Verkehrs-GmbH (BSVG) den sukzessiven Umbau ihrer bestehenden Stadtbahnhaltestellen mit einem neuen Ausbaustandard. Dieser beinhaltet im Wesentlichen folgende Bestandteile:
- Bahnsteiganhebung von 20 auf 24 cm über Schienenoberkante (SOK)
Damit wird die Barrierefreiheit verbessert und es ist ein nahezu höhengleicher Einstieg vom Bahnsteig in die Fahrzeuge möglich. Der teilweise erforderliche, zeitaufwändige Einsatz der Klapprampen im Fahrzeug kann schrittweise entfallen. Damit erhöht sich neben der Qualität für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste auch die Pünktlichkeit der Stadtbahn.
- Erneuerung der taktilen Leitsysteme nach aktuellem Regelwerk
Damit wird für sehbehinderte Fahrgäste die Benutzung der Stadtbahn verbessert. Mit der Erneuerung der Leitsysteme werden auch die Warteflächen durchgehend anthrazit gepflastert. Dadurch entfällt ein weiterer Kontraststreifen zu den taktilen Elementen, die Haltestelle wirkt insgesamt ruhiger gestaltet. Zudem entsteht dadurch eine klare Trennung der Haltestelle zu z. B. angrenzenden Gehwegen.
Die unmittelbar angrenzenden Aufstellflächen von Lichtsignalanlagen im Bereich der Haltestellenzugänge werden ebenfalls nach aktuellem Regelwerk und in Abstimmung mit der Stadt mit taktilen Leitelementen versehen. Dieses erfordert stellenweise das Versetzen vorhandener Signalmasten.
- Erneuerung der Bahnsteigmöblierung
Unter anderem werden die teilweise noch aus den 1980er Jahren stammenden Wartehallen durch modernen Wetterschutz ersetzt. Es werden mehr Sitzgelegenheiten und Stehhilfen geschaffen und die Beleuchtung wird, soweit noch nicht erfolgt, auf energiesparende LED umgestellt. Die DFI-Anzeiger sind bereits erneuert und können an ihren Standorten verbleiben.
- Verbesserung der Sicherheit
Teilweise sind an einigen Bahnsteigen und Haltestellenzugängen die Wartebereiche noch in Richtung Bahnsteigkante geneigt. Dadurch besteht die Gefahr, dass z. B. Kinderwagen, Rollstühle oder Koffer unbeabsichtigt in den Gleisbereich rollen. Daher werden die Bahnsteige so umgebaut, dass die Querneigung an allen Haltestellen weg vom Gleis geneigt ist.
- Anpassung der Dimensionierung
An einzelnen Haltestellen wird z. B. aufgrund geplanter Wohngebiete sowie schon heute vorhandener, hoher Fahrgastzahlen, durch Vergrößerung der Bahnsteigbreite sowie der Ergänzung um weitere Wartehallen und Sitzbänke das Angebot dem Bedarf angepasst.
Durch die neue Bahnsteigmöblierung entstehen für die Fahrgäste ein höherer Komfort sowie ein deutlich attraktiveres Erscheinungsbild. Einen Eindruck über die neue Gestaltung der Haltestellen bietet die nachstehende Illustration.

Vorher/ Nachher-Vergleich Haltestelle Hansestraße-Ost stadteinwärts
Weiteres Vorgehen:
Die BSVG plant, in Abhängigkeit ihrer planerischen und finanziellen Ressourcen, ab 2023 zusätzlich zu Haltestellenertüchtigungen im Rahmen von Gleisbauprojekten jährlich bis zu vier Stadtbahnhaltestellen umzubauen. Begonnen werden soll mit den Stadtbahnhaltestellen Veltenhöfer Straße (stadteinwärts), Geibelstraße, Hansestraße-Ost und Nordhoffstraße (jeweils beide Richtungen) die entlang der Linie 1 (Wenden – Stöckheim) und teilweise an der Linie 10 (Rühme – Hauptbahnhof) liegen. Die weiteren umzubauenden Haltestellen in den folgenden Jahren liegen derzeit noch nicht fest, orientieren sich aber an geplanten Gleissanierungen oder Gleisbauprojekten im Bestand.
Alle Haltestellen im Rahmen des Stadtbahnausbauprojektes werden zukünftig ebenfalls nach diesem Standard ausgebaut. Bei allen Haltestellen wird ein möglicher Einsatz für die künftigen 2,65 m breiten Fahrzeuge berücksichtigt (vgl. DS 21-16088).
