Rat und Stadtbezirksräte
Anfrage (öffentlich) - 22-19849
Grunddaten
- Betreff:
-
Wartezeitverkürzungen durch elektronische Stellwerke?
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Anfrage (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- Gruppe Direkte Demokraten im Rat der Stadt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Mobilität, Tiefbau und Auftragsvergaben
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zur Beantwortung
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08.11.2022
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Zurzeit gibt es eine Diskussion über den Bahnübergang an der Grünewaldstraße. Im Braunschweig Spiegel kann man dazu folgenden Absatz lesen:
„Völlig unverständlich bleibt aber die Tatsache, dass keine der mit den Planungen betrauten Stellen die eigentlich naheliegendste Variante betrachtet hat: Nämlich die – wie bisher auch – ebenerdige Querung der Gleise mit Schranken (bezeichnet als „Null-Variante“). Dass diese Null-Variante nicht zu überlangen Wartezeiten vor den Schranken führen muss, zeigte sehr anschaulich der Ingenieur Thomas Schmidt, der seit vielen Jahre mit der Entwicklung von Signalkomponenten für Bahnübergänge betraut ist. Wenn die beiden jetzigen manuellen Stellwerke am Bahnhof Gliesmarode zukünftig durch ein elektronisches Stellwerk ersetzt werden (die Bahn plant dies für Ende 2024 und möchte dadurch 7 Stellen einsparen), können die Schließzeiten der Schranken auf rund 2 Minuten pro Zug begrenzt werden, so Schmidt. Das entspricht in etwa den Bedingungen und Zeiten am Bahnhof Wolfenbüttel. Das bedeutet gegenüber der jetzigen Situation mindestens eine Halbierung der Wartezeiten.“[1][1]
Elektronische Stellwerke sind bekanntlich keine neue Erfindung, und auch in Braunschweig wurden wichtige Weichenstellungen zu dieser Entwicklung gelegt. Schon Ende der 1970er Jahre stellte das Bundesbahn-Zentralamt in Zusammenarbeit mit der Signalbauindustrie und der TU Braunschweig Überlegungen an, wie Eisenbahntransporte künftig elektronisch gesteuert und überwacht werden könnten. Das Projekt wurde als DIANE bezeichnet (digitales, integriertes und automatisches Nachrichtensystem der Eisenbahn). Und bereits in den späten 1980er Jahren entwickelte die Braunschweiger Firma IVV (später Adtranz Signal, jetzt Bombardier Transportation Signal) ein elektronisches Stellwerk für Lokal-, Industrie- und Stadtbahnen mit dem Produktnamen MCDS.[2][2]
Lange Wartezeiten gibt es aktuell nicht nur am Bahnübergang Grünewaldstraße. Ein bekanntes Sprichwort lautet: „Man ist kein Braunschweiger, wenn man noch nicht am Bahnübergang Grüner Jäger gewartet hat.“[3][3] Laut Regionalheute werden sich dort die Wartezeiten zukünftig sogar noch vermehren.[4][4] Ebenso ist der Bahnübergang zwischen Stiddien und Timmerlah für seine langen Wartezeiten bekannt.
Solche Wartezeiten sind nicht nur lästig, sie belasten auch die Umwelt und können Menschenleben gefährden, falls jemand auf die Idee kommt, rechtswidrig die Wartezeit mit einer Fahrt um die geschlossenen Schranken herum abzukürzen.[5][5]
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:
1) An welchen Bahnübergängen in Braunschweig ließe sich die Wartezeit durch elektronische Stellwerke verkürzen?
2) Gibt es schon Planungen der DB, an diesen Bahnübergängen elektronische Stellwerke einzurichten? Falls ja: Bis wann ist dies geplant?
[1] https://braunschweig-spiegel.de/bahnuebergang-gruenewaldstrasse-verkehrswende-mit-oder-ohne-umweltzerstoerung/
[2] https://dewiki.de/Lexikon/Elektronisches_Stellwerk
[3] Freunde des Wartens an diesem Bahnübergang finden dazu hier ein Video: www.youtube.com/watch?v=zwXAaIhKkJo
[4] https://regionalheute.de/braunschweig/bahnuebergang-ebertallee-zukuenftig-wohl-noch-haeufiger-geschlossen-braunschweig-1666280253/
[5] Die Bundesregierung warnt vor dieser unterschätzten Gefahr hier: www.bundesregierung.de/breg-de/service/archiv/alt-inhalte/bahnuebergaenge-die-unterschaetzte-gefahr-318442
