Rat und Stadtbezirksräte
Anfrage (öffentlich) - 22-19918
Grunddaten
- Betreff:
-
Wird für Braunschweig eine neue Abwasserstrategie vorbereitet?
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Anfrage (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- AfD-Fraktion im Rat der Stadt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Planung und Hochbau
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zur Beantwortung
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09.11.2022
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Das geplante Baugebiet Rautheim-Möncheberg erzeugte kurzfristig bei Beteiligten und der Ratspolitik einige Aufregung; im weiteren Fortgang wurden mehrere Änderungsvorschläge übernommen. Unter anderem waren Forderungen nach einem geänderten Umgang mit Niederschlagswasser in Form von Rückhaltung, lokaler Verwendung und Versickerung erhoben worden. Ähnliches wurde auch schon zu den Abschnitten des Baugebietes Wenden-West vorgegeben und es ist zu erwarten, dass bei zukünftigen Planungsvorhaben vergleichbare politische Weichenstellungen gemacht werden, ob schon im Planungsverlauf oder im Nachgang durch ändernde Ratsbeschlüsse.
Dabei ist im Altbestand der Braunschweiger Abwasserleitungen das gemischte Sammeln von Haushalts-/Gewerbeabwässern sowie dem Niederschlagswasser als Standard anzusehen. Andererseits wäre zumindest in neu erschlossenen Baugebieten eine getrennte Abwasserführung technisch möglich. Dies hätte Einfluss einerseits auf die räumliche Verwendung oder Speicherbarkeit von Niederschlagswasser, andererseits auf die Zusammensetzung des gesammelten Abwassers, die nötige Pumpleistung in den Stadtteilen, zentral im Pumpwerk Ölper und schließlich auf die Verarbeitung in den Watenbütteler Klärteichen. Angesichts des umfassenden Sanierungsbedarfs im Pumpwerk Ölper, der seit Jahren lahmenden Sanierung des Abwassernetzes und der Tatsache, dass ein dauerhaft geringerer Anteil von Niederschlagswasser auch eine durch erhöhten Anteil von Abwässern dauerhaft aggressivere Mischung eher stärkeren Verschleiß am Rohrnetz nach sich ziehen könnte, stellt sich die grundsätzliche Frage nach den Konsequenzen eines rein politischen Eingriffs durch ein separierendes "Regenwassermanagement" gegenüber der technischen Abwasserentsorgung.
Ist es möglich, analog zu jüngst stattgefundenen Strategie-Darstellungen zu Energie- und Trinkwasserversorgung, auch in näherer Zukunft eine "Abwasserstrategie" von den Verantwortlichen bei BS|Netz / Veolia / ALBA anzufordern, die bei dieser Gelegenheit die Möglichkeiten und Begrenzungen des Systems bei umfangreichem Zubau durch Neuerschließung, erhöhten Sanierungsbedarfen im Netzwerk und denkbare Probleme durch nachhaltig geänderte Mischungsverhältnisse von der Sammlung bis zur Verregnung aufzeigen sollten?
Unter der Voraussetzung, dass den mit der Abwasserentsorgung betrauten Akteuren alle diesbezüglichen Neubaugebiets-Planungen bekannt sind: wie reagiert dieser Bereich auf kurzfristig erhöhte Forderungen rund um die Bewältigung von Niederschlagswasser?
Ist insbesondere die Neugestaltung des Pumpwerks Ölper auf den offenbar zu erwartenden immensen Zuwachs an Wohnbebauung, unabhängig von der jeweiligen Regenwassernutzung, schon ausgerichtet?
