Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 22-19855-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 68 Fachbereich Umwelt
- Beteiligt:
- DEZERNAT VIII -Umwelt-, Stadtgrün-, Sport- und Hochbaudezernat; 0103 Referat Bezirksgeschäftsstellen; 67 Fachbereich Stadtgrün und Sport; 50 Fachbereich Soziales und Gesundheit; 0500 Sozialreferat
- Verantwortlich:
- Herlitschke
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 211 Braunschweig-Süd
|
zur Kenntnis
|
|
|
|
10.11.2022
|
Sachverhalt
Sachverhalt:
Vorbemerkung:
Die Anfrage des Stadtbezirksrates wurde entsprechend der divergenten Zuständigkeiten von Abt. 68.3 (Frage 1), Abt. 50.4/0500 (Frage 2) und Stelle 67.21 (Frage 3) bearbeitet.
Zu 1:
Abt. 68.3 Klimaschutz und strategische Umweltplanung hat in Zusammenarbeit mit der TU Braunschweig erfolgreich ein Fördermittelprojekt eingeworben welches u. a. das Ziel verfolgt, einen Entwurf für ein übergeordnetes Anpassungskonzept zur Mitigation der Folgen des Klimawandels für die Stadt Braunschweig zu erstellen (Projekt Co-adapted Braunschweig; Förderzeitraum 2022-2025). Die Arbeitsphase des Projekts beginnt mit Einstellung einer Projektfachkraft im ersten Quartal 2023. In Zusammenarbeit mit Expert*innen-Netzwerken und betroffenen Bürger*innen, die im Rahmen eines co-creation Prozesses eingebunden werden, erarbeitet das Projekt zunächst in mehreren z. T. iterativen Prozessschritten eine umfassende IST-Stand-Analyse zu den Klimarisiken in den verschiedenen Handlungsfeldern: „Bodenwasserhaushalt und Wassermengenmanagement“, „Naturschutz & Biodiversität“ sowie „Mensch & Gesundheit“.
Aufbauend auf den identifizierten Klimarisiken erfolgt die Erarbeitung von adäquaten Anpassungsmaßnahmen in den priorisierten Handlungsbereichen, welche abschließend in einer übergeordneten Maßnahmenstrategie zusammengefasst werden. Mit der Fertigstellung einer Klimaanpassungsstrategie ist Ende 2024/ Anfang 2025 zu rechnen. Aus dieser Anpassungsstrategie lassen sich Aktionspläne für die Umsetzung in den einzelnen Handlungsfeldern und Stadtteilen ableiten.
Die konkrete Ausgestaltung und Umsetzung von Maßnahmen zum Hitzeschutz der Bevölkerung im Sinne eines Hitzewarnsystems oder eines Hitzeaktionsplanes liegen nicht im Zuständigkeitsbereich der Abteilung Klimaschutz und strategischen Umweltplanung. Jedoch wurden planungsrelevante Analysen zum Stadtklima erarbeitet, die für entsprechende Umsetzungsplanungen den zuständigen Fachbereichen bereit gestellt werden z. B. zu städtischen Hitzeinseln, Gründefiziten und Frischluftachsen.
Zu 2:
Um die Bevölkerung für den Umgang mit extremen Hitzetagen zu sensibilisieren, informiert das Gesundheitsamt der Stadt Braunschweig über die Presse zu den Risiken und gibt Empfehlungen zum richtigen Verhalten an Hitzetagen. So wird beispielsweise empfohlen ausreichend zu trinken und körperliche Aktivitäten in die Abendstunden zu verlegen. Einrichtungen, die vulnerable Personen betreuen, wie z. B. Pflege- oder Seniorenheime, wird empfohlen Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes zu verfolgen, um sich rechtzeitig auf Hitzeperioden vorzubereiten. Darüber hinaus bestehen in der Stadt Braunschweig drei öffentlich zugängliche Trinkbrunnen, die insbesondere während der Hitzeperioden zur kostenlosen Trinkwasserversorgung zur Verfügung stehen. In diesem Zusammenhang wird geprüft, ob noch weitere Trinkbrunnen etabliert werden können.
Da das Thema Gesundheitsschutz im Hinblick auf Hitzeereignisse immer mehr an Brisanz gewinnt, wurde die diesjährige Gesundheitskonferenz dem Thema „Gesundheitsschutz in Zeiten des Klimawandels – Ideen für Braunschweig“ gewidmet. Diese Veranstaltung diente einerseits als Informationsmöglichkeit für Bürger*innen und Interessierte, andererseits bot sie aber auch die Gelegenheit eigene Ideen aktiv einzubringen und zu diskutieren. Ab Dezember wird im Rahmen der Gesundheitsregion Braunschweig und aufbauend auf die Gesundheitskonferenz eine monatlich sattfindende Veranstaltungsreihe zu vertiefenden Themen zu Gesundheit und Gesundheitsschutz in Zeiten des Klimawandels durchgeführt. Ziel ist es die Bürger*innen zu sensibilisieren und eine Stärkung ihrer Gesundheitskompetenz zu erreichen.
Zu 3:
Grünflächen können im Vorfeld nicht vor Hitze geschützt werden, es kann nur bei bestehender Dürre reagiert werden.
Die Verwaltung versucht bei langanhaltenden Trockenphasen mit allen zur Verfügung stehenden Kapazitäten die städtischen Bäume mit Wasser zu versorgen. In diesen Trockenphasen wird sich bewässerungstechnisch vor allem auf die Bäume konzentriert, da hier nicht nur Jungbäume, sondern auch ältere Bestandbäume betroffen sind. Grünflächen wie Rasen oder strauchartige Flächen bewältigen die klimatischen Verhältnisse weitestgehend ganz gut, da sie ein starkes Regenerationsvermögen aufweisen.
