Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - 22-19960

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Gründung einer Städtepartnerschaft der Stadt Braunschweig mit der Stadt Gqeberha in der südafrikanischen Region Eastern Cape wird zugestimmt.
 

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Sachverhalt

Sachverhalt:

Auf Vorschlag des Niedersächsischen Ministers für Inneres und Sport Boris Pistorius besuchte eine Delegation des Innenministeriums gemeinsam mit einer Delegation aus der südafrikanischen Provinz Eastern Cape am 2. September 2022 die Stadt Braunschweig. Die südafrikanischen Delegationsmitglieder trugen bei dieser Gelegenheit den Wunsch nach einer Städtepartnerschaft mit einer Stadt in der südafrikanischen Region Eastern Cape an die Stadt Braunschweig heran. Auch das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport würde es begrüßen, wenn die Löwenstadt Braunschweig als Sportstadt, Wissenschafts- und Industriestandort eine Partnerschaft mit einer Kommune in der Partnerregion Eastern Cape in Erwägung ziehen würde.

 

Das Land Niedersachsen pflegt seit 1995 - somit über 25 Jahre - eine Regionalpartnerschaft mit der südafrikani-schen Region Eastern Cape (Ostkap). Das Land möchte mit den Aktivitäten im Rahmen dieser Partnerschaft zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeits- und Entwicklungsziele (Agenda 2030 – Sustainable Development Goals – SDGs) beitragen und zudem eine Bleibeperspektive vor Ort fördern.

 

Die Schwerpunkte der gemeinsamen Projekte liegen in den Bereichen:

 wissenschaftliche Zusammenarbeit und qualifizierte berufliche Bildung (zum Beispiel Fahrzeugtechnik, Lehrerfortbildung, digitale Bildungsangebote),

 Jugendbegegnungen/Jugendkulturarbeit,

 Sport,

 erneuerbare Energien (Mini-Grid, Solarenergie),

 nachhaltige, ländliche Entwicklung,

 Gesundheit.

 

Die 170.000 km² große Region Eastern Cape ist die zweitgrößte von insgesamt neun Provinzen Südafrikas. Mit 6,6 Millionen Einwohnern steht die Provinz an dritter Stelle der gesamten südafrikanischen Bevölkerung. Hauptstadt des Eastern Cape ist Bhisho. Die größte Stadt ist Gqeberha (ehemals: Port Elizabeth). Für Südafrika ist Deutschland zweitwichtigster bilateraler Handelspartner; für Deutschland ist Südafrika mit einem Handelsvolumen von mehr als 15 Mrd. Euro der wichtigste Handelspartner auf dem afrikanischen Kontinent.

 

Städtepartnerschaften gehören zu öffentlichkeitswirksamen und langfristig effektiven Methoden, um Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenzuführen. Gerade in Zeiten zunehmender Globalisierung und Urbanisierung sind Städtepartnerschaften ein wirksames Mittel zur internationalen Vernetzung, die neben den Bürgerinnen und Bürgern auch die Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur der jeweiligen Städte zugutekommt.

 

Folgende Punkte sprechen dafür, eine Partnerschaft mit der Stadt Gqeberha, der größten Stadt der Region Eastern Cape, einzugehen:

 

 Mit ca. 310.000 Einwohnerinnen und Einwohnern hat Gqeberha eine mit Braunschweig vergleichbare Größe.

 

 Gqeberha ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort (drittgrößter Hafen in Südafrika, Schwerpunkt der südafrikanischen Automobilindustrie, textilverarbeitende Industrie, Tourismus). In der Umgebung sind VW, General Motors, Ford, Continental, Johnson & Johnson und etliche andere Hersteller und Zulieferer angesiedelt.

 

Eine Anfrage bei der hiesigen IHK ergab, dass viele Braunschweiger Unternehmen gerade Südafrika zukünftig als interessanten Wirtschaftsraum erschließen möchten. Einige Unternehmen unterhalten oder unterhielten bereits Wirtschaftskontakte in das Land.

 

 Die Stadt verfügt über eine sehr gute Infrastruktur (drittgrößter Seehafen Südafrikas, internationaler Flughafen, Verkehrs- und Schienenanbindung).

 

 Die Nelson Mandela Metropolitan University (NNMU) ist mit 25.000 Studierenden und sieben Fakultäten die größte Universität in Eastern Cape. Die NNMU kooperiert seit 1998 mit der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Wolfenbüttel im Bereich der Fahrzeugtechnik.

 

• Eine Kooperation mit der TU Braunschweig wird aktuell im Bereich Erziehungswissenschaften angebahnt.

 

 Gqeberha verfügt über eine reichhaltige Kulturszene.

 

Das Kulturdezernat sieht etliche Anknüpfungspunkte für einen Austausch auf kultureller Basis und begrüßt die Anbahnung einer solchen Partnerschaft. Beispielsweise hat das städtischen Museum Interesse an einer institutionellen Zusammenarbeit mit zwei dortigen Museumshäusern. Weiterhin sind Kooperationen mit dem Kunstverein, dem BBK, der Brunsviga, den WRG Studios, Jugendkunstschulen, allgemeinbilden Schulen oder Jugendfreizeiteinrichtungen denkbar.

 

 Gqeberha pflegt bislang sieben Städtepartnerschaften, darunter nur eine europäische (Göteborg, Schweden).

 

Die Gemeinsamkeiten und das große Potenzial zur Schaffung von Synergien auf wirtschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Ebene sprechen für einen Bund zwischen den beiden Städten.

 

Es wird aus diesem Grund vorgeschlagen, eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Gqeberha einzugehen.
 

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