Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - 23-20323

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschluss:


"Als zweite Veloroute wird die Wallringroute realisiert."
 

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Die Beschlusskompetenz des Ausschusses für Mobilität, Tiefbau und Auftragsvergabe ergibt sich aus § 76 Abs. 3 S. 1 NKomVG i. V. m. § 6 Nr. 2 lit. i der Hauptsatzung. Im Sinne dieser Zuständigkeitsnorm handelt es sich bei der Entscheidung über die Realisierung einer zweiten Veloroute in Braunschweig um einen Beschluss über Verkehrsplanungen, deren Auswirkungen über den Stadtbezirk hinausgehen, für die der Ausschuss für Mobilität, Tiefbau und Auftragsvergabe beschlusszuständig ist.

 

Anlass

Die Realisierung von sogenannten Velorouten ist Teil des durch den Rat beschlossenen Ziele- und Maßnahmenkatalogs „Radverkehr in Braunschweig" (DS 20-13342-02). Die Definition „Velorouten in Braunschweig" wurde im Juni 2021 beschlossen (DS 21-15699), um eine Grundlage für die Planungs- und Umsetzungsschritte zur Realisierung entsprechender Routen vorhalten zu können.

 

Maßnahme 3 sieht vor, ein Veloroutennetz zu planen und das Radverkehrsnetz zu überarbeiten. Dabei soll das Ziel verfolgt werden, die Gesamtplanung eines Radverkehrsnetzes zu erstellen, das ein hochwertiges radiales Veloroutennetz beinhaltet, das die Stadtteile möglichst direkt an die Innenstadt anbindet und darüber hinaus auch zur Vernetzung der Ortsteile beiträgt.

 

Die Planung wird mit den Inhalten des Mobilitätsentwicklungsplans (MEP) für Braunschweig abgestimmt. Der Arbeitsstand zum strategischen Hauptnetz Radverkehr wurde als Basis für das Veloroutennetz mit der DS 22-20048 vorgelegt.

 

Hintergrund

Der Auswahl der zweiten Veloroute durch die Verwaltung lagen unterschiedliche Überlegungen zugrunde:

  • Ziele- und Maßnahmenkatalog „Radverkehr in Braunschweig" (DS 20-13342-02)
  • aktueller Stand der Netzplanung des MEP (DS 22-20048)
  • Vorschläge der Radverkehrsverbände für die Realisierung von Velorouten
  • „Vorschlag für die Realisierung einer pilothaften Veloroute in Braunschweig" (DS 21-15700)
  • Strategische, verkehrsplanerische Überlegungen (MEP)
  • Tiefbaumaßnahmen in 2023/2024

 

Mit der zweiten Veloroute wird das Ziel verfolgt, eine Basis für die zukünftigen Planungen zu schaffen, um Velorouten kontinuierlich bestimmen und sinnvoll im Radverkehrsnetz etablieren zu können.

 

Wenngleich noch kein Veloroutennetz vorliegt, ist eine Festlegung auf eine Veloroute entlang des Wallrings sinnvoll. Gemäß Maßnahme 8.2 des Ziele- und Maßnahmenkatalogs ist ein Lückenschluss des Fahrradstraßennetzes entlang des Wallrings beschlossen. Das strategische Hauptnetz Radverkehr des MEP sieht entlang des Wallrings ebenfalls eine grundlegende Führung.

 

Vorschlag

Die Verwaltung schlägt die Realisierung der Wallringroute als zweite Veloroute vor.

 

Begründung

Mit der Wallringroute wird ein Start- bzw. Endpunkt geschaffen, um sowohl eine gesamthafte Erschließung der Innenstadt als auch eine Verteilfunktion des Radverkehrs zu erzielen. Die Benennung des Wallrings zur Veloroute ist daher der sachlogische Schluss zukünftiger Planungen.

 

Die Festlegung der zweiten Veloroute greift folgende Planungen und Überlegungen auf:

  • Maßnahme 8.2 „Lückenschluss beim Fahrradstraßennetz entlang des Wallrings" (vgl. DS 21-15700): entlang des Wallrings soll ein Lückenschluss vorgenommen werden, sodass ein geschlossener Ring für den Radverkehr um den Innenstadtbereich entsteht.
  • Die vorliegenden Ergebnisse des MEP bezüglich der strategischen Hauptnetze zeigen, dass der Lückenschluss des Wallrings für den Radverkehr einen erheblichen Mehrwert bringt und somit von oberster Priorität ist. Der Wallring übernimmt im Hauptnetz Radverkehr die zentrale Verteilerfunktion.
  • Aktuell erfolgen bereits erste Planungen, um die Übergänge zwischen den einzelnen Wallstraßen fahrradfreundlicher zu gestalten:
  • Verbesserung der Querungsmöglichkeit der Straße Am Wendentor entlang des Wallrings
  • Umbau der Kreuzung Celler Straße/Petritorwall und Herstellung einer verbesserten Querungsmöglichkeit für den Fuß- und Radverkehr im Verlauf Petritorwall
  • Verbesserung der Radverkehrsverbindung zwischen Theaterwall und Magnitorwall/Ehrenbrechtstraße im Bereich Steinweg/Am Theater.

 

Wenngleich es sich bei der Wallringroute nicht um eine radiale Routenführung handelt, wird sie als logische Weiterentwicklung der ersten Veloroute vom Schloss bis zum Schöppenstedter Turm eingestuft. Die Verteilerfunktion dieser Route um den Stadtkern wird als großer Mehrwert für den Radverkehr eingestuft. Bereits heute sind viele Abschnitte des Wallrings Fahrradstraßen, die von den Radfahrenden gut angenommen werden.

 

Als nächsten Schritt für den Lückenschluss gilt es insbesondere im südlichen Bereich Planungsgrundlagen zu entwickeln (siehe Anlage). Entsprechend dem Vorgehen beim Ringgleis wird der Lückenschluss kurzfristig nur durch die Nutzung des Wegesystems im Bürgerpark möglich sein. Dafür ist die Routenführung zu konkretisieren, um die teils komplexen ausstehenden Maßnahmen planen und umsetzen zu können. Mit einer Veränderung der Führung des Kfz-Verkehrs in der südlichen Innenstadt, die Gegenstand der Untersuchungen im Rahmen des Mobilitätsentwicklungsplans ist, können sich Möglichkeiten ergeben, die Veloroute mittelfristig über den Kalenwall, Bruchtorwall und Lessingplatz innenstadtnah an den Löwenwall anzubinden.

 

Insbesondere der angedachte Umbau am Löwenwall um den Höhenunterschied zu überwinden als auch die Umverteilung von Verkehrsflächen entlang der südlichen Wälle bringen planerische, technische und politische Herausforderungen mit sich.

 

Mit einem Erreichen des Lückenschlusses werden perspektivisch sinnvolle Anbindungs- und Verbindungsoptionen für die weiteren Velorouten geschaffen. Ferner wird vielen Personen ein Anreiz gegeben, für Alltagswege im Bereich der Innenstadt das Fahrrad zu nutzen.

 

Abstimmung mit den Mobilitätsverbänden

Der Ziele- und Maßnahmenkatalog sieht für die Umsetzung zahlreicher Maßnahmen Abstimmungen mit den Radverkehrsverbänden vor. Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen des Beteiligungsformates „Austausch Radverkehr“ der Vorschlag diskutiert. Die Verbände tragen den Vorschlag mit.

 

Betont wurde dabei, dass die provisorische Route, auf der heute gefahren werden kann (teilweise mit großen Umwegen durch die Grünflächen), keine langfristige Planungsoption ist, sondern nur bis zur Realisierung einer innenstadtnahen Route als Lückenschluss dienen darf.

 

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Anlagen

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Erläuterungen und Hinweise