Rat und Stadtbezirksräte
Antrag (öffentlich) - 23-20743-04
Grunddaten
- Betreff:
-
Grundsatzbeschluss: Planungen für die kombinierte Errichtung der Städtischen Musikschule Braunschweig und eines KonzerthausesÄnderungsantrag zur Vorlage 23-20743
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Antrag (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- CDU-Fraktion im Rat der Stadt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Ausschuss für Kultur und Wissenschaft
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Vorberatung
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08.03.2023
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Erledigt
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Ausschuss für Planung und Hochbau
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Vorberatung
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08.03.2023
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Erledigt
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Verwaltungsausschuss
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Vorberatung
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Erledigt
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Rat der Stadt Braunschweig
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Entscheidung
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21.03.2023
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Beschlussvorschlag
A. Der Neubau der Städtischen Musikschule mit dem 199-Sitzplatz-Konzert- und Probensaal erfolgt auf Grundlage des im Jahr 2019 beschlossenen Zukunftskonzeptes „Die Städtische Musikschule auf dem Weg zum ‚Zentrum für Musik‘“ (Drs. Nr. 19-10104-01) auf dem Gelände des Großen Hofes.
B. Zur Stärkung der Innenstadt und zur Integration des Magniviertels hierin soll das Konzerthaus mit 1.000 Sitzplätzen im Gebäude des ehemaligen Galeria Karstadt Kaufhof (Horten-Gebäude) errichtet werden. Die Verwaltung nimmt dazu umgehend Gespräche mit der Immobilieneigentümerin auf.
Gemeinsam soll ein architektonischer Wettbewerb ausgelobt werden, dessen Ziel u. a. eine transparente und offene Fassade mit Blick vom Bohlweg bis ins Magniviertel sein soll. Denkbar ist in diesem Zusammenhang sowohl ein Umbau des existierenden Gebäudes als auch ein Rück- mit späterem Neubau eines Konzerthauses. Auch eine Integration der Städtischen Musikschule (für den Fall, dass der Standort Großer Hof nicht realisierbar sein sollte) sollte vorgesehen werden. Auf jeden Fall ist zur Stärkung der Städtischen Musikschule vertraglich sicherzustellen, dass dieser ein verlässliches Terminkontingent im Konzerthaus zusteht (z.B. zur Durchführung der Musikschultage).
C. Die Verwaltung legt dem Rat schnellstmöglich und als Grundlage für weitere Arbeitsaufträge einen Kosten- und Finanzierungsplan sowie einen Umsetzungsplan mit Meilensteinen – für deren Erarbeitung vorrangig auf externen Sachverstand zurückgegriffen wird – vor.
Im Rahmen der Planungen für den Neubau der Städtischen Musikschule auf dem Großen Hof wird die Integration des Atelier-Förderprogramms in Form einer baulichen Kombination von Musikschule und Atelierhaus geprüft.
Sachverhalt
Sachverhalt:
Wir begrüßen die Initiative für ein Konzerthaus und den dringend benötigten Neubau der Städtischen Musikschule grundsätzlich sehr. Allerdings sehen wir diese kulturellen Leuchttürme nicht zwingend im Bahnhofsquartier und auch nicht unbedingt in einem kombinierten Baukörper – denn es bestehen deutliche Optimierungsmöglichkeiten. Unsere Innenstadt hat nicht erst seit Corona große Probleme. Deshalb muss, sobald sich die Möglichkeit ergibt, ein Standort in der Innenstadt immer prioritär behandelt werden. Das war im bisherigen Innenstadtdialog auch stets die Position der Verwaltung. Zudem fehlt ein veritabler Kosten- und Finanzierungsplan für den jetzt vorliegenden Beschlussvorschlag.
Bevor ein Votum über das vorgeschlagene geplante Konzerthaus mit integrierter Städtischer Musikschule am Viewegs Garten konkret besprochen werden kann, muss die Verwaltung zunächst dezidiert ermitteln, was das kosten und wie das finanziert werden soll. Inzwischen kursieren viele Zahlen in der öffentlichen Debatte. Der Rat braucht aber belastbare Aussagen, für eine fundierte Auseinandersetzung. Besonders vor dem Hintergrund der ohnehin angespannten Finanzlage der Stadt mit perspektivisch prognostizierten Schulden in Höhe von 1.000.000.000 Euro und den gegenwärtig dramatisch steigenden Baukosten. Erst in der letzten Sitzung des Ausschusses für Mobilität, Tiefbau und Auftragsvergaben am 3. März hatte die Verwaltung in Form einer Mitteilung über die Entwicklung in den letzten Jahren berichtet (vgl. DS.-Nr. 23-20682).
Der Standort am Bahnhof, außerhalb der Innenstadt, stößt auch in der öffentlichen Debatte nicht auf ungeteilte Zustimmung. Seit Jahren wird ein breiter Innstadtdialog geführt, in dem ausgelotet wird, wie die Innenstadt wieder stärker belebt werden kann. Der von der Verwaltung favorisierte Standort führt eben nicht zu einer Belebung der Innenstadt, sondern zieht sie förmlich weg. Deshalb favorisiert unter anderem auch der Arbeitsausschuss Innenstadt in einer aktuellen Pressemitteilung den von uns vorgeschlagenen Standort im Gebäude des ehemaligen Galeria Karstadt Kaufhof (vgl. https://aai-bs.de/allgemein/pressemitteilung-arbeitsausschuss-innenstadt-braunschweig-e-v-begruesst-das-haus-der-musik/; zuletzt abgerufen am 6. März um 16.50 Uhr) und andere Stellungnahmen (u. a. der IHK) treffen zum Standort bewusst keine Aussage.
Vorstellbar wäre ein Umbau des existierenden Gebäudes oder auch ein Rück- mit späterem Neubau eines Konzerthauses. In entsprechenden Gesprächen mit der Immobilieneigentümerin und über einen architektonischen Wettbewerb soll die beste Lösung für die Unterbringung des Konzerthauses, aber auch die seit Langem erwartete Verbindung vom Magniviertel mit der Innenstadt gefunden werden. Für eine transparente und offene Fassade mit Blick vom Bohlweg bis ins Magniviertel können sicherlich auch die Studierenden der HBK einen wichtigen Beitrag leisten.
Der schwierige bauliche Zustand der Musikschule ist seit Jahren bekannt. Wir wollen deshalb, dass der Neubau auf jeden Fall realisiert wird, damit auch kommenden Generationen von Schülerinnen und Schülern der Zugang zur Musik ermöglicht wird. Die Städtische Musikschule, die bislang auf drei Standorte verteilt ist, kann also einen Neubau auf dem Gelände des Großen Hofs (ehemalige Markthalle) und somit ebenfalls in der Innenstadt erhalten. Im Zuge des Neubaus sollte das vorliegende Atelier-Förderprogramm in Form einer baulichen Kombination von Musikschule und Atelierhaus umgesetzt werden, um den Kunst- und Kulturstandort Braunschweig weiter zu stärken. Die hierfür notwendigen finanziellen Mittel sind eine zielführende Investition in die Innenstadtbelebung und sind mit einem potenziellen Investorenmodell für das Konzerthaus weitaus weniger herausfordernd für den städtischen Haushalt.
