Rat und Stadtbezirksräte
Stellungnahme - 23-20791-01
Grunddaten
- Betreff:
-
Neue Städtische Musikschule: Raumbedarf und Synergieeffekte berücksichtigt?
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- 41 Fachbereich Kultur und Wissenschaft
- Beteiligt:
- DEZERNAT IV - Kultur- und Wissenschaftsdezernat
- Verantwortlich:
- Dr. Hesse
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Kultur und Wissenschaft
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zur Kenntnis
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08.03.2023
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Die Kulturverwaltung zur o.g. Anfrage der BIBS-Fraktion im Rat der Stadt Braunschweig (Drs. Nr. 23-20791) wie folgt Stellung:
Zu 1:
Die für das Konzept „Die Städtische Musikschule Braunschweig auf dem Weg zum Zentrum für Musik“ (Drs. Nr. 19-10104) zugrunde gelegten SchülerInnenzahlen entsprechen dem Ermittlungsstand 2018/2019. Zur Konkretisierung der baulichen Planungen werden die zu erwartenden SchülerInnenzahlen evaluiert, um den erforderlichen Nutzendendbedarf prospektiv zu kalkulieren. Berücksichtigt werden der Bevölkerungsanstieg aufgrund von Geburtensteigerungen sowie der statistisch zu erwartende Zuzug.
Aktuelle städtische Hochrechnung zum Bevölkerungsanstieg vom 18. März 2021:
Die Gesamtbevölkerungszahl Braunschweigs wird sich von 2019 (251.551) bis 2035 voraussichtlich um insgesamt rund + 3.200 auf 254.800 Einwohnerinnen und Einwohner erhöhen (+ 1,3 %).
Altersstrukturell zeigen sich die größten Veränderungen in den nächsten Jahren vor allem in einer Zunahme der Zahl von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren:
Die Zahl der 0 – 20 Jährigen wächst von 2019 bis 2035 um rund 3.400 Kinder und Jugendliche an.
Zu 2:
Der Verwaltungsausschuss hat im Jahr 2019 das Zukunftskonzept „Die Städtische Musikschule auf dem Weg zum `Zentrum für Musik´“ (Drs. Nr. 19-10104-01) beschlossen.
Im Zuge der Konzepterstellung (2018/2019) wurden die Anforderungen an eine zeitgemäße und zukunftssichere Musikschule für die Stadt Braunschweig erarbeitet.
Dieses Raumprogramm bildete die Basis für die Machbarkeitsstudie des Büros Prof. Jörg Friedrich | Studio PFP GmbH und wurde abzüglich der Räume, deren Nutzung gemeinsam erfolgen soll und die dem Konzerthaus zugeschlagen wurden, 1:1 für die Entwicklung der Kubaturen zur Standortuntersuchung herangezogen.
Dieses Raumprogramm wird im Zuge der Vorbereitung eines Architekturwettbewerbs noch einmal überprüft und gegebenenfalls entsprechend dann aktuellerer Bedarfsanalysen überarbeitet. S. Antwort zu Frage 1.
Zu 3:
Die von der Verwaltung in ihrer Vorlage skizzierten Synergieeffekte lassen sich wie folgt ergänzen; grob skizziert sind es drei Bereiche der Synergien: inhaltliche, bauliche sowie infrastrukturelle.
- Inhaltlich
- Unmittelbare Begegnung zwischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen der professionellen Klangkörper und Akteure. Vorbildcharakter, Inspiration und Prägung; Podium und Unterricht an einem Ort; Lernort.
- Diversität
Das Publikum wird durch den kontinuierlichen Betrieb (Unterricht in der Musikschule und abendliche Konzertveranstaltungen) diverser. Es entsteht ein sog. Dritter Ort, der heterogene Besuchendengruppen zusammenführt; ein lebendiger Kulturort.
- Gemeinsame Projekte
Neue Konzertformate, Musikvermittlung für jedes Alter; Kooperationsprojekte u.a. mit dem Staatsorchester, Jugend-Sinfonie-Orchester, Domsingschule, freie Szene; Großprojekte z.B. mit Ensembles und Bands; Effekte der Vernetzung.
- Nachwuchsförderung
Von niedrigschwelligen Angebotem bis hin zur Exzellenzförderung (vgl. Sport: Leistungszentrum); pädagogische Impulse, Workshops, Fachtagungen.
- Profilierung des Quartiers,
Nutzungsmischungen und kultureller Mittelpunkt.
- Infrastrukturell
- Errichtung eines Gebäudes auf einem Grundstück ist effizienter als an zwei Standorten.
- Prognostizierte Einsparungen etwaiger Baukosten von 10 bis 15% für ein Gebäude statt für zwei; Erschließungskosten an nur einer Stelle.
- Betriebliche und organisatorische Effekte
- Kooperative Konzertsaalnutzung beider Komplexe.
- Gemeinsame Nutzung von Equipment und Know-how
Großprojekte vor Ort mit geringerem Aufwand möglich und attraktiv; Wegfall von Transporten und Lagerengpässen; gegenseitige Unterstützung.
- Personelle und digitale Synergien
Ressourcenschonung; moderner Betrieb (z.B. Haustechnik, Raumpflege).
- Förderquellenadressierung
Verbesserung der Drittmittelbeschaffung durch einen Standort.
