Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Anfrage (öffentlich) - 23-20732

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Sachverhalt

Sachverhalt:
Demenz ist eine schwerwiegende Erkrankung im Alter: Rund 1,8 Millionen Menschen sind allein in Deutschland betroffen. In Braunschweig sind vermutlich etwa 5.600 Menschen an Demenz erkrankt. Betroffen sind natürlich nicht nur die Erkrankten selbst, sondern ihre gesamte Familie. Man kann also davon ausgehen, dass rund 10 % der Braunschweiger Bevölkerung von Demenz und den Auswirkungen dieser tückischen Krankheit betroffen sind – Tendenz leider weiter steigend (vgl. hierzu u.a. die Antworten der Verwaltung auf die entsprechende Anfrage der CDU-Fraktion 20-14687).

Die Verläufe von demenziellen Erkrankungen können sehr unterschiedlich sein. Die Krankheit ist nicht heilbar.

Betroffene und ihre Familien finden in Braunschweig u.a. Hilfe bei der Alzheimer Gesellschaft, der Gerontopsychiatrischen Beratungsstelle Ambet e.V., Hausärzten und Neurologen. Leider gibt es derzeit keine Ambulanz für medizinische Demenzdiagnostik. Derartige Einrichtungen, Gedächtnisambulanzen oder Gedächtnissprechstunden sind Abteilungen in Krankenhäusern, die auf Kognitionsstörungen spezialisiert sind. Dort klären Fachärztinnen und -ärzte die Ursache für eine Vergesslichkeit ab. Das kann unter anderem Alzheimer oder eine andere Form der Demenz sein. Im Anschluss an diese Diagnose wird eine passende Behandlung konzipiert und Patienten und Angehörige werden entsprechend beraten.

Wenn betroffene Braunschweigerinnen und Braunschweiger eine derartige Ambulanz suchen, können sie auf der Seite der Alzheimer Gesellschaft Deutschland in einer bundesweiten Datenbank nach einer Gedächtnisambulanz in der Nähe von Braunschweig suchen. Erst im Umkreis von 100 km wird man dabei auf Hannover, Göttingen oder Magdeburg hingewiesen. Das bedeutet, dass nicht nur Braunschweiger und Braunschweigerinnen, sondern auch Betroffene aus dem Braunschweiger Umfeld weite Wege auf sich nehmen müssen, um eine Diagnostik zu erhalten. Das stellt gerade für Menschen mit dieser Erkrankung eine besondere Härte und Herausforderung dar. Angesichts der Tatsache, dass unser Klinikum über eine Fachabteilung Geriatrie verfügt, wäre es nur konsequent, hier ebenfalls eine Abteilung für medizinische Demenzdiagnostik anzusiedeln. Denn unser aller Ziel muss es sein, betroffene Braunschweiger Bürgerinnen und Bürger ortsnah zu betreuen.


Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung:

1. Was müsste für eine Abteilung „medizinische Demenzdiagnostik“ an zusätzlicher Infrastruktur bereitgestellt werden?

2. Welche Gespräche hat es bereits mit der Pflegekonferenz und dem sozialpsychatrischen Verbund der Stadt Braunschweig sowie allen weiteren Institutionen, die die Umsetzung dieses Vorhabens zustimmend unterstützen müssten, gegeben?

3. Welche Schritte wird die Verwaltung nach Absprache mit dem Klinikum als Nächstes unternehmen, um eine derartige Einrichtung am Klinikum zu installieren?

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