Rat und Stadtbezirksräte
Anfrage (öffentlich) - 23-20915
Grunddaten
- Betreff:
-
Nach Straßenbahnunglück an der Luisenstraße Schulwege sicherer machen!
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Anfrage (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- Fraktion BIBS im Rat der Stadt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Ausschuss für Mobilität, Tiefbau und Auftragsvergaben
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zur Beantwortung
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04.04.2023
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Sachverhalt
Sachverhalt:
In der zweiten Märzwoche ereignete sich an der Tram-Haltestelle Luisenstraße ein schwerer Unfall, in dessen Folge ein 11-jähriges Kind von der Straßenbahn erfasst und darunter gezogen wurde. Das Kind überlebte das Unglück schwerstverletzt dank der schnellen und beherzten Rettung der Einsatzkräfte. Viele weitere Schulkinder wurden Zeugen des Unfalls und mussten seelsorgerisch betreut werden.
Der genaue Hergang des Unfalls ist noch Gegenstand von Ermittlungen, jedoch berichtete die Braunschweiger Zeitung kurze Zeit später von den allgemeinen Sicherheitsrisiken, die sich an der Haltestelle Sophienstraße befinden und in Zukunft weitere Unfälle auslösen könnten.
So gibt es einen tief eingeprägten Trampelpfad über das Rasengleis an der Ausfahrt der Haltestelle in Richtung der Weststadt. Die schiere Breite des Trampelpfads und der Umstand, dass der Pfad auf einer Breite von fast 2 Metern nicht mehr bewachsen ist, beweist, wie viele Menschen diese Stelle tagtäglich als Abkürzung und Übergang über die Luisenstraße nutzen (siehe anhängendes Foto). Dabei besteht nicht nur das Risiko eines erneuten Unglücks mit einer Straßenbahn, auch der starke Autoverkehr stadtaus- und stadteinwärts auf beiden Seiten der Luisenstraße birgt ein enormes Gefahrenpotenzial.
Der Autor des BZ-Artikels besuchte den Unglücksort und stellte fest, dass schon 2 Tage nach dem Unfall der Trampelpfad erneut rege genutzt wurde. Auf Nachfrage bestätigte eine anwesende Schülerin, dass dies alle Schüler*innen tun würden.1 Natürlich ist allen Nutzer*innen dieses Überwegs eigentlich klar, dass sich circa 20 Meter weiter ein offizieller Übergang mit Ampelanlage befindet. Die Chance, dass vor allem Jugendliche und Kinder das Risiko falsch einschätzen und in Eile oder um schnell nach der Schule nach Hause zu kommen, doch die gefährliche Abkürzung nutzen, ist hoch.
Im Zeitungsartikel wird von „zahlreichen Wegebeziehungen“ gesprochen, die „dazu verleiten können, den direkten Fußweg an der Unglücksstelle über die Schienen zu nehmen.“2 So wird eine schmale Linie aus Pflastersteinen zwischen den Bahnsteigen oft als vermeintlicher Übergang genutzt. Auf Nachfrage der BZ gibt die BSVG jedoch an, aktuell keinen Handlungsbedarf an der Straßenbahnhaltestelle Luisenstraße zu sehen.3
Eine Befragung von VCD und dem Verband Bildung und Erziehung zeigt, dass Eltern besondere Schulwegrisiken bei Überquerungen sehen und sich dringend eine infrastrukturelle Verbesserung und mehr sichere Überquerungsmöglichkeiten wünschen.4 Dazu zählt auch, dass besonders einladende Möglichkeiten, eine Straße oder Schienen abseits der offiziellen Wege zu überqueren, bestmöglich beseitigt werden müssen. Der Trampelpfad an der Luisenstraße ist der Beweis, dass dieser extrem häufig und seit Jahren aus Gewohnheit genutzte Überweg die Kinder dazu verleitet, ihr Wissen über sichere Wege außer Acht zu lassen und die Risiken zu unterschätzen, weil es ja ‘alle so machen‘. Nur über Gefahren aufklären, reicht also nicht aus.
Um Elterntaxis zu vermeiden, Kinder und Jugendliche in ihrer Eigenständigkeit zu unterstützen und ihre Sicherheit zu gewährleisten, ist die Stadt Braunschweig in der Verantwortung, solche Gefahrenquellen durch z.B. bauliche Veränderungen zu minimieren.
Daher fragen wir:
1. Welche Veränderungen und Maßnahmen sind an der Haltestelle Luisenstraße geplant, um die gefährliche Nutzung des Trampelpfads über die Gleise und die viel befahrene Straße zu verhindern?
2. Wie stellt die Verwaltung sicher, dass alle weiteren Braunschweiger Bus- und Straßenbahnhaltestellen besonders für Schüler*innen und Jugendliche auf dem Schulweg weniger Gefahren bergen?
3. Welche Haltestellen in Braunschweig bergen die höchsten Risiken besonders in Zeiten des Schüler*innenverkehrs laut der aktuellen Unfallstatistik?
1 vgl.Noske, Henning (09.03.2023): Trampelpfad: Gefahr an Haltestelle Luisenstraße in Braunschweig, in Braunschweiger Zeitung Online, https://www.braunschweiger-zeitung.de/braunschweig/article237844639/Trampelpfad-Gefahr-an-Haltestelle-Luisenstrasse-in-Braunschweig.html
2 ebd.
3 vgl. ebd.
4 vgl. Deutsches Kinderhilfswerk (o.D): Umfrage zur Mobilität von Schülerinnen und Schülern. Schulwege sicherer gestalten, https://www.dkhw.de/schwerpunkte/spiel-und-bewegung/politische-arbeit/umfrage-sicherer-schulweg/
Anlagen
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(wie Dokument)
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965,3 kB
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