Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Stellungnahme - 23-21108-01

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Sachverhalt

Sachverhalt:


Zur Anfrage der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN vom 12.04.2023 nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung:

 

Die Verwaltung plant Radverkehrsanlagen so, dass diese ganzjährig genutzt werden können. Dies zeigt sich dadurch, dass auf Höhenunterschiede im Verlauf der Radwege und auch bei den seitlichen Begrenzungsstreifen verzichtet wird, um eine mechanische Räumung von Schnee zu ermöglichen.

 

Das auf die Straßen und Wege fallende Niederschlagswasser ist grundsätzlich nach Wasserhaushaltsgesetz und den entsprechenden Richtlinien bis zu einer gewissen Verkehrsbelastung (15.000 Kfz/Tag) geeignet, in Baumscheiben durch eine belebte Bodenzone versickert zu werden und damit eine gewisse automatische Bewässerung der Baumscheiben sicherzustellen. Ein Pilotprojekt dazu wird derzeit in der Tannenbergstraße/ Tilsitstraße realisiert. Es handelt sich um neu zu pflanzende Bäume in ausreichend großen Baumscheiben. Dort soll das Wasser der Straße vorrangig in den Baumscheiben versickert werden. Vor dem Hintergrund der Anfrage wären solche Ansätze zukünftig problematisch, wenn das Einleiten von salzhaltigen Schmelzwässern im Winter in die Baumscheiben in jedem Fall zu verhindern wäre.

 

Beim Salzeintrag in Baumscheiben muss zwischen Bäumen und Baumscheiben des Bestandes und geplanten Bäumen in deutlich größeren Baumscheiben unterschieden werden.

 

hrend das zukünftige Einleiten von Regenwasser der Gossen von neu zu planenden baumbestandenen Straßen mit einer Verkehrsbelastung von <15.000 Kfz/Tag als weitgehend unproblematisch eingeschätzt wird,re das im Bestand (Erhalt der Bäume in Falle einer Straßensanierung) aus Sicht der Bäume nicht möglich. Bei neu zu planenden bzw. zu sanierenden Straßen kann man mit modernen Substraten unter der Beimischung von Pflanzenkohle sowie im Bedarfsfalle der Verwendung salztoleranter Klimabaumarten (z.B. Ungarische Linde, Gleditsie) die betroffenen Baumstandorte entsprechend ausrüsten.

 

Auf Radwegen, die bestehende (oftmals zudem viel zu kleine) Baumstandorte tangieren, wäre die Verwendung von Streusalz für dort stehende ume ein zusätzlicher Schadfaktor. Auf die Verwendung von Streusalz auf Radwegen in Bestandssituationen ohne Schutzmaßnahmen für die Bäume sollte deshalb im Interesse der Bäume eher verzichtet werden.

Ein Einbau von Borden, um den Eintrag von Salz in die Baumscheiben zu verhindern, ist bei Bestandsumen im Kronentraufbereich nicht ohne Wurzelschädigungen möglich. Deshalb sollte auch darauf verzichtet werden.

 

Vor dem Hintergrund dieser fachlichen Einschätzung beantwortet die Verwaltung die Anfrage wie folgt:

 

Zu 1.: Aufgrund der Schädigung von Bäumen (Schwammstadt), wird die Verwendung von Taumitteln kritisch gesehen. Bei Extremwetterlagen scheint es sinnvoll und es ist abhängig von der Ausgestaltung der Baumscheiben und Baumart.

 

Zu 2.: Velorouten müssen in das Winterdienstprogramm aufgenommen werden. Nötigenfalls sind Taumittel einzusetzen.

 

Zu 3.: Die Verwaltung verfolgt den Ansatz der Schwammstadt. Als neue Bäume werden verstärkt salztolerante Klimabaumarten (z. B. Ungarische Linde, Gleditsie) gepflanzt.

 

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