Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Anfrage (öffentlich) - 23-21296

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Sachverhalt

Sachverhalt:

Nach langer „Amnesie“ beginnt in Deutschland langsam die Aufarbeitung der Kolonialzeit. Auch hier in Braunschweig wird sich nun Schritt für Schritt mit der eigenen kolonialen Vergangenheit und den geschehenen Verbrechen beschäftigt.

 

So trat das städtische Museum Braunschweig im letzten Jahr in den Dialog mit dem Staat Namibia und Vertreter*innen des Clans der Ovambanderu, um einen in der ehemalig deutschen Kolonie Südwestafrika geraubten Patronengurt des Kahimemua Nguvauva, eines Stammesführers der Ovambanderu, zurückzugeben.[1]

 

Auch beim Umgang mit kolonialen Relikten und Denkmälern im öffentlichen Raum ist die Stadt auf dem richtigen Kurs der künstlerische Wettbewerb zur Auseinandersetzung mit dem Kolonialdenkmal in der Jasperallee ist dafür der beste Beweis. Sechs Künstler*innen aus vormals kolonialisierten Ländern reichten ihre Entwürfe zur ‚Dekolonialisierung des öffentlichen Raums und Auseinandersetzung mit dem Denkmal an der Jasperallee ein, wurden im Zuge einer Ausstellungseröffnung nach Braunschweig geladen und durften ihre Arbeiten präsentieren.[2]

 

Damit bildet das Projekt einen wichtigen Leuchtturm im antirassistischen und antikolonialistischen Diskurs und ist richtungsweisend für den künftigen Umgang mit der kolonialen Vergangenheit in Braunschweig. Denn noch immer besteht an vielen Orten Aufarbeitungsbedarf.

 

Daher fragen wir:

  1. Welche aktuellen Pläne hat die Stadt, die kolonialgeschichtlichen Hintergründe des Gedenksteins am Roseliesquartier kritisch zu beleuchten und den Diskurs öffentlich sichtbar zu machen?
  2. Welche Erkenntnisse des Aufarbeitungsprozesses innerhalb des genannten künstlerischen Wettbewerbs können auf andere kolonialgeschichtlich belastete Denkmäler in Braunschweig angewendet werden?
  3. Welche kolonialen Denkmäler und Relikte im öffentlichen Raum in Braunschweig werden in welchem zeitlichen Rahmen künftig im Aufarbeitungsprozess berücksichtigt?

[1] vgl. Schons, Donna (15.09.2020): Kolonialismusdebatte. Geschenkt oder geraubt?, in: Monopol. Magain für Kunst und Leben, https://www.monopol-magazin.de/geschenkt-oder-geraubt-kunst-kolonialismus-afrika-namibia-museum-braunschweig [entnommen am 09.05.23]

[2] vgl. Stadt Braunschweig (28.12.22): Umsetzung Künstlerischer Wettbewerb Kolonialdenkmal, Ds.22-20276

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