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Mitteilung - 23-21444

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Eine im Braunschweiger Stadtarchiv verwahrte Urkunde gehört ab sofort zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Der Exekutivrat der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Paris hat sie als Weltdokumentenerbe in das internationale Register "Memory of the World" aufgenommen. Bei dem Dokument von 1476 handelt es sich um eine so genannte „Tohopesate“, das heißt einen Bündnis- und Hilfeleistungsvertrag zwischen 19 Hansestädten, darunter Braunschweig, geschlossen zur Verteidigung der Handelsinteressen gegen politische oder militärische Gegner. Die Urkunde ist Bestandteil einer Auswahl von insgesamt 17 Dokumenten zur Geschichte der Hanse aus sechs Ländern, die gemeinsam in das Register eingeschrieben wurden. Vertreten sind neben dem Stadtarchiv Braunschweig die Staats- bzw. Stadtarchive in Lübeck, Bremen, Hamburg, Köln und Stralsund sowie Partnereinrichtungen in Belgien, Dänemark, Estland, Lettland und Polen.

Die UNESCO hat damit einem Antrag stattgegeben, den die Hansestadt Lübeck 2017 federführend mit Unterstützung der Deutschen UNESCO-Kommission in Bonn erstellt hatte und der im November 2021 bei der UNESCO in Paris eingereicht worden ist.

Mit der Entscheidung werden einzigartige Urkunden und Aufzeichnungen Teil des Weltdokumentenerbes. Sie stehen exemplarisch für das Wesen und die Geschichte der Hanse, die über 600 Jahre die Geschichte Nordeuropas prägte. Insgesamt rund 200 Städte gehörten ihr im Laufe dieser Zeit an. Über herrschaftliche, kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg formierten die Städte und Kaufleute ein weitgedehntes Handelsnetzwerk. Die hansischen Wirtschaftsbeziehungen führten auch zu kulturellem Austausch in Sprache und Architektur, Kunst und Recht. Dadurch beförderte die Hanse auch das vornationale Zusammenwachsen von Regionen und Menschen. In ihrer Gesamtheit dokumentieren die Archivdokumente das einzigartige historische Phänomen Hanse.

Die Stadt Braunschweig war über Jahrhunderte hinweg im hansischen Kontext aktiv. Um ihre handelswirtschaftlichen Interessen zu sichern, gingen die Braunschweiger im 14. und 15. Jahrhundert zahlreiche Bündnisse im Rahmen der Hanse ein. Ein solcher Vertrag ist auch die jetzt unter den Schutz der UNESCO gestellte „Tohopesate“ von 1476.

Eine öffentliche Präsentation der Hanse-Urkunde ist vorgesehen, wenn die offizielle Mitteilung der UNESCO aus Paris eingetroffen ist.

 

 

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