Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - 23-21254

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschluss:

 

Der Verlegung sogenannter Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig im öffentlichen Straßenraum vor dem in der Vorlage bezeichneten Grundstück wird zugestimmt.

 

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Gemäß § 93 Abs. 1 Ziffern 5 und 10 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes (NKomVG) in Verbindung mit § 16 Abs. 1 Ziffer 8 der Hauptsatzung der Stadt Braunschweig vom 8. November 2011 in der derzeit geltenden Fassung entscheiden die Stadtbezirksräte über die Aufstellung von Kunstwerken. Vorliegend handelt es sich bei der Verlegung sogenannter Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig um derartige Kunstwerke. Entsprechend dem Konzept des Projektes Stolpersteine enthalten jeweils neu zu verlegende Steine den Namen der Opfer des Nationalsozialismus sowie kurze Angaben zum Geburtsjahr und zum jeweiligen Schicksal.

 

Der Verein „Stolpersteine für Braunschweig e. V.“ hat die folgenden Daten zu den Personen ermittelt und der Verwaltung mitgeteilt:

 

 

fenstraße 10

 

Heinrich Waltemate

Geboren: 02.01.1909 in Braunschweig.  

Lebenslauf/Schicksal: Die Eltern von Heinrich (Hermann Waltemate und Anna Waltemate, geb. Kasten) stammten aus Braunschweig. Er hatte zwei jüngere Geschwister, Otto und Gerda. Heinrich heiratete am 14.02.1931 Martha Waltemate, geb. Meyer. Aus der Ehe gingen keine Kinder hervor.

Ausbildung/Beruf: Heinrich besuchte die Volksschule in Braunschweig. Danach absolvierte er eine Ausbildung und Gesellenprüfung als Vulkaniseur. Bis nachweislich mindestens 1930 war er bei der Firma Ludwig Rochga, in der Husarenstraße, angestellt. Heinrich war ab 1931 vermutlich arbeitslos.

Wohnort: fenstraße 10, 38118 Braunschweig

Grund der Verfolgung: Er wurde als Mitglied der KPD am 09.08.1933 verhaftet und zu sechs Jahren und sechs Monaten Gefängnishaft verurteilt.

Verfolgung: Seine Haft ging vom 09.08.1933 bis 1939. Am 22.06.1939 wurde Heinrichs Freiheitsstrafe aufgrund einer Haftpsychose aufgehoben. Daraufhin wurde er in Kranken- und Heilanstalten in Lippstadt und Königslutter eingewiesen. Am 12.06.1941 wurde er in die Tötungsanstalt Bernburg transportiert, wo er auch am gleichen Tag ermordet wurde.

Verlegungsort: fenstraße 10

Grund der Verlegung: Stolperstein als politisch Verfolgter. Recherche durch „Die Falken“ aufgrund der Nachfrage eines Jugendlichen aus Lehndorf. Dieser hatte sich einen Stolperstein in oder in der Nähe von Lehndorf gewünscht.

 

Martha Waltemate, geb. Meyer

Geboren: 07.11.1901 in Braunschweig  

Lebenslauf/Schicksal: Martha heiratete am 14.02.1931 Heinrich Waltemate und wohnte mit ihm in der Höfenstraße 10 in Braunschweig. Nach Heinrichs Verhaftung sah sie ihn nie wieder. Später zog sie in die Ernst-Amme-Straße 14 und in die Pfingststraße 3 in Braunschweig.

Ausbildung/Beruf: Sie war Arbeiterin. Aufgrund einer Krankheit wurde sie arbeitsunfähig und war sodann als Hausfrau tätig.

Wohnort: fenstraße 10, 38118 Braunschweig

Grund der Verfolgung: Sie war Mitglied der KPD.

Verfolgung: Martha befand sich im Jahr 1933 für ca. sechs Wochen in Strafhaft aufgrund von „illegaler Arbeit“r die KPD.

Verlegungsort: fenstraße 10

Grund der Verlegung: Stolperstein als politische Verfolgte. Recherche durch „Die Falken“ aufgrund der Nachfrage eines Jugendlichen aus Lehndorf. Dieser hatte sich einen Stolperstein in oder in der Nähe von Lehndorf gewünscht.

 

 

Tuckermannstraße 6

 

Walter Maaß

Geboren: 25.08.1912 in Wangerin

Lebenslauf/Schicksal: Walter Maaß ging auf die Volksschule Sophienstraße und auf die Mittelschule Sidonienstraße in Braunschweig. Er war im Jugendalter Mitglied bei den „Roten Falken“. Maaß war ab 1933 Teil der Widerstandsgruppe um Hermann Schade und August Merges. Er lebte ab Anfang 1944 mit bleibenden Schäden aufgrund einer Verwundung wieder in Braunschweig. Nach dem Krieg arbeitete er mit gesundheitlichen Einschränkungen wieder als Maler und Grafiker bis zur Verrentung im Jahr 1974.

Ausbildung/Beruf: Er war Maler und Grafiker.

Wohnort: Tuckermannstraße 6, 38118 Braunschweig

Grund der Verfolgung: Er wurde politisch verfolgt.

Verfolgung: Maaß wurde im April 1935 in Oslebshausen, Bremen, für zweieinhalb Jahre inhaftiert. Danach befand er sich für 13 Monate in „Schutzhaft“ in Rennelberg. Zum Kriegsbeginn wurde er zur Arbeit in der Industrie verpflichtet. Walter Maaß war ab November 1942 im „Bewährungsbatallion 999“tig. Im April 1943 wurde er verwundet und befand sich daraufhin bis Dezember 1943 in der stationären Behandlung im katholischen Krankenhaus in München-Nymphenburg.

Verlegungsort: Tuckermannstraße 6

Grund der Verlegung: Stolperstein als politisch Verfolgter. Recherche durch „Die Falken“ aufgrund der Nachfrage eines Jugendlichen aus Lehndorf. Dieser hatte sich einen Stolperstein in oder in der Nähe von Lehndorf gewünscht.

 

 

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