Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - 23-21360

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschluss:

An der Technikakademie der Stadt Braunschweig (TAB) wird mit Wirkung zum Schuljahresbeginn 2023/2024 die Fachrichtung Fahrzeugtechnik gem. § 106 Abs. 1 Niedersächsisches Schulgesetz (NSchG) eingerichtet.

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Sachverhalt

Sachverhalt:

Die TAB, bei der es sich um eine Fachschule Technik handelt, hat auf der Grundlage eines entsprechenden Schulvorstandsbeschlusses vom 8. Juni 2022 die Einrichtung der Fachrichtung Fahrzeugtechnik mit Beginn des Schuljahres 2023/2024 beantragt. An der TAB werden zurzeit schon die Fachrichtungen Elektrotechnik, Informatik, Maschinentechnik und Mecha-tronik geführt. Nach der Verordnung über berufsbildende Schulen (BbS-VO) ist es möglich, an einer Fachschule Technik auch die Fachrichtung Fahrzeugtechnik zu führen.

 

Die Fachrichtungen Elektrotechnik, Maschinentechnik und Mechatronik werden in der Tagesform/Vollzeitform, der fachrichtungsübergreifende Schwerpunkt Industrie 4.0 in der Teilzeitform angeboten. Die Fachrichtung Fahrzeugtechnik richtet sich an Interessentinnen und Interessenten der Vollzeit- und Teilzeitform und dauert in Vollzeitform zwei Jahre und in Teilzeitform vier Jahre. Voraussetzung für den Besuch der Fachschule Technik in der Fachrichtung Fahrzeugtechnik ist der Sekundarabschluss I - Realschulabschluss oder ein gleichwertiger Abschluss und in der Regel eine erfolgreich abgeschlossene berufliche Erstausbildung in einem der Fachrichtung entsprechenden einschlägigen Beruf und eine mindestens einjährige entsprechenden Berufstätigkeit. Zu den einschlägigen Erstausbildungen zählen beispielsweise die Ausbildungen zum/zur Kraftfahrzeugmechaniker/in und -mechatroniker/in oder auch zum/zur Land- und Baumaschinenmechatroniker/in sowie zum/zur Zweiradmechatroniker/in. Mit dem Abschluss des Bildungsganges wird die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Fahrzeugtechnik bzw. Staatlich geprüfter Techniker Fachrichtung Fahrzeugtechnik“ vergeben. Außerdem wird die Fachhochschulreife erworben.

 

Das neue Angebot an der TAB soll in Kooperation mit der Heinrich-Büssing-Schule, Berufsbildende Schulen Technik Braunschweig (HBS), angeboten werden. Dort wird teilweise die Erstausbildung in den vorgenannten Berufen angeboten und die Schule kann die Auszubildenden über den neuen Berufsweg als Techniker/in in der Automobilindustrie informieren und ihr über die reine Berufsausbildung hinausgehendes Fahrzeugtechnik-Knowhow und die umfangreichen Labormöglichkeiten durch Test- und Prüfstände sowie entsprechende Lernträger/reale Fahrzeuge in die Kooperation einbringen.


Befragungen der Absolventinnen und Absolventen einerseits und Ergebnisse der alljährlich an den Partnerfirmentagen und Projektpräsentationstagen der TAB geführten Unternehmensgesprächen zeigen, dass jetzt schon ein sehr hoher Bedarf an Staatlich geprüften Technikerinnen und Technikern mit fundierten fahrzeugtechnischen Kenntnissen besteht. Dieser wird aufgrund fehlenden Angebots aktuell nicht befriedigt und wird in den nächsten Jahren noch steigen. Insbesondere die vielen Ingenieurgesellschaften und Entwicklungsdienstleistungsfirmen, die neben Volkswagen, MAN, Alstom und Bosch in der Region Wolfsburg-Braunschweig-Salzgitter hinsichtlich der industriellen Orientierung ausgesprochen stark am Thema Mobilität und Fahrzeug ausgerichtet sind, suchen in großer Zahl entsprechend weitergebildetes Personal um den klimabedingten technologischen Wandel zu gestalten.

 

Um Erkenntnisse zu den zu erwartenden Schüler/innenzahlen zu erhalten, hat die TAB zwei Ansätze verfolgt. Es wurden die Kfz-Auszubildenden der letzten beiden Lehrjahre in den umliegenden Berufsschulen bzgl. des Interesses an einer Techniker/in-Weiterbildung befragt und das Gesamtpotenzial an möglichen Interessentinnen und Interessenten an den Berufsschulen mit Kfz-Ausbildung, aus denen in den letzten Jahren Schülerinnen und Schüler (SuS) zur Techniker-Weiterbildung an die TAB gekommen sind, erfasst.

 

Im Zuge der Befragung haben 54 SuS ihr Interesse bekundet. 36 SuS würden die Weiterbildung in Vollzeitform absolvieren, 29 in Teilzeitform, wobei Mehrfachnennungen möglich waren. Bei der Ermittlung des Gesamtpotenzials an möglichen SuS an den Berufsschulen mit Kfz-Ausbildung in der Region wurde ein Potenzial von jährlich 400 bis 500 Absolvent/innen ermittelt, von denen ca. 5 bis 10 % als potenziell an einer Techniker-Weiterbildung interessiert angesehen werden kann. Für das kommende Schuljahr liegen sowohl für die Vollzeit- als auch für die Teilzeitform bis zu 10 Anmeldungen vor. Aufgrund dieser Anmeldezahlen können zwar noch keine eigenständigen Klassen in beiden Unterrichtsformen der Fachrichtung Fahrzeugtechnik gebildet werden, aber es ist möglich, diese Schüler/innen in den bestehenden anderen Fachrichtungen der Schule mitzubeschulen. Es besteht aber die Erwartung, dass nach der Einrichtung des neuen schulischen Angebots an der TAB die Nachfrage ab dem Schuljahr 2024/2025 steigt, um eigene Klassen einrichten zu können. Seitens des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung Braunschweig wird diese Vorgehensweise schulfachlich ausdrücklich begrüßt.

 

Für die Einrichtung der neuen Fachrichtung Fahrzeugtechnik an der TAB entsteht kein zusätzlicher Raumbedarf. Es sind auch keine personellen Mehrbedarfe zu erwarten. Soweit erforderlich werden notwendige Wissensvertiefungen bei den Lehrkräften aus dem Weiterbildungsbudget des Landes, das der Schule zur Verfügung steht, gedeckt.

 

Ein kompletter Neuaufbau einer unterrichtlich handlungsorientierten und fachlich ernst zu nehmenden Fachrichtung Fahrzeugtechnik würde vor dem Hintergrund von Elektromobilität und alternativen Antrieben sehr hohe Startinvestitionen erfordern. Aufgrund der geplanten Kooperation mit der weiterhin für die Kfz-Ausbildung anerkannten HBS werden die notwendigen Investitionen erheblich unter denen bleiben, die ein Neuanfang erfordern würde.

 

Aus der Sicht der TAB und der HBS sind Investitionen in die Ausstattung der beiden Schulen in Höhe von ca. 107.000 € verteilt über bis zu drei Jahre beispielsweise für Oszilloskope, Lizenzen, Prüfstände und Diagnosegeräte erforderlich. In diesem Kalenderjahr werden noch keine Ausstattungen notwendig. Die Anschaffungen können aus verfügbaren Haushaltsmitteln finanziert werden.


Der Einzugsbereich für die Fachrichtung Kraftfahrzeugtechnik soll sich an den bereits bestehenden Einzugsbereichen für die bestehenden schulischen Angebote an der TAB orientieren. Dieser könnte neben dem Stadtgebiet Braunschweig die Landkreise Gifhorn, Göttingen, Helmstedt, Hildesheim, Peine, Wolfenbüttel und die Stadt Wolfsburg umfassen.

 

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