Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Stellungnahme - 23-21522-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Zur Beantwortung der Anfrage wurde die Untere Wasserbehörde eingebunden. Diese beantwortet die Anfrage wie folgt:

 

Zu Frage 1

Die Stadt hat in ihrer Datenbank über 2000 Grundwassermessstellen erfasst. In den vergangenen Jahren wurden jährlich die Grundwasserstände von einigen hundert Messstellen durch studentischen Kräften an ein bis zwei Stichtagen ermittelt. In neun Messstellen sind städtische Datenlogger installiert, die die Grundwasserstände permanent aufzeichnen. Das Land betreibt weitere Datenlogger. Eine systematische Trendauswertung durch die Stadt findet zurzeit noch nicht statt.

 

Generell kann aus den Daten aber abgeleitet werden, dass in den Oker- und Schunternahen Bereichen die Grundwasserstände trotz der Häufung der Trockenjahre seit 2018 annähernd unverändert sind. Auch in der Innenstadt werden die Grundwasserstände durch die Okerumfluter konstant gehalten. In Bereichen mit sandigen Böden außerhalb des Einflussbereichs der Flüsse liegen seit 2018 im Vergleich zum langjährigen Mittel niedrigere Grundwasserstände vor.

 

Die Stadt hat diese Entwicklung zum Anlass genommen, 10 Grundwassermessstellen, bei denen langjährige Messreihen vorliegen, mit Geräten zur kontinuierlichen Messung und Übermittlung von Grundwasserständen auszustatten, um die aktuellen Grundwasserstände einordnen zu können. So soll beurteilt werden, inwieweit sich die Dürreperioden auf die verschiedenen Grundwasserkörper auswirken.  

 

Zu Frage 2

r Neubaugebiete werden keine Grundwasserspiegel vor und nach der Realisierung erstellt und zwar vor folgendem Hintergrund:

 

Um belastbare, statistisch auswertbare Daten zu den sich verändernden Grundwasserständen zu erhalten, wäre bereits etliche Jahre vor der Realisierung eines Baugebietes ein Grundwassermessstellennetz einzurichten, mit entsprechenden Messgeräten auszubauen und zu überwachen. Ferner wäre ein Vergleichsmessfeld außerhalb des geplanten Neubaugebietes unter vergleichbaren hydrogeologischen Bedingen einzurichten, um die klimatischen Einflussfaktoren abbilden und erkennen zu können.

 

Relevante Beeinflussungen der großumigen Grundwasserkörper durch vergleichsweise „kleine Baugebiete wären selbst dann - wenn überhaupt - nur schwer nachweisbar.

 

Maßgeblich für die Veränderungen der Grundwasserstände sind nämlich vor allem die stark schwankenden Niederschlagsmengen und die aktive Nutzung des Grundwassers zu Beregnungszwecken. Der Einfluss eines Neubaugebietes geht daher vermutlich im Rauschen der ständigen Veränderungen der Grundwasserspiegel unter. Seitens der Verwaltung bestehen insofern aktuell keine Pläne für entsprechende Monitoring-Kampagnen. Vielmehr ist es das Ziel der Verwaltung, den natürlichen Wasserhaushalt durch gezielte Versickerung, Rückhalt des Niederschlagswassers und die Nutzung des Regenwassers bei den Neubaugebieten bestmöglich zu erhalten.

 

Zu Frage 3

Gemäß § 50 des Wasserhaushaltsgesetzes ist der Wasserbedarf der öffentlichen Wasserversorgung vorrangig aus ortsnahen Wasservorkommen zu decken, soweit überwiegende Gründe des Wohls der Allgemeinheit dem nicht entgegenstehen.

 

Das Wasserwerk am Bienroder Weg wird von BS|Energy betrieben. BS|Energy obliegt die Sicherstellung der vorausschauenden und krisensicheren Trinkwasserversorgung der Stadt Braunschweig auf Grundlage und im Rahmen der durch die Stadt Braunschweig erteilten Wasserkonzession.

 

BS|Energy hat am 9. Juni 2023 mit Bezug auf Frage 3 mitgeteilt: „Das Wasserwerk am Bienroder Weg wird zur Absicherung der Trinkwasserversorgung - lediglich zur Abdeckung von Lastspitzen und als Reserve - genutzt. Negative Auswirkungen auf den Grundwasserstand sind durch diese Nutzung des Wasserwerkes nicht zu befürchten. Ein wissenschaftlich begleiteter Wasserwerkstest zeigt keine negativen Einflüsse auf den Grundwasserleiter und die Vegetation.“

 

Um die Resilienzfähigkeit der Trinkwasserversorgung der Braunschweiger Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen, werden für Braunschweig neben den Bezugsquellen aus dem Harz zukünftig weitere Grundwasserquellen hinzugezogen.

 

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