Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Stellungnahme - 23-21383-01

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Sachverhalt

Sachverhalt:

In der Innenstadt befinden sich derzeit drei Trinkbrunnen an hoch frequentierten Standorten, ein weiterer wurde aktuell am Löwenwall realisiert. Zwei weitere befinden sich in der Planung, am Hagenmarkt sowie im geplanten Pocket Park Kannengießerstraße.

Die Verwaltung hat gemäß Ratsauftrag (FU 178) darüber hinaus aktuell geprüft, an welchen Standorten im Stadtgebiet weitere Standorte für Trinwasserbrunnen bzw. Trinkwasserentnahmestellen sinnvoll wären und die Kosten ermittelt. Auf die Mitteilung hierzu wird verwiesen.

 

Sprühnebelduschen sind beliebte Hitzeschutzmaßnahmen und finden sich sowohl in deutschen Städten als auch im europäischen Ausland. Sie sind mittlerweile mit Blick auf eine potenzielle gesundheitliche Gefährdung jedoch nicht unumstritten.

In Wien wurden innerhalb kürzester Zeit nach Inbetriebnahme mehrere so genannte coole Straßen deaktiviert, da „bei Kontrollen des Wassers die Werte bei Mikroorganismen und Bakterien "im Grenzbereich" gelegen haben.[1] Auch in Bremen wurde die Idee der Sprühnebelduschen mit Blick auf eine durch sie nicht auszuschließende Gesundheitsgefährdung nicht weiterverfolgt.[2]

 

Anders als bei einem Trinkbrunnen, werden bei der Sprühnebeldusche kleinste Wassertröpfchen („Aerosole“) freigesetzt und können direkt in die Lunge gelangen. Des Weiteren führen bei der Sprühnebeldusche äußere Einflüsse wie Sonne, Hitze und öffentliche Zugänglichkeit sowie innere Einflüsse (Temperaturanstieg durch den Wasserdruck und die Druckverminderung bei der Abgabe) zu einer erhöhten mikrobiologischen Belastung. Neben Legionellen können sich auch typische Wasserkeime wie Pseudomonaden und andere Biofilmbildner vermehrt bilden. Daher muss mit einer regelmäßigen oder dauerhaften Überschreitung der zulässigen Grenzwerte nach Trinkwasserverordnung gerechnet werden. Gelangen die Bakterien jedoch mit Tröpfchennebel in die Lunge, kann dies insbesondere bei Immunsupprimierten oder Personen mit Atemwegsproblemen zu gesundheitlichen Problemen führen. Bei einer Sprühnebeldusche ist deshalb äußerste Sorgfalt und Hygiene bei Installation, Wartung und Betrieb geboten.

 

Auf Rückfrage bei dem hiesigen Wasserversorger BS|Netz teilte dieser mit, dass es sich bei den in Graz installierten Sprühnebelsystemen („Waterclouds“) nach dem vorliegenden Kenntnisstand um Anlagen handelt, die direkt auf einem Unterflurhydranten installiert werden. Das heißt, die Aufstellung erfolgt dort nur zeitweise, vorrangig in den Sommermonaten und mit einer sehr kurzen Anbindung zu einer trinkwasserführenden Leitung. Dies ist lt. BS|Netz in Bezug auf einen regelmäßigen Wasseraustausch sehr von Vorteil, da nur ein kurzes Leitungssystem vorhanden ist. Eine Abstimmung mit der Feuerwehr wäre jedoch unabdingbar, da der Hydrant für die Zeit dieser Nutzung für die Feuerwehr nicht zur Verfügung stünde.

Dies vorausgeschickt beantwortet die Verwaltung die Anfrage wie folgt:

 

Zu 1.) Neben dem geplanten Trinkwasserbrunnen am Hagenmarkt ist dort bisher auch eine Sprühnebeldusche vorgesehen. Hierzu wird sich die Bauverwaltung mit der Gesundheitsverwaltung sowie dem Wasserversorger BS|Netz zu gegebener Zeit weiter abstimmen. Eine Realisierung erfolgt nur dann, wenn eine Gesundheitsgefährdung für die Öffentlichkeit durch eine zu gewährleistende kontinuierlich gute Wasserqualität mit regelmäßiger mikrobiologischer Prüfung (Beprobung) im Betrieb ausgeschlossen werden kann.
Zu weiteren Standorten verweist die Verwaltung auf ihre Ausführungen zum Einsatz von Sprühnebelduschen sowie auf das Ergebnis der Standortprüfung für Trinkwasserbrunnen bzw. Trinkwasserentnahmestellen.

 

Zu 2.) Der Verwaltung sind keine Beispiele aus anderen Städten bekannt.

Ob eine Spendenbereitschaft seitens der Bevölkerung für Sprühnebelduschen besteht, kann seitens der Verwaltung daher nicht beantwortet werden.

 


[1] https://www.heute.at/s/wien-sperrt-coole-strassen-wasser-zu-schlecht-100091229

[2] https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/bremen-sommerhitze-vorbereitung-hitzeschutzplan-100.html

 

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