Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Stellungnahme - 23-21695-01

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Sachverhalt

Sachverhalt:

Die Kulturnacht ist eine Veranstaltung, die seit 1994 regelmäßig stattfindet. Die Kulturnacht hat zwei entscheidende Grundsätze: Erstens, dass Künstlerinnen und Künstler freiwillig teilnehmen und ihre verbindliche Anmeldung vor dem Hintergrund geschieht, dass ggf. nur eine äußerst geringe Gage zu erwarten ist. Zweitens, dass die Kulturverwaltung weder bei der Anmeldung noch bei den Auftritten über die Qualität urteilt. Vor diesem Hintergrund beantwortet die Verwaltung die Anfrage (Drs. Nr. 23-21695) der Gruppe Direkte Demokraten wie folgt:

 

Zu 1.

Der Künstler Greydenz war im Rahmen der Kulturnacht am 17. Juni 2023 vor der Weinbar „tomrobins“ mit experimenteller Gitarrenmusik“ (Zitat aus dem Ankündigungstext) für einen Auftritt in der Zeit von 19:00 bis 19:45 Uhr eingeplant. Die geplante Zuteilung der Künstlerinnen und Künstler auf die jeweiligen Orte wurde den Künstlerinnen und Künstlern sowie den Betreiberinnen und Betreibern der Veranstaltungsorte bereits einige Wochen vorher mitgeteilt, wodurch auf entsprechende Änderungswünsche reagiert werden konnte. Hiervon wurde im vorliegenden Fall kein Gebrauch gemacht.

 

Aus Sicht der Kulturverwaltung stellte sich die Situation wie folgt dar:

Kulturnacht-Mitarbeiterinnen versuchten im Laufe des Abends, so viele Veranstaltungsorte wie möglich aufzusuchen, um sich ein Bild vom Ablauf zu machen. Bei einem Kontrollgang gegen 19:40 Uhr im Außenbereich der Weinbar „tomrobins“ wiesen sowohl Gäste als auch die Inhaber die Kulturnacht-Mitarbeiterinnen auf die aus Sicht der dort Anwesenden übermäßig hohe Lautstärke der Musik hin, die als störend empfunden wurde.

Der Inhaber teilte den Kulturnacht-Mitarbeiterinnen zudem mit, er habe den Künstler bereits um eine Reduzierung der Lautstärke gebeten; der Künstler habe sich jedoch geweigert, der Bitte nachzukommen.

Auf Bitten der Kulturnacht-Mitarbeiterinnen, die Lautstärke zu reduzieren, reagierte der Künstler ebenfalls nicht. So musste ihm bedauerlicherweise eine vorzeitige Beendigung des Auftrittes angekündigt werden, sollte er der Bitte um Anpassung der Lautstärke nicht nachkommen, zumal sich die Gäste weiterhin beschwerten.

Um 19:48 Uhr, also erst unmittelbar nach dem regulären Ende der angesetzten Auftrittszeit, machte der Inhaber der Weinbar von seinem Hausrecht Gebrauch und schaltete den Verstärker aus.

 

Festzustellen ist, dass es keinen „Eklat“ im in der Anfrage dargestellten Sinne gab. Die Kulturnacht-Mitarbeiterinnen und der Wirt versuchten, die Situation ruhig und sachlich mit dem Künstler zu lösen.

 

Hervorzuheben ist, dass zu keinem Zeitpunkt der Musikstil infrage gestellt wurde, weder vom Inhaber noch vom Publikum oder den Kulturnacht-Mitarbeiterinnen. Auch die Kommunikation der Kulturnacht-Mitarbeiterinnen mit dem Künstler beschränkte sich ausschließlich auf die Lautstärke und bezog sich nicht auf den Inhalt oder die Qualität des Auftrittes. Der Beitrag war zudem von vorneherein als experimentelle Musik angekündigt worden.

Im Nachgang der Kulturnacht hat die Kulturverwaltung Gespräche sowohl mit dem Künstler als auch mit den Gastronomen geführt. Zielsetzung des Gesprächs war es aus Sicht der Kulturverwaltung als Veranstalter der Kulturnacht, sowohl dem Wirt als auch dem Künstler die Möglichkeit für ein klärendes Feedbackgespräch zu geben.

 

Zu 2.

Die Kulturnacht ist seit jeher eine Plattform für alle Ausdrucksformen von Musik und anderen kulturellen Sparten, auch für experimentelle Musik. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.


 

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