Rat und Stadtbezirksräte
Anfrage (öffentlich) - 23-21693
Grunddaten
- Betreff:
-
Zero-Waste-City Braunschweig - Müllvermeidung als Umweltschutz
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Anfrage (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- Gruppe Direkte Demokraten im Rat der Stadt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Umwelt- und Grünflächenausschuss
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zur Beantwortung
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05.09.2023
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Die Zero-Waste-Bewegung hat das Ziel, Müll zu vermeiden, um so zum Umweltschutz und Energiesparen beizutragen.
Das Best-Practice-Beispiel für diese Bewegung ist die Stadt Kamikatsu in Japan, die das Ziel hat, komplett müllfrei zu sein. Die Bewohner von Kamikatsu trennen zum Beispiel ihren Hausmüll in 34 unterschiedliche Einheiten und bringen diese selbstständig zur lokalen Sammelstelle, wo aus den einzelnen Materialien etwas Neues produziert wird.[1][1]
Dies ist in Braunschweig sicherlich eher unrealistisch, da in den meisten Haushalten nicht genügend Platz ist, um 34 Sammelbehälter für Müll aufzustellen.
Schon im Bürgerhaushalt der Stadt Braunschweig 2015 gab es jedoch den Vorschlag, dem Zero-Waste-Netzwerk beizutreten, wir zitieren den damaligen Vorschlag:
„Anstatt einmal jährlich den Müll beim Stadtputztag aufzuräumen, ist es besser, ihn gleich zu vermeiden. Europaweit haben schon mehr als 230 Regional-, Provinz- und Stadtverwaltungen die Zero-Waste-Charta unterzeichnet, die sie zu weniger Verschwendung von Müll und Lebensmittelabfällen verpflichtet. In Deutschland wäre Braunschweig die erste Kommune, welche die Charta unterzeichnet. Es ist im Interesse aller Bürger, unserer Umwelt und Mitwelt, dass Müll vermieden wird. Außerdem entstehen durch Müllvermeidung hohe Kostenersparnisse.“[2][2]
Dieser Vorschlag wurde damals leicht positiv bewertet, allerdings von der Politik und Verwaltung nicht aufgegriffen. Mittlerweile gibt es europaweit mehr als 500 Kommunen, die dem Zero-Waste-Netzwerk beigetreten sind.[3][3] Kiel ist die erste Stadt in Deutschland, die dem Netzwerk beigetreten ist[4][4], und hat sich das Ziel gesetzt, bis 2035 den Restmüll zu halbieren und die Gesamtabfallmenge um 15 Prozent senken.[5][5] Ebenso plant Leipzig den Beitritt mit dem Projekt „Mein Leipzig schon ich mir! Ressourcen sparen, Zukunft wagen“[6][6], und auch Köln ist mit dabei.[7][7]
Müllvermeidung ist nach unserer Einschätzung im Sinne aller im Stadtrat vertretenen Parteien, und da niemand wie Oskar aus der Mülltonne singt: „Ich mag Müll“[8][8], fragen wir die Verwaltung:
1) Was spricht aus Sicht der Verwaltung für und gegen einen Beitritt der Stadt Braunschweig in das europäische Zero-Waste-Netzwerk?
2) Wann wäre ein solcher Beitritt realistisch machbar?
[1] www.ecowoman.de/freizeit/natur/die-zero-waste-stadt-kamikatsu-will-bis-2020-komplett-muellfrei-sein-5887
[2] https://www.braunschweig.de/politik_verwaltung/fb_institutionen/fachbereiche_referate/fb20/fb20_1/Dokumentation_Buergerhaushalt-2015.pdf
[3] https://zerowastecities.eu/the-state-of-zero-waste-municipalities-report-3rd-edition/
[4] https://zerowastecities.eu/kiel-becomes-germanys-first-zero-waste-certified-city/
[5] https://zerowaste-kiel.de/; das umfangreiche Konzept der Kölner Zero-Waste-Bewegung findet man hier: www.kiel.de/de/umwelt_verkehr/zerowaste/_dokumente_zerowaste/zerowaste_kiel_konzept.pdf
[6] www.leipzig.de/news/news/mein-leipzig-schon-ich-mir-neuer-titel-fuer-zero-waste-projekt
[7] https://zerowastekoeln.de/politik/zero-waste-staedte/
[8] www.youtube.com/watch?v=pdEqf1zThXk
