Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Antrag (öffentlich) - 23-21744

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Stadtrat fordert die Verwaltung auf, das Konzept „Nette Toilette“ oder eine eigene Bildmarke in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing und der DEHOGA umzusetzen.
 

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Sachverhalt

Sachverhalt:
In Braunschweig wird häufig beklagt, dass es zu wenig öffentliche Toiletten und zu viele Wildpinkler gibt. Ebenso beschweren sich die Nutzerinnen der öffentlichen Toiletten häufig über deren Zustand, eine detaillierte Beschreibung dieses Problems ersparen wir uns an dieser Stelle.

Eine einfache Möglichkeit, dem abzuhelfen, ist das in vielen Städten praktizierte Konzept "Die nette Toilette", bei dem die Stadt Gastronomen unterstützt, deren Toiletten öffentlich nutzbar sind. Deutschlandweit sind schon rund 300 Kommunen an diesem Konzept beteiligt; die dazugehörige App haben viele Gäste und Touristen der Stadt Braunschweig installiert, nur hilft sie hier bei dringenden Bedürfnissen leider nicht weiter.

Dieses Konzept bietet drei Vorteile:

* Die Stadt oder Gemeinde unterstützt die Gastronomen finanziell bei der Pflege der Toiletten und spart dadurch Kosten.

* Der Gastronom kann Neukunden gewinnen und erhält finanzielle Unterstützung für den Unterhalt seiner Toiletten.

* Die Bürger erhalten ein flächendeckendes Netz an frei zugänglichen Toiletten, die sauber, gepflegt und bis spät in die Nacht geöffnet sind.

Somit entsteht eine Win-Win-Situation, die hier am Beispiel der Stadt Aalen gezeigt wird.

In Aalen zahlt die Stadt Gastronomen, die sich an der „netten Toilette“ beteiligen, ca. 60 bis 100 EUR/Monat Zuschuss je nach Lage und WC-Ausstattung für Reinigung und Instandhaltung. Die Unterhaltskosten einer öffentlichen Toilette entsprechen somit den Zuschüssen für 30 gastronomiebetriebene Toiletten, und nach einer kurzen Anlaufzeit konnten alle städtischen Toiletten geschlossen werden. Die Rechnung zur Stadt Aalen fügen wir als Anlage an.

Umfangreich beschrieben wird das Konzept hier:
www.die-nette-toilette.de

Einen kurzen Erfahrungsbericht der Stadt Bremen zeigt auch das Video der BBC „'Nice Toilets' everywhere“:
https://youtu.be/JjYqnHkblhE

Wir bringen diesen Antrag aus drei Gründen erneut in den Stadtrat ein:

1) In Königslutter wird das Konzept aktuell auch eingeführt, die Helmstedter Nachrichten schrieben dazu am 18.4.2023:

„Öffentliche Örtchen wirken oft wenig einladend, zudem müssen sie häufig wegen Vandalismusschäden temporär geschlossen werden. ‚Die Toilette am Markt beispielsweise wird regelmäßig demoliert. Haben wir sie wieder hergerichtet, dauert es oft nur wenige Tage bis zur nächsten Zerstörung‘, berichtete der Königslutteraner Bürgermeister Alexander Hoppe (SPD).

Kommt das Prinzip der ‚Netten Toilette‘ zur Anwendung, könnte sich das Blatt hinsichtlich des Vandalismus wenden. Zudem könnten dadurch womöglich mehr öffentliche Örtchen als bisher zur Verfügung stehen. ‚Wir wollen, dass verstärkt auch Touristen zu uns kommen. Da gehören ordentliche Toiletten, die auch in den Abendstunden noch nutzbar sind, schlicht dazu‘, stellte Christine Kaiser fest.“[1]

2) Das Konzept der „Netten Toilette“ dient auch der Inklusion, da Menschen mit sog. „schwacher Blase“ (z.B. Schwangere oder Menschen mit Harnröhrenverengung) und auch Gehbehinderte ein dichtes Netz an frei zugänglichen Toiletten benötigen.

3) Beim letzten Innenstadtdialog wurde die „Deutschlandstudie Innenstadt“ von cima.monitor vorgestellt. Auf die Frage: „Welche sonstigen Angebote müssen Ihnen attraktive Innenstädte konkret bieten?“ stand mit 89,7 Prozent an erster Stelle der Wunsch nach öffentlichen Toiletten.[2]


[1] www.braunschweiger-zeitung.de/helmstedt/article238173651/Kreis-Helmstedt-Gibt-es-bald-Nette-Toiletten-in-Koenigslutter.html

[2] „Deutschlandstudie Innenstadt – Kennziffern, Trends und Erwartungen“, https://cimamonitor.de/wp-content/uploads/2022/12/deutschlandstudie_innenstadt_2022.pdf, S. 35

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Anlagen

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