Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Anfrage (öffentlich) - 23-22166

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Sachverhalt

Sachverhalt:
Deutschland ist Basketballweltmeister - mit einem Braunschweiger als Kapitän und bestem Spieler. Vor diesem Hintergrund sind die derzeit stattfindenden Ehrungen für Dennis Schröder (Eintragung ins Goldene Buch der Stadt) und Vorschläge für Namensgebungen aus der Politik (Benennung der Schulsporthalle der IGS Franzsches Feld nach Dennis Schröder) sicher angemessen und eine Überlegung wert.

Es ist allgemein bekannt, dass Schröder im Alter von 11 Jahren beim Basketballspielen auf dem Freiplatz im Prinzenpark entdeckt wurde. Dieser nicht ungewöhnliche Beginn einer sportlichen Weltkarriere zeigt, wie wichtig neben professionellen Vereinsstrukturen und Trainingsmöglichkeiten auch das Angebot an Freizeit- und Jugendplätzen ist, um die Basketballstars von morgen zu finden.

Bei einem Blick auf das Angebot an Basketballplätzen im Braunschweiger Stadtgebiet fällt allerdings leider auf, dass in den letzten Jahren aufgrund von Einwohner*innen-Beschwerden über Lärm mehr und mehr Basketballkörbe von der Stadt abgebaut wurden. Außerdem wurden die Nutzungszeiten der Jugendlichen deutlich eingeschränkt. So berichtete die Braunschweiger Zeitung mehrfach über Konflikte zwischen Jugendlichen und Anwohner*innen an den Jugendplätzen am Madamenweg und in Wenden. 1

In einem weiteren Fall teilte die Verwaltung in zwei Mitteilungen an den Stadtbezirksrat 211 im letzten Jahr mit (Ds. 22-18224-01 und Ds. 22-19014-01), dass am Spielplatz Ortelsburgweg in Stöckheim ein Basketballkorb aus Lärmschutzgründen abgebaut wurde, da dieser sich in einer zu geringen Distanz zur Wohnbebauung befunden habe. Nachdem der Bezirksrat ein umgehendes Wiederaufstellen der Korbanlage beantragt hatte, erklärte die Verwaltung, dass gemäß Immissionsschutzrecht eine Reaktivierung der Anlage an diesem Standort nicht möglich sei.

Wie gehen andere Kommunen mit diesem Konfliktpotential zwischen Jugendlichen und Anwohner*innen um? In Hannover hat im Juni dieses Jahres bei einem Basketballplatz die Verwendung eines neuen Bodenbelags aus Kunststoffgranulat den gewünschten Effekt einer Lärmminderung erreicht. 2

Auch in der Stadt Lünen in Nordrhein-Westfalen gab es im vergangenen Jahr immer wieder Beschwerden über Ruhestörungen durch eine Streetball-Anlage. Auch ein Abbau des Basketballkorbs wurde diskutiert, bis in einem Gespräch des dortigen Bürgermeisters mit den betroffenen Anwohner*innen im Rathaus die Lösung gefunden wurde, dass ein einklappbarer Basketballkorb die nächtliche Nutzung des Spielplatzes verhindern könnte. Hierbei handelt es sich um eine Konstruktion, die durch das Auskurbeln eines Vierkantrohres den Basketballkorb zu den Ruhezeiten unbespielbar macht. Das Ein- und Ausfahren des einklappbaren Korbes wird spätabends und am Morgen durch einen Anwohner übernommen, wie die Ruhrnachrichten berichteten. 3

Vor diesem Hintergrund bitten wir um die Beantwortung der folgenden Fragen:

1. Welche Basketballkörbe an öffentlichen Plätzen wurden seit 2018 im Stadtgebiet abgebaut, um Beschwerden wegen Lärm zu begegnen?

2. Welche Körbe wurden seitdem mit welchen Lösungsansätzen wieder installiert?

3. Inwiefern sieht die Verwaltung die Möglichkeit, mit Jugendlichen und betroffenen Anwohner*innen in einen Austausch zu treten, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen und möglichst viele Basketballkörbe wieder zu installieren oder neu einzurichten?


1 'Wenden will Basketball-Verbot auf Jugendplatz verhindern', Braunschweiger Zeitung vom 05.10.2021. 'Braunschweigs Basketball-Streit: Juristen haben das Wort', Braunschweiger Zeitung vom 14.10.2021. 'Braunschweig: 'Streit um Basketball-Lärm beigelegt', Braunschweiger Zeitung vom 08.12.2021.

2 'Hainholz: Lärm vom Basketballfeld nervt nachts die Nachbarn'. Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 18.06.2023

3 'Basketballkorb-Streit in Brambauer: Lösung für Streetball-Anlage gefunden.' Ruhrnachrichten vom 22.10.2022   

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