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Sachverhalt

Sachverhalt:

„Die Sterne, die begehrt man nicht, man freut sich ihrer Pracht,

und mit Entzücken blickt man auf in jeder heitern Nacht.“

(Johann Wolfgang von Goethe)


Die Braunschweiger Zeitung schrieb am 10.03.2023 in einem Artikel über Lichtverschmutzung:

---ZITAT---

Forscher nennen die unnatürliche Aufhellung des Himmels Lichtverschmutzung. In den vergangenen zehn Jahren ist der Nachthimmel weltweit im Schnitt um 9,6 Prozent pro Jahr heller geworden. Das zeigt eine im Januar veröffentlichte Studie eines Citizen-Science-Projekts.

Was das heißt, erklärte Studienautor Christopher Kyba nach Veröffentlichung der Ergebnisse gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: Bleibe es bei dem globalen Durchschnitt von jährlich 9,6 Prozent mehr Himmelshelligkeit, bedeute das modellhaft: Ein Kind, das an einem Ort auf die Welt kommt, an dem bei seiner Geburt 250 Sterne sichtbar sind, wird dort an seinem 18. Geburtstag nur noch 100 Sterne sehen können. Kyba […] nennt im Gespräch mit unserer Redaktion zwei Hauptursachen für die zunehmende Helligkeit: Erstens würden Unternehmen und Haushalte die Leuchten an Häusern und vor allem Werbetafeln immer heller drehen – „obwohl hellere Werbung eher blendet, als dass man sie dadurch besser sieht“.

Zweitens sei es für den dunklen Himmel schädlich, dass Kommunen und private Haushalte von Natriumdampflampen mit warm-weißem Licht auf LED-Leuchten umsteigen. Das menschliche Auge reagiere empfindlicher auf die kalten Farbtemperaturen der LED. „Dadurch wirkt der Himmel noch heller“, meint Kyba.[1][1]

---ZITATENDE---

Gut veranschaulicht wird diese Lichtverschmutzung in einem Kommentar eines Facebook-Nutzers unter dem Artikel „Wie groß ist die Belastung durch beleuchtete Werbeanlagen?“ von RegionalBraunschweig. Er schreibt: „Also ich wohne ziemlich weit außerhalb des Rings auf dem Madamenweg im Dachgeschoss. Wenn ich Richtung Westpark in den Nachthimmel schaue, kann man, wenn man genau schaut, in klaren Nächten ganz leicht die Milchstraße erkennen. Richtung Stadt ist nur gelbliche Suppe am Himmel.[2][2]

Diese Entwicklung betrifft auch die beliebte Hans-Zimmermann-Sternwarte in Hondelage, deren Existenz langfristig durch die Lichtverschmutzung gefährdet ist.[3][3] Die Vereinigung der Sternenfreunde e. V. hat daher eine Resolution zur Vermeidung von Lichtverschmutzung veröffentlicht.[4][4]

Einen Ausweg aus dieser Entwicklung hat die Stadt Fulda gefunden, die Deutschlands erste Sternenstadt und Teil der internationalen Dark-Sky-Community ist. Auf der Homepage der Sternenstadt schreiben sie wie folgt:

Ein großer Teil der Lichtverschmutzung ist vermeidbar, und Fulda will mit intelligenten und nachhaltigen Lösungen als Vorbild für andere Kommunen vorangehen. Der Titel „Sternenstadt“ bedeutet keinesfalls, dass es nun auf Fuldas Straßen dunkler wird: Aber Licht gehört auf den Gehsteig und die Straße – und nicht in den Himmel. Zu viel und vor allem falsch gerichtetes, schlecht gesteuertes Licht mit kalten Lichtfarben beeinträchtigt nachweislich das Leben vieler nachtaktiver Arten, stört Pflanzen und belastet die Gesundheit der Menschen. Künstliches Licht muss standort- und bedarfsgerecht eingesetzt werden, so kann Lichtverschmutzung vermieden werden. Die Lichtreduzierung senkt zudem Kosten und durch die Energieeinsparung wird von jedem ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Urbanität und Ökologie werden durch teilweise wenige, einfache – aber sehr effiziente Maßnahmen in Einklang gebracht.[5][5]

Dies kann sogar Energie und Geld sparen und trägt so zum Umweltschutz bei: Eine Halbierung der Lichthelligkeit wird vom menschlichen Auge kaum wahrgenommen, ist mit modernen Leuchtmitteln leicht realisierbar und spart entsprechende Energiemengen.

In Gedenken an den Erbauer der Hondelager Sternwarte Hans Zimmermann fragen wir daher:

1) Welche Chancen und Hindernisse sieht die Verwaltung bei einer Bewerbung Braunschweigs als Sternenstadt in der Dark-Sky-Community?

2) Wie hoch schätzt die Verwaltung die Kosten ein, um eine solche Aufnahme zu realisieren?


[1] www.braunschweiger-zeitung.de/verbraucher/article237847957/licht-verschmutzung-sternen-himmel-gefahr.html
[2] https://regionalheute.de/braunschweig/wie-gross-ist-die-belastung-durch-beleuchtete-werbeanlagen-braunschweig-1694012490/
[3] https://hans-zimmermann-sternwarte.de/
[4] https://sternfreunde.de/resolution-zur-vermeidung-von-lichtverschmutzung/
[5] www.sternenstadt-fulda.de  


 

 

 

 

 

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