Rat und Stadtbezirksräte
Anfrage (öffentlich) - 23-22574
Grunddaten
- Betreff:
-
August Hermann und die Erfindung der Aerobic in Braunschweig
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Anfrage (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- Gruppe Direkte Demokraten im Rat der Stadt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Sportausschuss
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zur Beantwortung
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30.11.2023
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Der Braunschweiger Lehrer August Hermann (1835 – 1906)[1] gilt als einer der größten Erfinder in der Geschichte des Schulsports und wird der Turnvater Braunschweigs genannt. 1862 wurde er der erste ausgebildete Turnlehrer der Stadt Braunschweig und 1887 der erste Herzoglich-Braunschweigische Turninspektor; alle Turnhallen der Stadt entstanden damals nach seinen Plänen. 1873 gründete er den Eisbahnverein.[2] 1874 ließ er sich aus England einen Fußball schicken und führte zusammen mit Konrad Koch das Fußballspiel in Deutschland ein. 1875 wurde er zum Begründer der Sedan-Wettkämpfe. 1896 ließ er zum ersten Mal das fünf Jahre vorher von Dr. James Naismith in Amerika eingeführte Basketballspiel auf deutschem Boden spielen.[3]
Weniger bekannt hingegen ist sein Einsatz für das Mädchenturnen. So war er der erste Lehrer deutschlandweit, der am Martino-Katharineum rhythmische Turngymnastik im Sportunterricht einführte. Ein Stadtführer erzählt dazu bei seinen Touren: „Heutzutage würde man dieses Turnen zu Sing- und Tanzweisen Aerobic nennen, daher sagt man zu Recht: Die Aerobic wurde in Braunschweig erfunden.“
August Hermann verfasste mehrere Bücher, in denen er die von ihm komponierten Lieder und bekannte Volksweisen für die rhythmische Turngymnastik für die Nachwelt erhielt, u.a. „20 Reigen für das Schulturnen“[4] und „Fest im Takt. Leichte Tonstücke, Sing- und Tanzweisen zum Gebrauch beim Turnunterricht“[5].
Mitte Juni 2026 findet voraussichtlich der „Tag des Sports“ in Braunschweig statt. Die oben aufgeführten Lieder für den Turnunterricht wurden schon seit mehr als 100 Jahren nicht mehr aufgeführt, außerdem passen die damaligen Turntrachten[6] gut zum „Tag der Niedersachsen“.
Daher fragen wir, auch um den Braunschweiger Turnvater August Hermann angemessen zu würdigen:
1) Was hält die Verwaltung von der Idee, die oben aufgeführten Werke von August Hermann zum Tag der Niedersachsen/Tag des Sports neu zu beleben?
2) Gibt es eine Schule in Braunschweig, die vielleicht ein Interesse daran hat, die Reigen und Tänze von August Hermann im Turnunterricht oder einer AG einzuüben und zum „Tag des Sports“ 2026 aufzuführen?
[1] https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=August_Hermann
[2] Weitere Informationen findet man in der Festschrift: „Die ersten fünfundzwanzig Jahre des Braunschweiger Eisbahn-Vereins BEV 1873 – 1898“: https://leopard.tu-braunschweig.de/receive/dbbs_mods_00023275
[3] Weitere Informationen über die herausragende Persönlichkeit des Schulsports findet man in Kurt Hoffmeister: „August Hermann, 1835–1906 – Pionier des Mädchenturnens und braunschweigischer Schriftsteller.“ Stadtbibliothek Braunschweig, Braunschweig 1986.
[4] https://archive.org/details/20reigenfurdassc00herm
[5] https://archive.org/details/august-hermann-fest-im-takt
[6] Kurt Hoffmeister schreibt dazu in „Zeitreise durch die Braunschweiger Turngeschichte“: „Die Kleidung mutet uns heute eher komisch als praktisch an. Man trug Schnürleibchen, Stehkragenblusen und Schinkenärmel, einen fußlangen Rock, Stiefel mit Absätzen.“ (Braunschweig, 2001, S. 34f)
Anlagen
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