Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Mitteilung - 23-22180-02

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Zur Anfrage der FDP-Fraktion im Rat der Stadt vom 27.09.2023 (DS 23-22180) beantwortet die Verwaltung mit dieser weiteren Stellungnahme die Fragen ausführlich und wird diese als Mitteilung im Umwelt- und Grünflächenausschuss am 01.12.2023 vorstellen.

Zu Frage 1:

Das Institut für Bienenschutz des Julius Kühn Institutes (JKI) führt seit dem Jahr 2019 auf dem Gebiet der Stadt Braunschweig ein Monitoring der hier vorkommenden

Wildbienenpopulationen sowie zahlreiche Untersuchungen zu verschiedenen biologischen Fragestellungen im Zusammenhang mit diesen Wildbienenpopulationen durch.

Mit einer Wildbienenerfassung im Jahr 2019, vor der Umsetzung erster Maßnahmen zur

rderung des Wildbienenbestandes, wurde eine Ausgangsbasis für die nachfolgenden

Untersuchungen geschaffen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es sehr starke jährliche Schwankungen, zum Beispiel aufgrund der Wetterbedingungen geben kann. Daher wurden neben den potentiellen Maßnahmenflächen Kontrollflächen als Vergleich beprobt.

Bspw. hat eine Doktorandin des JKI die Lebensweise der Großen Weidensandbiene (Andrena vaga), die ein bemerkenswert großes Vorkommen in Braunschweig bildet, untersucht. Mit Hilfe eigener Suche sowie der Beteiligung der Bürger (Citizen Science) konnten insgesamt 65 Niststellen der Großen Weidensandbiene über das gesamte Stadtgebiet verteilt gefunden werden. Durch präzise Messungen wurde an 27 ausgewählten

Standorten erforscht, welche Charakteristika diese Niststellen aufweisen und welchen Einflüssen die Bienen im urbanen Kontext ausgesetzt sind. Parallel zu dieser Promotion wurde in einer Bachelorarbeit an der TU Braunschweig die Lebensgewohnheiten des Fächerflüglers Stylops ater untersucht, der die Große Weidensandbiene parasitiert. Die Ergebnisse wurden in wissenschaftlichen Publikationen präsentiert.

Im Rahmen einer bislang unveröffentlichten Masterarbeit an der TU Braunschweig wurden Untersuchungen auf 30 Flächen im Straßenbegleitgrün durchgeführt. Die Ergebnisse lassen die Annahme zu, dass der Verkehr im städtischen und vorstädtischen Bereich keinen Einfluss auf das Vorkommen von Wildbienen im Verkehrsbegleitgrün hat.

In einer weiteren Promotion auf Grundlage der Erfassungen des Jahres 2019 wurde gezeigt, dass Kleingärten und auch Friedhöfe für Wildbienen die wichtigsten Landnutzungsarten in der Stadt darstellen. Die Bewahrung oder gar Vergrößerung dieser blütenreichen Lebensräume in der Stadt kann die erfassten Wildbienenarten unterstützen.

Eine interessante Erkenntnis ist in diesem Zusammenhang, dass der Versieglungsgrad kaum Auswirkungen bei den untersuchten Wildbienenarten hat. Der entscheidende Faktor ist der Blütenreichtum und genau an diesem Punkt hat die Verwaltung mit der Anlage von Blühflächen und Staudenmischpflanzungen verteilt über das gesamte Stadtgebiet, angesetzt.

Ein Defizit vor allem für bodennistende Bienenarten wurde in den städtischen Parkanlagen festgestellt. Hier könnten ein modifiziertes Pflegemanagement und bienenfördernde Maßnahmen zur Verbesserungen führen.

Weitergehende Untersuchungen zeigen neben der Bedeutung des Blütenreichtums auch die Bedeutung der Böden, da die Mehrheit der Wildbienenarten im Boden nistet und je nach Art verschiedene Böden bevorzugt werden.

Folgend dargestellt wird der Vergleich zwischen den Maßnahmenflächen und den Kontrollflächen ab dem Jahr 2020.

Neben den Bienen wurde an den Untersuchungsflächen auch die Vegetation erfasst.

hrend die Vegetationsdaten zeitnah zur Verfügung stehen, ist die Sortierung, Präparation und Bestimmung der Bienen auf Artniveau sehr arbeitsintensiv und die Daten können daher erst mit etwa zweijährigem zeitlichen Verzug ausgewertet werden. Die im Folgenden dargestellten vorläufigen Auswertungen zeigen aber bereits interessante Ergebnisse.

Die Untersuchungen wurden an drei Zeitpunkten pro Jahr durchgeführt April (Frühjahr), Juni (Sommer) und August (Hochsommer). Die Zeitpunkte decken die Hauptaktivitätsperiode der Wildbienen ab.

Blütendeckung 2020, 2021, 2022 (Mittelwerte pro Standort und

Samplingrunde)/“Sampling“=Probenahme

 

Abb.01: Blütendeckung in den Jahren 2020, 2021 und 2022, Darstellung: Felix Klaus

Im Frühjahr 2020 wurde auf den Untersuchungsflächen (orange) eine artenreiche

Saatgutmischung (A-Mischung) ausgesät, die aus heimischen, vorwiegend mehrjährigen

Pflanzen zusammengesetzt ist. Daher ist im Jahr 2020 erst ab dem August eine leichte

Zunahme der Blütendeckung gegenüber den Kontrollflächen (blau) zu sehen. In den Jahren 2021 und 2022 ist der Unterschied in den Samplingrunden 2 (Juni) und 3 (August) sehr deutlich. Im Jahr 2021 wurden auf weiteren Flächen eine zweite Saatgutmischung (BMischung, grau) ausgesät. Die Mischung hat bereits im ersten Standjahr im August eine positive Entwicklung der Blütendeckung gezeigt, die sich im zweiten Standjahr noch verstärkt gezeigt hat.

Die Auswertung zeigt vor allem zu den Erfassungsterminen Juni und August eine deutliche

Erhöhung der Blütendeckung gegenüber den Vergleichsflächen. Unterschiedliche Veröffentlichungen haben gerade in diesen Monaten Lücken in der Nahrungsverfügbarkeit gezeigt. Durch die Maßnahmen in Braunschweig konnte somit die Nahrungsverfügbarkeit für Wildbienen vor allem im Juni und August deutlich verbessert werden.

Bienen-Häufigkeit 2020, 2021

 

Abb.02: Bienen-Häufigkeit in den Jahren 2020 und 2021, Darstellung: Felix Klaus

Bienen-Artenzahl 2020, 2021

Abb.03: Bienen-Artenzahl in den Jahren 2020 und 2021, Darstellung: Felix Klaus

Betrachtet man die Auswertung der Wildbienenerfassung, so lassen sich verschiedene

Aspekte aus den Darstellungen ablesen. Im Jahr 2020 wurden zum Teil auf den

Vergleichsflächen (blau) mehr Bienen erfasst, als auf den Umsetzungsflächen (A-Mischung orange). Diese Beobachtung ist dadurch zu erklären, dass die mehrjährigen Pflanzen teilweise im ersten Standjahr noch nicht zur Blüte gelangen. Im zweiten Standjahr 2021 holen die Umsetzungsflächen auf und vor allem im August liegen sie deutlich vor den Vergleichsflächen. Analog zu der Blütendeckung konnten auf den Flächen der zweiten Saatgutmischung (B-Mischung grau) bereits im August 2021 mehr Wildbienen und auch mehr Arten nachgewiesen werden.

Es spricht einiges dafür, dass sich die Häufigkeiten und die Artenzahlen im Jahr 2022 in gleichem Maße wie die Blütendeckung entwickelt haben.

Im Rahmen der Untersuchungen des JKI wurden in Braunschweig und Umgebung zahlreiche Erstnachweise von Wildbienen und Wespen für Niedersachsen erbracht und weitere bemerkenswerte Funde gemacht. Acht Erstnachweise wurden kürzlich in Ampulex

(Hoffmann et al, 2023) veröffentlicht. Als Beispiel sei hier die Große Sandgängerbiene

(Ammobates punctatus) genannt, die eine Kuckucksbiene bei der Dünen-Pelzbiene (Antophora bimaculata) ist. Die Dünen-Pelzbiene gilt in Niedersachsen als stark gefährdet und besitzt in Braunschweig ihren Verbreitungsschwerpunkt für Niedersachsen.

Bei diesen Untersuchungen haben sich die Reste der Binnendünen, z.B. am Waller Weg, als besonders wertvolle Habitate gezeigt. Die Flächen sollten erhalten, ggf. ausgeweitet und zusätzliche Fördermaßnahmen unter Berücksichtigung der artspezifischen Ansprüche der nachgewiesenen seltenen Arten durchgeführt werden..

Zu Frage 2:

Die Zusammenarbeit zwischen dem Fachbereich Stadtgrün und Sport und dem JKI war und ist insgesamt offen und konstruktiv und damit als sehr positiv zu bewerten. Dadurch wurden ideale Bedingungen für die Forschung geschaffen. Probleme, die vereinzelt bei der Aussaat und in der Pflege auftraten, wurden fast ausschließlich durch beauftragte Subunternehmer verursacht.

Aufbauend auf dem Förderprojekt „rderung der biologischen Vielfalt in der Stadt

Braunschweig“ und der damit verbundenen Kooperation mit dem JKI wurden im gesamten Stadtgebiet in den Jahren 2020 und 2023 auch über das Förderprojekt hinaus mehrjährige Blühstreifen und -flächen im Umfang von insgesamt rd. 106.145 m² angelegt.

In einem ersten Abschnitt wurden im Frühjahr 2020 im Rahmen des Förderprojektes insgesamt 24 Einzelflächen mit einer Gesamtfläche von rd. 11.650 m² verteilt über das gesamte Stadtgebiet realisiert.

 

Stadtteil

Ort/ Straße

Größe

1.

Lehndorf

Bundesallee (Ecke Blitzeichenweg)

500 m²

2.

Weststadt

Im Ganderhals (Weststadt Grillplatz)

500 m²

3.

Weststadt

Westpark-Madamenweg (Gegenüber Haus-Nr. 94)

400 m²

4.

Weststadt

Raffteich, südlich östlichster Teich

400 m²

5.

Weststadt

Grünanlage Donaustraße

500 m²

6.

Veltenhof

Carl-Giesecke-Str. (Höhe Haus-Nr. 2)

400 m²

7.

Veltenhof

Ernst-Böhme-Str. (Ecke Waller Weg)

600 m²

8.

Veltenhof

Carl-Miele-Str. (Neben Wendeschleife Stadtbahn)

600 m²

9.

Harxbüttel

sekenwinkel Grünanlage

500 m²

10.

Bienrode

Waggumer Str. 8c, neben und hinter dem Nettomarkt

500 m²

11.

Hondelage

Grünzug neben "In den Heistern Nr. 5 c"

400 m²

12.

Gliesmarode

Berliner Str./Moorhüttenweg (Einfahrt REAL-Kauf)

550 m²

13.

Gliesmarode

Querumer Str. (Gegenüber Haus-Nr. 4)

500 m²

14.

Schwarzer Berg

Liegewiese östl. Ölpersee

550 m²

15.

Innenstadt-Nord

Ringgleis, westl. Querung Celler Straße

500 m²

16.

Innenstadt-Nord

Amalienplatz

400 m²

17.

Innenstadt-Nord

Fallersleber-Tor-Wall  Nr. 16 (NDR-Gebäude)

400 m²

18.

Innenstadt-Nord

Taubenstraße, Grünanlage Nordbahnhof

650 m²

19.

Innenstadt-Mitte

John-F.Kennedy-Platz (Windmühlenberg)

400 m²

20.

Innenstadt-West

Hohetorwall (Grünanlage gegenü. Sidonien-Brücke)

500 m²

21.

Innenstadt-Süd

Seesener Straße (Grünzug am Ende der Sackgasse)

500 m²

22.

Gartenstadt

Am Klosterkamp neben Abfahrt A391 Gartenstadt

500 m²

23.

Rautheim

Zur Waabe

500 m²

24.

Stöckheim

Am Zoo (Höhe Haus-Nr. 5)

400 m²

11.650 m²

Darüber hinaus wurden im Jahr 2020 begleitend zur Neuanlage der Kurzumtriebsplantagen in Geitelde und Rautheim Blühstreifen im Umfang von insgesamt 12.510 m² realisiert.

Nr.

Stadtteil

 Ort/ Straße

Größe

1.

Rautheim

rdl. Helmstedter Str.

9.899 m²

2.

Geitelde

dl. Rüningenstr.

2.611 m²

12.510 m²

Im Frühjahr 2021 wurden im Rahmen des Förderprojektes über das gesamte Stadtgebiet verteilt auf insgesamt 13 Flächen weitere Blühstreifen im Umfang von insgesamt 9.305 m² angelegt.

Nr.

Stadtteil

 Ort/ Straße

Größe

1.

Thune

Osterfeuerplatz Rathsholz

520 m²

2.

Wenden

Heideblick

610 m²

3.

Krahlenriede

Im Bastholz

640 m²

4.

Watenbüttel

Celler Heerstraße

275 m²

5.

Kanzlerfeld

Grünanlage Oberholz

620 m²

6.

Lehndorf

Hannoversche Straße

590 m²

7.

Lamme

Grünanlage Lammer Busch

600 m²

8.

Leiferde

Thiedebacher Weg

600 m²

9.

Broitzem

Neben dem Sendeturm

500 m²

10.

Timmerlah

Östl. Grünanlage Kirchenwiese, Im Brachfeld

2.600 m²

11.

Mascherode

ncheweg nördlicher Ortsausgang

620 m²

12.

Lindenberg

ncheweg südlicher Ortseingang

730 m²

13.

Schuntersiedlung

Bienroder Weg

400 m²

9.305 m²

In Verbindung mit der Anlage von Streuobstwiesen im Rahmen des Förderprojektes wurden 2021 Blühwiesen mit mehrjährigen Wildblumen angesät.

Nr.

Stadtteil

 Ort/ Straße

Größe

1.

Volkmarode

Grünanlage „Kiefeld“

4.500 m²

2.

Stöckheim

Grünanlage „Trakehnenstr. zur Gebr.-Grimm-Str.“

1.146 m²

3.

hme

Osterbergstr. Südl. Sportanlage

508 m²

4.

Lehndorf

Blitzeichenweg

23.390 m²

5.

Bevenrode

rdl. Grasseler Straße

15.152 m²

6.

Melverode

dl. Glogaustraße

678 m²

45.374 m²

Im Jahr 2022 wurden im Zusammenhang mit der Anlage weiterer Kurzumtriebsplantagen die Ansaat weiterer Blühstreifen im Umfang von 21.789 m² durchgeführt.

Nr.

Stadtteil

 Ort/ Straße

Größe

1.

Hondelage

Neddernkamp I

1.408 m²

2.

Hondelage

Neddernkamp II

2.860 m²

3.

Bevenrode

rdl. Grasseler Str.

7.108 m²

4.

Thune

rdl. Osterholzweg

4.650 m²

5.

Harxbüttel

Gemarkung nördl. Harxbüttel

5.763 m²

21.789 m²

Im Jahr 2023 wurden im Zuge von Umgestaltungen von Rasenflächen die Ansaat weiterer Blühstreifen im Umfang von 5.517 m² durchgeführt.

Nr.

Stadtteil

 Ort/ Straße

Größe

1.

Kanzlerfeld

Bundesallee

4.352 m²

2.

Altewiek

llerschule Salzdahlumer Straße

1.165 m²

5.517 m²

r das Jahr 2024 ist die Ansaat weitere Blühflächen im Umfang von zunächst 1.600 m² geplant. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass fortlaufend darüber hinaus im Zuge der

Neugestaltung von Grünflächen, Wiederherstellung von Grünflächen nach Beendigung von Baustellen oder bspw. basierend auf Anregungen aus den Stadtbezirksräten weitere Ansaaten erfolgen werden.

Neben den o.g. Blühwiesen wurden in den Jahren 2021 bis 2023 zur Steigerung der Biodiversität und auch insbesondere zur Förderung der Wildbienen Wildstaudenpflanzungen im Umfang von 7.500 m² an 24 Standorten im innerstädtischen Gebiet angelegt. Die Pflanzungen wurden ebenfalls im Rahmen der Kooperation mit dem JKI entwickelt.

Übersicht Wildstaudenpflanzungen - Projekt Biodiversität

Nr.

Lage

Größe [m²]

1.

Paulikirche

800,00

2.

Kiriat-Tyvon Park

476,00

3.

Badetwete

205,00

4.

rgestraße

111,00

5.

Wolfenbütteler Straße

164,00

6.

Kurt Seeleke Platz "Kragenbär"

224,00

7.

Fallersleber Torwall

834,00

8.

Kreisverkehr Forststraße

384,00

9.

Kreisverkehr Leipziger Straße

159,00

10.

Kalenwall

122,00

11.

Gieselerwall

584,00

12.

Sonnenstraße

41,00

13.

Hohetorwall

1.260,0 0

14.

Radeklint/ Celler Straße

701,00

15.

Max Beckmann Platz

77,00

16.

Olfermannplatz

109,00

17.

Matthäuskirche

30,00

18.

lberwiese

203,00

19.

Am Gaußberg

154,00

20.

Gaußstraße

231,00

21.

rdelinger Straße

285,00

22.

Sackring

143,00

23.

Alte Frankfurter Straße

203,00

7.500,0

   Σ 0

Einen weiteren wichtigen Baustein zur Steigerung der biologischen Vielfalt stellt die

Umstellung der Unterhaltungspflege von Rasenflächen dar. Im Rahmen des Modellprojektes

„Ökologische Wiesenmahd“ wird die Pflege von Teilen der städtischen

Landschaftsrasenflächen umgestellt. Die aus Kostengründen bisher durchgeführte sog. Mulchmahd als extensive Form der Flächenunterhaltung verhindert durch die Streuschicht die Ansiedlung neuer Wiesenarten und führt mittelfristig zur Anreicherung von Nährstoffen im Boden.

Im Rahmen des Projektes wird auf ausgewählten Flächen eine traditionelle Wiesennutzung mit zweischüriger Mahd und Entfernung des Mahdgutes durchgeführt. Dadurch sollen der Bewirtschaftungsfläche Nährstoffe entzogen und durch die Öffnung der Bestandsschicht die

Ansiedlung lebensraumtypischer Pflanzen- und Tierarten (hier insb. Schmetterlinge und Heuschrecken) gefördert werden. Ziel ist die Entwicklung eines ökologisch wertvollen, höherwertigen Biotoptyps.

Insgesamt sind Landschaftsrasenflächen mit ca. 61.000 m² Größe in das Modellprojekt aufgenommen worden. Die Auswahl der Flächen erfolgte in enger Abstimmung mit den Naturschutzkreisverbänden BUND und NABU, wobei das bereits vorhandene Artenvorkommen und die Lage zu ökologisch wertvolleren Flächen (Biotopverbund) als Kriterien dienten.

Flächenzusammenstellung Ökologische Wiesenmahd

Ortsteil

ObjektName

Objektart

Fläche in m²

Stiddien

Teufelsspring

 

6.790,00

Mascherode

Heinz-Waaske-Weg

Landschaftsrasen

3.321,00

Mascherode

Heinz-Waaske-Weg

Sukzessionsflächen GrasKrautstadium

7.130,00

Mascherode

Heinz-Waaske-Weg

Landschaftsrasen

5.431,00

Mascherode

Heinz-Waaske-Weg

Landschaftsrasen, mehrfach geschnitten

3.507,00

Broitzem

Emmerfeld

Landschaftsrasen

2.168,00

Broitzem

Emmerfeld

Landschaftsrasen

714,00

Broitzem

Emmerfeld

Landschaftsrasen

2.042,00

Broitzem

Emmerfeld

Landschaftsrasen, mehrfach geschnitten

1.074,00

Broitzem

Emmerfeld

Landschaftsrasen, mehrfach geschnitten

1.149,00

Broitzem

Emmerfeld

Landschaftsrasen, mehrfach geschnitten

678,00

Broitzem

Emmerfeld

Strauchpflanzung (gärtnerische)

85,00

Broitzem

Steinbergstraße, am Fernmeldeturm

Landschaftsrasen

1.152,00

Broitzem

Steinbergstraße

Gebrauchs- und Zierrasen

767,00

Broitzem

Steinbergstraße

Gebrauchs- und Zierrasen

230,00

Broitzem

An der Rothenburg

Landschaftsrasen

3.068,00

Nordstadt

Uferstraße

Landschaftsrasen

7.706,00

Nordstadt

Feuerwehrstraße

Landschaftsrasen

4.584,00

Nordstadt

Maulbeerweg

Gebrauchs- und Zierrasen

5.871,00

Waggum

Rabenrodestraße

Landschaftsrasen

1.655,00

Waggum

Rabenrodestraße

Landschaftsrasen

92,00

Waggum

Rabenrodestraße

Landschaftsrasen, mehrfach geschnitten

450,00

Waggum

Rabenrodestraße

Landschaftsrasen, mehrfach geschnitten

1.012,00

Waggum

Rabenrodestraße

Landschaftsrasen

635,00

 Σ 61.311,00

Über die oben genannten, unter der Regie der Grünflächenverwaltung der Stadt durchgeführten Maßnahmen hinaus wurden auch Schulprojekte unterstützt, in dem das Saatgut gestellt und fachliche Hinweise zur Umsetzung der Projekte gegeben wurden.

Zu Frage 3: Falls das Ziel, „Wildbienenhauptstadt“ zu werden, noch nicht erreicht ist: wie wird das Projekt weitergeführt?

Das Projekt hat durch zahlreiche Berichte in regionalen und überregionalen Medie eine sehr große Sichtbarkeit erlangt und hat in Braunschweig, aber auch bundesweit einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Daran soll weiterhin angeknüpft und sowohl das Projekt als auch die sehr gute Kooperation zwischen dem Fachbereich Stadtgrün und Sport und dem JKI fortgeführt werden.

Seitens des JKI konnten auf Grundlage der Kooperation Fördermittel für ein Verbundprojekt eingeworben werden. Das sogenannte BeesUp-Projekt wird durch das Bundesamt für

Naturschutz aus dem Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ mit Mitteln des

Bundesumweltministeriums in Höhe von 3.580.000 Euro gefördert und läuft noch bis Ende 2026. Zumindest innerhalb dieses Zeitraums ist somit eine Fortführung seitens des Instituts für Bienenschutz des JKI gesichert.

In diesem Zusammenhang wurden auch nach Auslaufen des Projekts zur Förderung der

Biologischen Vielfalt in der Stadt Braunschweig zahlreiche neue Flächen zur Förderung von

Wildbienen angelegt. Im nächsten Jahr werden auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse auch neue Maßnahmen umgesetzt, wie z.B. die Anlage von Nisthügeln für bodennistende Wildbienen. Nachdem im Rahmen des Projekts zur Förderung der Biologischen Vielfalt in der Stadt der Fokus auf urbanen Gebieten lag, soll die Kooperation verstärkt auch im ländlichen Raum des Stadtgebiets fortgeführt werden.

Mit dem Förderprojekt „Steigerung der Biodiversität in der Stadt Braunschweig“ wurde seitens des Fachbereiches Stadtgrün und Sport ein Prozess initiiert, der in den vergangenen drei Jahren in Kooperation mit dem JKI zu erheblichen Verbesserungen der biologischen Vielfalt im Stadtgebiet geführt hat. Daraus wurden inzwischen Standards für neue Planungen und Umgestaltungen der öffentlichen Grünflächen abgeleitet. So wird beispielsweise die Umstellung des Grünflächenmanagements weiter fortgeführt. Bisher intensiv gepflegte Rasenflächen werden mit den Erkenntnissen aus dem Projekt „Ökologische Wiesenmahd“ durch ein neues Mähmanagement extensiviert und deren Artenvielfalt gesteigert.

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