Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung - 23-22180-02
Grunddaten
- Betreff:
-
Braunschweig und die Wildbienen: Was ist aus dem Projekt mit dem JKI geworden? Sachstandsbericht
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün und Sport
- Verantwortlich:
- Herlitschke
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
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Umwelt- und Grünflächenausschuss
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zur Kenntnis
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01.12.2023
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Zur Anfrage der FDP-Fraktion im Rat der Stadt vom 27.09.2023 (DS 23-22180) beantwortet die Verwaltung mit dieser weiteren Stellungnahme die Fragen ausführlich und wird diese als Mitteilung im Umwelt- und Grünflächenausschuss am 01.12.2023 vorstellen.
Zu Frage 1:
Das Institut für Bienenschutz des Julius Kühn Institutes (JKI) führt seit dem Jahr 2019 auf dem Gebiet der Stadt Braunschweig ein Monitoring der hier vorkommenden
Wildbienenpopulationen sowie zahlreiche Untersuchungen zu verschiedenen biologischen Fragestellungen im Zusammenhang mit diesen Wildbienenpopulationen durch.
Mit einer Wildbienenerfassung im Jahr 2019, vor der Umsetzung erster Maßnahmen zur
Förderung des Wildbienenbestandes, wurde eine Ausgangsbasis für die nachfolgenden
Untersuchungen geschaffen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es sehr starke jährliche Schwankungen, zum Beispiel aufgrund der Wetterbedingungen geben kann. Daher wurden neben den potentiellen Maßnahmenflächen Kontrollflächen als Vergleich beprobt.
Bspw. hat eine Doktorandin des JKI die Lebensweise der Großen Weidensandbiene (Andrena vaga), die ein bemerkenswert großes Vorkommen in Braunschweig bildet, untersucht. Mit Hilfe eigener Suche sowie der Beteiligung der Bürger (Citizen Science) konnten insgesamt 65 Niststellen der Großen Weidensandbiene über das gesamte Stadtgebiet verteilt gefunden werden. Durch präzise Messungen wurde an 27 ausgewählten
Standorten erforscht, welche Charakteristika diese Niststellen aufweisen und welchen Einflüssen die Bienen im urbanen Kontext ausgesetzt sind. Parallel zu dieser Promotion wurde in einer Bachelorarbeit an der TU Braunschweig die Lebensgewohnheiten des Fächerflüglers Stylops ater untersucht, der die Große Weidensandbiene parasitiert. Die Ergebnisse wurden in wissenschaftlichen Publikationen präsentiert.
Im Rahmen einer bislang unveröffentlichten Masterarbeit an der TU Braunschweig wurden Untersuchungen auf 30 Flächen im Straßenbegleitgrün durchgeführt. Die Ergebnisse lassen die Annahme zu, dass der Verkehr im städtischen und vorstädtischen Bereich keinen Einfluss auf das Vorkommen von Wildbienen im Verkehrsbegleitgrün hat.
In einer weiteren Promotion auf Grundlage der Erfassungen des Jahres 2019 wurde gezeigt, dass Kleingärten und auch Friedhöfe für Wildbienen die wichtigsten Landnutzungsarten in der Stadt darstellen. Die Bewahrung oder gar Vergrößerung dieser blütenreichen Lebensräume in der Stadt kann die erfassten Wildbienenarten unterstützen.
Eine interessante Erkenntnis ist in diesem Zusammenhang, dass der Versieglungsgrad kaum Auswirkungen bei den untersuchten Wildbienenarten hat. Der entscheidende Faktor ist der Blütenreichtum und genau an diesem Punkt hat die Verwaltung mit der Anlage von Blühflächen und Staudenmischpflanzungen verteilt über das gesamte Stadtgebiet, angesetzt.
Ein Defizit vor allem für bodennistende Bienenarten wurde in den städtischen Parkanlagen festgestellt. Hier könnten ein modifiziertes Pflegemanagement und bienenfördernde Maßnahmen zur Verbesserungen führen.
Weitergehende Untersuchungen zeigen neben der Bedeutung des Blütenreichtums auch die Bedeutung der Böden, da die Mehrheit der Wildbienenarten im Boden nistet und je nach Art verschiedene Böden bevorzugt werden.
Folgend dargestellt wird der Vergleich zwischen den Maßnahmenflächen und den Kontrollflächen ab dem Jahr 2020.
Neben den Bienen wurde an den Untersuchungsflächen auch die Vegetation erfasst.
Während die Vegetationsdaten zeitnah zur Verfügung stehen, ist die Sortierung, Präparation und Bestimmung der Bienen auf Artniveau sehr arbeitsintensiv und die Daten können daher erst mit etwa zweijährigem zeitlichen Verzug ausgewertet werden. Die im Folgenden dargestellten vorläufigen Auswertungen zeigen aber bereits interessante Ergebnisse.
Die Untersuchungen wurden an drei Zeitpunkten pro Jahr durchgeführt – April (Frühjahr), Juni (Sommer) und August (Hochsommer). Die Zeitpunkte decken die Hauptaktivitätsperiode der Wildbienen ab.
Blütendeckung 2020, 2021, 2022 (Mittelwerte pro Standort und
Samplingrunde)/“Sampling“=Probenahme


Abb.01: Blütendeckung in den Jahren 2020, 2021 und 2022, Darstellung: Felix Klaus
Im Frühjahr 2020 wurde auf den Untersuchungsflächen (orange) eine artenreiche
Saatgutmischung (A-Mischung) ausgesät, die aus heimischen, vorwiegend mehrjährigen
Pflanzen zusammengesetzt ist. Daher ist im Jahr 2020 erst ab dem August eine leichte
Zunahme der Blütendeckung gegenüber den Kontrollflächen (blau) zu sehen. In den Jahren 2021 und 2022 ist der Unterschied in den Samplingrunden 2 (Juni) und 3 (August) sehr deutlich. Im Jahr 2021 wurden auf weiteren Flächen eine zweite Saatgutmischung (BMischung, grau) ausgesät. Die Mischung hat bereits im ersten Standjahr im August eine positive Entwicklung der Blütendeckung gezeigt, die sich im zweiten Standjahr noch verstärkt gezeigt hat.
Die Auswertung zeigt vor allem zu den Erfassungsterminen Juni und August eine deutliche
Erhöhung der Blütendeckung gegenüber den Vergleichsflächen. Unterschiedliche Veröffentlichungen haben gerade in diesen Monaten Lücken in der Nahrungsverfügbarkeit gezeigt. Durch die Maßnahmen in Braunschweig konnte somit die Nahrungsverfügbarkeit für Wildbienen vor allem im Juni und August deutlich verbessert werden.
Bienen-Häufigkeit 2020, 2021


Abb.02: Bienen-Häufigkeit in den Jahren 2020 und 2021, Darstellung: Felix Klaus
Bienen-Artenzahl 2020, 2021

Abb.03: Bienen-Artenzahl in den Jahren 2020 und 2021, Darstellung: Felix Klaus
Betrachtet man die Auswertung der Wildbienenerfassung, so lassen sich verschiedene
Aspekte aus den Darstellungen ablesen. Im Jahr 2020 wurden zum Teil auf den
Vergleichsflächen (blau) mehr Bienen erfasst, als auf den Umsetzungsflächen (A-Mischung orange). Diese Beobachtung ist dadurch zu erklären, dass die mehrjährigen Pflanzen teilweise im ersten Standjahr noch nicht zur Blüte gelangen. Im zweiten Standjahr 2021 holen die Umsetzungsflächen auf und vor allem im August liegen sie deutlich vor den Vergleichsflächen. Analog zu der Blütendeckung konnten auf den Flächen der zweiten Saatgutmischung (B-Mischung grau) bereits im August 2021 mehr Wildbienen und auch mehr Arten nachgewiesen werden.
Es spricht einiges dafür, dass sich die Häufigkeiten und die Artenzahlen im Jahr 2022 in gleichem Maße wie die Blütendeckung entwickelt haben.
Im Rahmen der Untersuchungen des JKI wurden in Braunschweig und Umgebung zahlreiche Erstnachweise von Wildbienen und Wespen für Niedersachsen erbracht und weitere bemerkenswerte Funde gemacht. Acht Erstnachweise wurden kürzlich in Ampulex
(Hoffmann et al, 2023) veröffentlicht. Als Beispiel sei hier die Große Sandgängerbiene
(Ammobates punctatus) genannt, die eine Kuckucksbiene bei der Dünen-Pelzbiene (Antophora bimaculata) ist. Die Dünen-Pelzbiene gilt in Niedersachsen als stark gefährdet und besitzt in Braunschweig ihren Verbreitungsschwerpunkt für Niedersachsen.
Bei diesen Untersuchungen haben sich die Reste der Binnendünen, z.B. am Waller Weg, als besonders wertvolle Habitate gezeigt. Die Flächen sollten erhalten, ggf. ausgeweitet und zusätzliche Fördermaßnahmen unter Berücksichtigung der artspezifischen Ansprüche der nachgewiesenen seltenen Arten durchgeführt werden..
Zu Frage 2:
Die Zusammenarbeit zwischen dem Fachbereich Stadtgrün und Sport und dem JKI war und ist insgesamt offen und konstruktiv und damit als sehr positiv zu bewerten. Dadurch wurden ideale Bedingungen für die Forschung geschaffen. Probleme, die vereinzelt bei der Aussaat und in der Pflege auftraten, wurden fast ausschließlich durch beauftragte Subunternehmer verursacht.
Aufbauend auf dem Förderprojekt „Förderung der biologischen Vielfalt in der Stadt
Braunschweig“ und der damit verbundenen Kooperation mit dem JKI wurden im gesamten Stadtgebiet in den Jahren 2020 und 2023 auch über das Förderprojekt hinaus mehrjährige Blühstreifen und -flächen im Umfang von insgesamt rd. 106.145 m² angelegt.
In einem ersten Abschnitt wurden im Frühjahr 2020 im Rahmen des Förderprojektes insgesamt 24 Einzelflächen mit einer Gesamtfläche von rd. 11.650 m² verteilt über das gesamte Stadtgebiet realisiert.
| Stadtteil | Ort/ Straße | Größe |
1. | Lehndorf | Bundesallee (Ecke Blitzeichenweg) | 500 m² |
2. | Weststadt | Im Ganderhals (Weststadt Grillplatz) | 500 m² |
3. | Weststadt | Westpark-Madamenweg (Gegenüber Haus-Nr. 94) | 400 m² |
4. | Weststadt | Raffteich, südlich östlichster Teich | 400 m² |
5. | Weststadt | Grünanlage Donaustraße | 500 m² |
6. | Veltenhof | Carl-Giesecke-Str. (Höhe Haus-Nr. 2) | 400 m² |
7. | Veltenhof | Ernst-Böhme-Str. (Ecke Waller Weg) | 600 m² |
8. | Veltenhof | Carl-Miele-Str. (Neben Wendeschleife Stadtbahn) | 600 m² |
9. | Harxbüttel | Rösekenwinkel Grünanlage | 500 m² |
10. | Bienrode | Waggumer Str. 8c, neben und hinter dem Nettomarkt | 500 m² |
11. | Hondelage | Grünzug neben "In den Heistern Nr. 5 c" | 400 m² |
12. | Gliesmarode | Berliner Str./Moorhüttenweg (Einfahrt REAL-Kauf) | 550 m² |
13. | Gliesmarode | Querumer Str. (Gegenüber Haus-Nr. 4) | 500 m² |
14. | Schwarzer Berg | Liegewiese östl. Ölpersee | 550 m² |
15. | Innenstadt-Nord | Ringgleis, westl. Querung Celler Straße | 500 m² |
16. | Innenstadt-Nord | Amalienplatz | 400 m² |
17. | Innenstadt-Nord | Fallersleber-Tor-Wall Nr. 16 (NDR-Gebäude) | 400 m² |
18. | Innenstadt-Nord | Taubenstraße, Grünanlage Nordbahnhof | 650 m² |
19. | Innenstadt-Mitte | John-F.Kennedy-Platz (Windmühlenberg) | 400 m² |
20. | Innenstadt-West | Hohetorwall (Grünanlage gegenü. Sidonien-Brücke) | 500 m² |
21. | Innenstadt-Süd | Seesener Straße (Grünzug am Ende der Sackgasse) | 500 m² |
22. | Gartenstadt | Am Klosterkamp neben Abfahrt A391 Gartenstadt | 500 m² |
23. | Rautheim | Zur Waabe | 500 m² |
24. | Stöckheim | Am Zoo (Höhe Haus-Nr. 5) | 400 m² |
11.650 m²
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Darüber hinaus wurden im Jahr 2020 begleitend zur Neuanlage der Kurzumtriebsplantagen in Geitelde und Rautheim Blühstreifen im Umfang von insgesamt 12.510 m² realisiert.
Nr. | Stadtteil | Ort/ Straße | Größe |
1. | Rautheim | Nördl. Helmstedter Str. | 9.899 m² |
2. | Geitelde | Südl. Rüningenstr. | 2.611 m² |
12.510 m²
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Im Frühjahr 2021 wurden im Rahmen des Förderprojektes über das gesamte Stadtgebiet verteilt auf insgesamt 13 Flächen weitere Blühstreifen im Umfang von insgesamt 9.305 m² angelegt.
Nr. | Stadtteil | Ort/ Straße | Größe |
1. | Thune | Osterfeuerplatz Rathsholz | 520 m² |
2. | Wenden | Heideblick | 610 m² |
3. | Krahlenriede | Im Bastholz | 640 m² |
4. | Watenbüttel | Celler Heerstraße | 275 m² |
5. | Kanzlerfeld | Grünanlage Oberholz | 620 m² |
6. | Lehndorf | Hannoversche Straße | 590 m² |
7. | Lamme | Grünanlage Lammer Busch | 600 m² |
8. | Leiferde | Thiedebacher Weg | 600 m² |
9. | Broitzem | Neben dem Sendeturm | 500 m² |
10. | Timmerlah | Östl. Grünanlage Kirchenwiese, Im Brachfeld | 2.600 m² |
11. | Mascherode | Möncheweg nördlicher Ortsausgang | 620 m² |
12. | Lindenberg | Möncheweg südlicher Ortseingang | 730 m² |
13. | Schuntersiedlung | Bienroder Weg | 400 m² |
9.305 m²
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In Verbindung mit der Anlage von Streuobstwiesen im Rahmen des Förderprojektes wurden 2021 Blühwiesen mit mehrjährigen Wildblumen angesät.
Nr. | Stadtteil | Ort/ Straße | Größe |
1. | Volkmarode | Grünanlage „Kiefeld“ | 4.500 m² |
2. | Stöckheim | Grünanlage „Trakehnenstr. zur Gebr.-Grimm-Str.“ | 1.146 m² |
3. | Rühme | Osterbergstr. Südl. Sportanlage | 508 m² |
4. | Lehndorf | Blitzeichenweg | 23.390 m² |
5. | Bevenrode | Nördl. Grasseler Straße | 15.152 m² |
6. | Melverode | Südl. Glogaustraße | 678 m² |
45.374 m²
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Im Jahr 2022 wurden im Zusammenhang mit der Anlage weiterer Kurzumtriebsplantagen die Ansaat weiterer Blühstreifen im Umfang von 21.789 m² durchgeführt.
Nr. | Stadtteil | Ort/ Straße | Größe |
1. | Hondelage | Neddernkamp I | 1.408 m² |
2. | Hondelage | Neddernkamp II | 2.860 m² |
3. | Bevenrode | Nördl. Grasseler Str. | 7.108 m² |
4. | Thune | Nördl. Osterholzweg | 4.650 m² |
5. | Harxbüttel | Gemarkung nördl. Harxbüttel | 5.763 m² |
21.789 m²
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Im Jahr 2023 wurden im Zuge von Umgestaltungen von Rasenflächen die Ansaat weiterer Blühstreifen im Umfang von 5.517 m² durchgeführt.
Nr. | Stadtteil | Ort/ Straße | Größe |
1. | Kanzlerfeld | Bundesallee | 4.352 m² |
2. | Altewiek | Müllerschule Salzdahlumer Straße | 1.165 m² |
5.517 m²
Für das Jahr 2024 ist die Ansaat weitere Blühflächen im Umfang von zunächst 1.600 m² geplant. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass fortlaufend darüber hinaus im Zuge der
Neugestaltung von Grünflächen, Wiederherstellung von Grünflächen nach Beendigung von Baustellen oder bspw. basierend auf Anregungen aus den Stadtbezirksräten weitere Ansaaten erfolgen werden.
Neben den o.g. Blühwiesen wurden in den Jahren 2021 bis 2023 zur Steigerung der Biodiversität und auch insbesondere zur Förderung der Wildbienen Wildstaudenpflanzungen im Umfang von 7.500 m² an 24 Standorten im innerstädtischen Gebiet angelegt. Die Pflanzungen wurden ebenfalls im Rahmen der Kooperation mit dem JKI entwickelt.
Übersicht Wildstaudenpflanzungen - Projekt Biodiversität
Nr. | Lage | Größe [m²] |
1. | Paulikirche | 800,00 |
2. | Kiriat-Tyvon Park | 476,00 |
3. | Badetwete | 205,00 |
4. | Görgestraße | 111,00 |
5. | Wolfenbütteler Straße | 164,00 |
6. | Kurt Seeleke Platz "Kragenbär" | 224,00 |
7. | Fallersleber Torwall | 834,00 |
8. | Kreisverkehr Forststraße | 384,00 |
9. | Kreisverkehr Leipziger Straße | 159,00 |
10. | Kalenwall | 122,00 |
11. | Gieselerwall | 584,00 |
12. | Sonnenstraße | 41,00 |
13. | Hohetorwall | 1.260,0 0 |
14. | Radeklint/ Celler Straße | 701,00 |
15. | Max Beckmann Platz | 77,00 |
16. | Olfermannplatz | 109,00 |
17. | Matthäuskirche | 30,00 |
18. | Kälberwiese | 203,00 |
19. | Am Gaußberg | 154,00 |
20. | Gaußstraße | 231,00 |
21. | Gördelinger Straße | 285,00 |
22. | Sackring | 143,00 |
23. | Alte Frankfurter Straße | 203,00 |
7.500,0
Σ 0
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Einen weiteren wichtigen Baustein zur Steigerung der biologischen Vielfalt stellt die
Umstellung der Unterhaltungspflege von Rasenflächen dar. Im Rahmen des Modellprojektes
„Ökologische Wiesenmahd“ wird die Pflege von Teilen der städtischen
Landschaftsrasenflächen umgestellt. Die aus Kostengründen bisher durchgeführte sog. Mulchmahd als extensive Form der Flächenunterhaltung verhindert durch die Streuschicht die Ansiedlung neuer Wiesenarten und führt mittelfristig zur Anreicherung von Nährstoffen im Boden.
Im Rahmen des Projektes wird auf ausgewählten Flächen eine traditionelle Wiesennutzung mit zweischüriger Mahd und Entfernung des Mahdgutes durchgeführt. Dadurch sollen der Bewirtschaftungsfläche Nährstoffe entzogen und durch die Öffnung der Bestandsschicht die
Ansiedlung lebensraumtypischer Pflanzen- und Tierarten (hier insb. Schmetterlinge und Heuschrecken) gefördert werden. Ziel ist die Entwicklung eines ökologisch wertvollen, höherwertigen Biotoptyps.
Insgesamt sind Landschaftsrasenflächen mit ca. 61.000 m² Größe in das Modellprojekt aufgenommen worden. Die Auswahl der Flächen erfolgte in enger Abstimmung mit den Naturschutzkreisverbänden BUND und NABU, wobei das bereits vorhandene Artenvorkommen und die Lage zu ökologisch wertvolleren Flächen (Biotopverbund) als Kriterien dienten.
Flächenzusammenstellung Ökologische Wiesenmahd
Ortsteil | ObjektName | Objektart | Fläche in m² |
Stiddien | Teufelsspring |
| 6.790,00 |
Mascherode | Heinz-Waaske-Weg | Landschaftsrasen | 3.321,00 |
Mascherode | Heinz-Waaske-Weg | Sukzessionsflächen GrasKrautstadium | 7.130,00 |
Mascherode | Heinz-Waaske-Weg | Landschaftsrasen | 5.431,00 |
Mascherode | Heinz-Waaske-Weg | Landschaftsrasen, mehrfach geschnitten | 3.507,00 |
Broitzem | Emmerfeld | Landschaftsrasen | 2.168,00 |
Broitzem | Emmerfeld | Landschaftsrasen | 714,00 |
Broitzem | Emmerfeld | Landschaftsrasen | 2.042,00 |
Broitzem | Emmerfeld | Landschaftsrasen, mehrfach geschnitten | 1.074,00 |
Broitzem | Emmerfeld | Landschaftsrasen, mehrfach geschnitten | 1.149,00 |
Broitzem | Emmerfeld | Landschaftsrasen, mehrfach geschnitten | 678,00 |
Broitzem | Emmerfeld | Strauchpflanzung (gärtnerische) | 85,00 |
Broitzem | Steinbergstraße, am Fernmeldeturm | Landschaftsrasen | 1.152,00 |
Broitzem | Steinbergstraße | Gebrauchs- und Zierrasen | 767,00 |
Broitzem | Steinbergstraße | Gebrauchs- und Zierrasen | 230,00 |
Broitzem | An der Rothenburg | Landschaftsrasen | 3.068,00 |
Nordstadt | Uferstraße | Landschaftsrasen | 7.706,00 |
Nordstadt | Feuerwehrstraße | Landschaftsrasen | 4.584,00 |
Nordstadt | Maulbeerweg | Gebrauchs- und Zierrasen | 5.871,00 |
Waggum | Rabenrodestraße | Landschaftsrasen | 1.655,00 |
Waggum | Rabenrodestraße | Landschaftsrasen | 92,00 |
Waggum | Rabenrodestraße | Landschaftsrasen, mehrfach geschnitten | 450,00 |
Waggum | Rabenrodestraße | Landschaftsrasen, mehrfach geschnitten | 1.012,00 |
Waggum | Rabenrodestraße | Landschaftsrasen | 635,00 |
Σ 61.311,00
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Über die oben genannten, unter der Regie der Grünflächenverwaltung der Stadt durchgeführten Maßnahmen hinaus wurden auch Schulprojekte unterstützt, in dem das Saatgut gestellt und fachliche Hinweise zur Umsetzung der Projekte gegeben wurden.
Zu Frage 3: Falls das Ziel, „Wildbienenhauptstadt“ zu werden, noch nicht erreicht ist: wie wird das Projekt weitergeführt?
Das Projekt hat durch zahlreiche Berichte in regionalen und überregionalen Medie eine sehr große Sichtbarkeit erlangt und hat in Braunschweig, aber auch bundesweit einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Daran soll weiterhin angeknüpft und sowohl das Projekt als auch die sehr gute Kooperation zwischen dem Fachbereich Stadtgrün und Sport und dem JKI fortgeführt werden.
Seitens des JKI konnten auf Grundlage der Kooperation Fördermittel für ein Verbundprojekt eingeworben werden. Das sogenannte BeesUp-Projekt wird durch das Bundesamt für
Naturschutz aus dem Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ mit Mitteln des
Bundesumweltministeriums in Höhe von 3.580.000 Euro gefördert und läuft noch bis Ende 2026. Zumindest innerhalb dieses Zeitraums ist somit eine Fortführung seitens des Instituts für Bienenschutz des JKI gesichert.
In diesem Zusammenhang wurden auch nach Auslaufen des Projekts zur Förderung der
Biologischen Vielfalt in der Stadt Braunschweig zahlreiche neue Flächen zur Förderung von
Wildbienen angelegt. Im nächsten Jahr werden auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse auch neue Maßnahmen umgesetzt, wie z.B. die Anlage von Nisthügeln für bodennistende Wildbienen. Nachdem im Rahmen des Projekts zur Förderung der Biologischen Vielfalt in der Stadt der Fokus auf urbanen Gebieten lag, soll die Kooperation verstärkt auch im ländlichen Raum des Stadtgebiets fortgeführt werden.
Mit dem Förderprojekt „Steigerung der Biodiversität in der Stadt Braunschweig“ wurde seitens des Fachbereiches Stadtgrün und Sport ein Prozess initiiert, der in den vergangenen drei Jahren in Kooperation mit dem JKI zu erheblichen Verbesserungen der biologischen Vielfalt im Stadtgebiet geführt hat. Daraus wurden inzwischen Standards für neue Planungen und Umgestaltungen der öffentlichen Grünflächen abgeleitet. So wird beispielsweise die Umstellung des Grünflächenmanagements weiter fortgeführt. Bisher intensiv gepflegte Rasenflächen werden mit den Erkenntnissen aus dem Projekt „Ökologische Wiesenmahd“ durch ein neues Mähmanagement extensiviert und deren Artenvielfalt gesteigert.
