Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Mitteilung - 17-05502-02

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

In der Stellungnahme 17-05502-01 zu der Anfrage der FDP-Fraktion vom 02.10.2017 wurde angekündigt, zu gegebener Zeit erneut zu berichten. Vor dem Hintergrund der mündlichen Nachfrage im Schulausschuss vom 06.10.2023 von der FDP-Fraktion wird die Stellung­nahme wie folgt ergänzt:

 

Zu Frage 1:

 

Bei einem Laufbus handelt es sich um eine Gruppe von Grundschülerinnen und -schülern, die jeden Tag einen vorher vereinbarten Weg (vergleichbar mit einer Buslinie) gemeinsam zur Schule gehen. Dabei schließen sich nach und nach an festgelegten Treffpunkten (ver­gleichbar mit Bushaltestellen) weitere Kinder an. Dies geschieht zu festen Zeiten (vergleich­bar mit einem Fahrplan). Die Gruppe wird zumindest anfangs begleitet von einem oder mehreren Erwachsenen in der Regel Eltern, Großeltern usw. (vergleichbar mit Bus­fahrerinnen bzw. Busfahrern). Diese Erwachsenen helfen in schwierigen Situationen. Sie erklären, warnen, ermutigen. Wenn sie der Meinung sind, dass die Gruppe auch allein sicher ist, kann die Begleitung enden.

 

Die Teilnahme an einem Laufbus ist auch aus Sicht der Verwaltung sehr sinnvoll:

-          Kinder lernen, den Schulweg selbstständig zu gehen, dies fördert das Selbstbe­wusstsein.

-          Das gemeinsame Gehen in der Gruppe Gleichaltriger ist motivierend und fördert die Kommunikation – zwanglos können Freundschaften erweitert werden.

-          Auf dem Weg tanken die Kinder Sauerstoff und bewegen sich aktiv, sie kommen ausgeglichener in der Schule an und können konzentrierter am Unterricht teilnehmen.

-          Nicht zuletzt werden die Eltern entlastet, die sonst im Rahmen ihrer Verantwortung für den Schulweg der Kinder jeweils einzeln ihre Kinder (insbesondere Schulanfänger und -anfängerinnen) begleiten.

-          Der Verzicht auf Autos verbessert die Verkehrssituation vor den Schulen und leistet einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz.

 

Die Gründung eines Laufbusses liegt in Verantwortung der Eltern. Mehrere Angebote stehen ihnen dabei zur Verfügung, z. B.:

-          Mobilitätsbeauftragte der Grundschulen informieren an Elternabenden über Lauf­busse und bieten Hilfe bei der Organisation, zum Teil auch die Organisation selbst an.

-          Der Runde Tisch Sichere Schulwege Braunschweig hat einen Flyer entworfen. Dieser Flyer informiert und beinhaltet Anmeldebögen für Kinder und Begleitungen. Außer­dem nennt er Links für weitere Informationen:

https://bildungsportal-niedersachsen.de/fileadmin/2_Portale/Mobilitaet/Dateien/Laufbus/Broschuere_Laufbus_fuer_Eltern.pdf

-          Dem Runden Tisch Sichere Schulwege Braunschweig liegen Informationen vor, dass der Niedersächsische Turnerbund (NTB) gemeinsam mit örtlichen Turnvereinen Schulen anbieten möchte, die Begleitung von Laufbussen zu übernehmen. Der NTB möchte damit sein Projekt „3000 Schritte“ ausbauen:

Der NTB plant, gemeinsam mit Grundschulen Laufbusse zu initiieren und feder­führend zu betreiben. Dafür sollen die organisatorischen Rahmenbedingungen er­arbeitet, Unterstützungsmaterialien erstellt und Maßnahmen zur Nachhaltigkeit und Transfer entwickelt werden. Neben Vorteilen für Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und Schulen würden so auch positive Aspekte für die älteren Mitmenschen entstehen, welche die Laufbusse begleiten (Flyer des NTB im Anhang).

 

Kosten entstehen der Verwaltung bei Einführung eines Laufbusses bei den genannten Optionen nicht.

 

Zu Frage 2:

 

Es gibt sieben Grundschulen, die sich bereit erklärt haben, den Runden Tisch Sichere Schulwege Braunschweig bei seiner Arbeit zu unterstützen. Die Verwaltung hat diese Grundschulen nach ihren Erfahrungen mit Laufbussen gefragt:

-          Zwei der sieben Schulen haben keinerlei Kenntnisse über bzw. Erfahrungen mit Laufbussen.

-          Zwei Schulen haben das Projekt Laufbusse explizit angeregt, dennoch ist es nicht umgesetzt worden. Folgende Gründe wurden u. a. genannt:

  • Zu hohe Verpflichtung aus Sicht der Eltern
  • Zu wenig Zeit der Eltern
  • Unsicherheiten wegen der Umsetzung, z. B. „Was tue ich, wenn ein Kind nicht kommt?“
  • Gegenseitige Absprachen unter Eltern machen einen organisierten Schulweg überflüssig.

-          Die anderen drei Schulen haben unter den Eltern kein Interesse wecken können für das Projekt Laufbusse, beobachten aber, dass Eltern sich absprechen und ihre Kinder gemeinsam oder abwechselnd zur Schule bringen.

Da es sich bei Laufbussen um eine von Eltern oder Vereinen organisierte Laufgemeinschaft handelt, wenden sich diese Eltern oder Vereine an die entsprechende Schule, wenn sie Unterstützung suchen. Die Verwaltung ist i. d. R. nicht involviert. Versuche, Information zu diesem Thema aus anderen Kommunalverwaltungen zu erhalten, waren deshalb erwar­tungsgemäß nicht erfolgreich.

 

Zu Frage 3:

 

Die Verwaltung nimmt am Runden Tisch Sichere Schulwege Braunschweig teil. Gemeinsam mit dem GUV, dem RLSB BS, der Polizei, dem ADAC, der Verkehrswacht, dem StER und dem SSR werden dort unter anderem Maßnahmen zur Reduzierung der Elterntaxen disku­tiert. In diesem Rahmen wird aktuell das Projekt Hol- und Bringzonen durchgeführt. Das Pro­jekt zeichnet sich durch eine aktive Begleitung von Seiten der vier beteiligten Schulen und deren Eltern aus. So wurde vor kurzem auf Betreiben dieser beiden Schulakteure eine Hol- und Bringzone verlegt, an zwei weiteren Schulen wird eine Verlegung diskutiert.

Zur Arbeit des Runden Tisches gehören hauptsächlich die Durchführung von Veranstaltun­gen und die Unterstützung von Schulen in ihren Maßnahmen zur Erhöhung der Schulweg­sicherheit.

 

 

Aktuell unterstützt der Runde Tisch die Verwaltung bei der Umsetzung des Pilotprojektes Schulstraßen. Es ist vorgesehen, dass gemeinsam Kriterien r die Auswahl von geeigneten Schulen erarbeitet werden. Die Verwaltung wird auf dieser Basis die Ausschreibung formu­lieren und an die Braunschweiger Schulen verschicken. Die Schulen können sich dann für das Projekt bewerben.

 

 


 

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Anlagen

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