Rat und Stadtbezirksräte
Mitteilung außerhalb von Sitzungen - 24-22791
Grunddaten
- Betreff:
-
Symposium: Zum Beispiel Braunschweig. Zur Rezeption von NS-Kunst von 1945 bis heute
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Mitteilung außerhalb von Sitzungen
- Federführend:
- 41 Fachbereich Kultur und Wissenschaft
- Beteiligt:
- DEZERNAT IV - Kultur- und Wissenschaftsdezernat
- Verantwortlich:
- Prof. Dr. Hesse
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Ausschuss für Kultur und Wissenschaft
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zur Kenntnis
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Erledigt
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Mitteilungen außerhalb von Sitzungen
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zur Kenntnis
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31.01.2024
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Für Samstag, d. 25.05.2024, plant das Städtische Museum Braunschweig ein wissenschaftliches Symposium mit dem Titel „Zum Beispiel Braunschweig. Zur Rezeption von NS-Kunst von 1945 bis heute“.
Ziel:
Dieses Symposium ist nicht nur rein kulturgeschichtlichen Fragen gewidmet. Es ist auch dem gesellschaftspolitischen Ziel verpflichtet, über das kulturelle Erbe der NS-Diktatur und dessen vielfach unreflektierte Rezeption in der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart aufzuklären. In den letzten Jahren wurden und werden ideologische Grundzüge des mörderischen NS-Regimes vielfach relativiert; gerade vor diesem Hintergrund ist das aufklärerische Ziel des Symposiums zu verstehen.
Themen:
Die Rezeption von NS-Kunst nach 1945 ist widersprüchlich. Teilweise legten die öffentlichen Diskurse der Nachkriegszeit die ideologischen Fundamente der Künstlerinnen und Künstler, die der nationalsozialistischen Ideologie verpflichtet waren, offen, und beinhalteten Anklagen gegenüber diesen. Teilweise wiederum wurden Werke der NS-Kunst symbolträchtig „entnazifiziert“, indem sie als rein ästhetische Objekte betrachtet und in dieser Weise enthistorisiert und verharmlost wurden. Schließlich findet sich in der Nachkriegszeit auch eine Denktradition, welche die Kategorien der nationalsozialistischen Kunst und Kunstkritik unreflektiert oder bewusst in die Gegenwart fortführt.
Diese komplexen Vorgänge um die Rezeption von NS-Kunst in der Nachkriegszeit sollen die Beiträge zum Symposium beispielhaft untersuchen. Die Veranstaltung richtet zudem einen ganz generellen Blick auf den Umgang mit Künstlerinnen und Künstlern, die während der NS-Zeit ihrer Arbeit nicht nur nachgehen konnten, sondern mit Aufträgen des Staates versorgt wurden, und die darüber hinaus ihre Arbeit in der Bundesrepublik ohne Einschränkungen fortsetzen konnten. Die Veranstaltung wird aber auch eine Vielzahl von lokalen Bezügen aufgreifen. Vorgestellt werden das Schaffen und die Rezeption von Nazi-Künstlern, die in Braunschweig - auch nach dem Ende des NS-Regimes - arbeiteten. Braunschweig soll so als konkretes „Fallbeispiel“ für den Umgang mit NS-Kunst nach dem Krieg in Deutschland generell dienen. Ein besonderes Augenmerk wird dem Wandteppich von Karl Wollermann in der Großen Dornse des Altstadtrathauses zukommen.
Zeitplan:
Die Veranstaltung beginnt am Freitag, d. 24.05.2024, abends mit einem Treffen der Referentinnen und Referenten.
Das Symposium startet am Samstag, 11:00 Uhr, in der Dornse des Altstadtrathauses. Die einzelnen Vorträge sind auf ca. 20 Minuten angelegt. Im Anschluss findet jeweils eine Fragenrunde bzw. Diskussion statt. Die Veranstaltung wird durch eine Podiumsdiskussion, auch zum Wandteppich Karl Wollermanns, geschlossen.
Referentinnen und Referenten, Themen
Dr. Henning Steinführer, Direktor Stadtarchiv Braunschweig (Referat)
Thema: Karl Wollermann und seine Tätigkeit für die Stadt Braunschweig
Prof. Dr. Annette Tietenberg (Referat)
Thema: Walter Dexel
Prof. Dr. Christoph Zuschlag, Universität Bonn (Referat)
Thema: Der Umgang mit NS-Kunst heute
Wolfgang Brauneis, Kunstverein Nürnberg (Referat)
Thema: Karrieren, Werke und Rezeptionen von Künstlern des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik, u.a. zu Karl Wollermann
Dr. Anja Prölß-Kammerer, Leiterin DokuPäd - Pädagogik rund um das Dokumentationszentrum beim Kreisjugendring Nürnberg-Stadt (Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände) (Referat)
Thema: Tapisserien im Nationalsozialismus
Stefan Koldehoff, Journalist (DLF, WDR, Magazin Art) (Podium)
(Fachkenntnis u.a. zu: Fall Gurlitt, Geschichte der Restitutionen von NS-Raubgut in der Nachkriegszeit)
Dr. Wolfgang Ulrich, Kunsthistoriker, München / Leipzig (Podium)
(Fachkenntnis u.a. zur Rezeption von NS-Kunst und Moderne in der Nachkriegszeit)
Dr. Peter Joch, Direktor Städtisches Museum Braunschweig (Referat)
Thema: Vor Ort – Braunschweiger Publikumsstimmen zum Nazi-Maler Walter Hoeck
Prof. Dr. Anja Hesse, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig (Begrüßung am Freitagabend / Referat)
