Rat und Stadtbezirksräte
Anfrage (öffentlich) - 24-22879
Grunddaten
- Betreff:
-
Flexible Bestuhlung für den Konzertsaal des Zentrums der Musik?
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Anfrage (öffentlich)
- Federführend:
- 0100 Steuerungsdienst
- Verantwortlich:
- Braunschweig, Bianca / Fraktion BIBS im Rat der Stadt
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Ausschuss für Kultur und Wissenschaft
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zur Beantwortung
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25.01.2024
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Im letzten Planungsstand zu den Vorbereitungen des Architekturwettbewerbs für das Haus der Musik von November 2023 wird im Raumprogramm ein Bau des Konzertsaals nach dem „Schuhschachtel“-Prinzip präferiert. In der Mitteilung der Verwaltung wird aufgeführt, dass der Konzertsaal „fest mit 1000 Plätzen bestuhlt“ wird. Zugunsten der Investitionen könne eine flexible Möblierung des Saals nicht erreicht werden.1
Dabei wurden noch in der von der Verwaltung beauftragten „Bedarfs- und Potenzialanalyse für ein großes Konzerthaus in der Stadt Braunschweig“ im Februar 2023 andere Anforderungen an einen Konzertsaal definiert. So heißt es: „Die Öffnung von Kulturimmobilien hin zu einem „Dritten Ort“ macht andere Formen von Architektur und Angebotsgestaltung (z. B. Ganztagsbespielung) nötig. Die Anforderungen von bzw. der nach Teilhabe immer diverserer Zielgruppen benötigt Flächen für Bildung und Vermittlung wie auch neue Musikformate. All dies stellt Anforderungen an Flexibilität und Modularität.“2
Die Strategieberatung für Kultur, Bildung und Entertainment actori ermittelte konkret für Braunschweig, dass die potenziellen Nutzer*innen eine flexible Nutzbarkeit des Hauses für sehr wichtig halten und dabei die unterschiedlichen Nutzungsgruppen auch verschiedene Anforderungen an die Gesamtkapazität und die Verkleinerbarkeit des Saals haben. Im Zuge dessen wird auch auf die Möglichkeit einer variablen Bestuhlung hingewiesen.3
Laut Info des in der Sondersitzung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft und dem Ausschuss für Planung und Hochbau am 08. März 2023 vortragenden Experten hätte die Wahl der Bestuhlung (flexibel oder fest installiert) keinen Einfluss auf die Akustik eines Konzertsaales.
Feste Bestuhlung mit wenig Raum für Anpassungen und Flexibilität könnte außerdem bedeuten, dass für einige musikalische Formate kein Raum geboten wird. Mitmachkonzerte, innovative Formate, Rockkonzerte und vieles mehr brauchen Platz, damit sich die Zuschauer*innen entfalten, tanzen und bewegen können. Ob das mit der geplanten Bestuhlung möglich ist, bleibt fraglich.
In dem im Februar 2023 beschlossenen Grundsatzbeschluss zur Planung einer kombinierten Errichtung der Städtischen Musikschule und eines Konzerthauses wird die Planung von 1000 Sitzplätzen definiert. Im Veranstaltungskonzept, das im Zuge eines Sonderausschusses für Kultur und Wissenschaft vorgestellt wurde, wird berichtet, dass Kulturexperten sogar 1200 Sitzplätze empfehlen, um die Wirtschaftlichkeit von kostenintensiveren Eigenveranstaltungen und Vermietungen zu erhöhen. Die Verwaltung plant nun, diese Empfehlung umzusetzen, indem zusätzlich 200 Plätze für Gesangschöre auch für Zuschauende freigegeben werden und somit die Kapazität auf 1200 Plätze erhöht werden kann, solange ein Konzert keine Unterstützung eines Chors benötigt.4
In den letzten Tagen ist viel Bewegung in das Thema Haus der Musik gekommen. Statt Neubau sollen Konzertsaal und die Musikschule eventuell künftig in der aktuell leerstehenden Immobilie des ehemaligen Karstadt-Hauses im Herzen der Innenstadt entstehen. In der Braunschweiger Zeitung konnte man zu den begrüßenswerten Neuigkeiten lesen, dass die Generalintendantin des Staatstheaters Dagmar Schlingmann das bisher geplante Raumprogramm aufgreift und fordert, dass die vorher festgelegten Konditionen zum Raumprogramm und zum Konzertsaal auch weiterhin eingehalten werden.5
Wir fragen:
1. Zu welchem Zeitpunkt und in welchem Ratsgremium wurde die Entscheidung über einen definitiven Wechsel von flexibler Bestuhlung hin zu einer nicht-flexiblen Möblierung getroffen?
2. Zu welchem Zeitpunkt und in welchem Ratsgremium wurde die Entscheidung über die nach dem Grundsatzbeschluss des Rates nun angepasste Anzahl der Sitzplätze im Konzertsaal getroffen?
3. Welche Änderungen des Raumprogramms, insbesondere die Bestuhlung betreffend, sind geplant, um nun in der möglicherweise neuen Örtlichkeit einen flexiblen Konzertsaal für alle Musikrichtungen und alle Menschen in Braunschweig zu erhalten?
1 vgl. Stadt Braunschweig (06.11.23): Mitteilung. Planungsstand zu den Vorbereitungen des Architektenwettbewerbs für das Haus der Musik: Konzept „Dritter Ort“ / Künstlerisches Konzept / Raumkonzept, Ds. 23-22401, S. 9.
2 actori (09.02.2023): Bedarfs- und Potenzialanalyse für ein großes Konzerthaus in der Stadt Braunschweig. Zusammenfassung der Kernergebnisse, S. 11.
3 ebd. S. 12.
4 vgl. Stadt Braunschweig (06.11.23): Mitteilung. Planungsstand zu den Vorbereitungen des Architektenwettbewerbs für das Haus der Musik: Konzept „Dritter Ort“ / Künstlerisches Konzept / Raumkonzept, Ds. 23-22401, S. 24.
5 vgl. Arnold, Florian / Berger, Andreas (10.01.24): Haus der Musik wird wahrscheinlicher, in: Braunschweiger Zeitung, S. 3.
