Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 23-22624
Grunddaten
- Betreff:
-
Ideenplattform: Ideen zur weiteren Gestaltung der Grünflächen östlich und westlich neben dem Herzog Anton Ulrich-Museum (Museumpark)
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün und Sport
- Verantwortlich:
- Herlitschke
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 130 Mitte
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Anhörung
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30.01.2024
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27.02.2024
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Erledigt
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Umwelt- und Grünflächenausschuss
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Entscheidung
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08.03.2024
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Beschlussvorschlag
Beschluss:
„Die Ideen zum Errichten einer Kleinkunstbühne, Anlegen eines Barfußpfades, Installation eines Trinkwasserbrunnens, Errichten einer Fahrrad-Service-Station, Aufstellen von Picknicktischen, Liegestühlen und Sitzbänken, Pflanzung eines Baumes sowie einer Hecke und die Begrünung einer Mülleinfassung werden nicht umgesetzt. Der Vorschlag zur Sicherung der Wege und Wegränder wird in Teilen umgesetzt.“
Sachverhalt
Sachverhalt:
Auf der Ideenplattform wurden am 16.08.2023 Vorschläge zur Gestaltung des Museumparks im Bereich der Innenstadt eingebracht. Ideengeber war der Kreisverband Braunschweig-Salzgitter e.V. des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).
Die Stadtverwaltung hat die Vorschläge geprüft und empfiehlt die Umsetzung wie folgt:
Insgesamt gesehen steht bei Maßnahmen in historischen Parkanlagen insbesondere deren historischer und kultureller Wert im Vordergrund. Es handelt sich hierbei um lebendige Kunstwerke mit historischem Ursprung und damit um Zeugnisse einer kulturellen Entwicklung. Daher ist es besonders wichtig, dass bei neuen Vorschlägen, welche die denkmalgeschützte Bausubstanz aber auch die gartendenkmalpflegerischen Bepflanzungs- und Pflegekonzepte betreffen, der historische Charakter und kulturelle Wert der Anlage nicht beeinträchtigt werden. So muss bspw. beim Aufstellen von modernem Mobiliar (wie Mülleimer, Liegen, Bänke etc.) der Bedarf gegenüber dem historischen Erscheinungsbild abgewogen werden. Um den Erhalt des kulturellen Wertes der gesamten Anlage zu gewährleisten, ist die Verwaltung daher bestrebt, die historischen Strukturen und die Gestaltung der Vegetationsbereiche möglichst authentisch zu erhalten und zu pflegen (siehe auch Vegetationsentwicklungskonzept Museumpark Braunschweig).
Es wurde vorgeschlagen im Museumpark eine Kleinkunstbühne zu errichten, einen Barfußpfad anzulegen, einen Trinkbrunnen sowie eine Fahrrad-Service-Station zu installieren, weitere Fahrradständer aufzustellen sowie neue Bäume, Solitärgehölze und Sträucher an verschiedenen Stellen zu pflanzen. Beim Museumpark handelt es sich um eine historische Parkanlage mit den eingangs geschilderten Rahmenbedingungen. Aus gartendenkmalpflegerischer Sicht würden die vorgeschlagenen Maßnahmen das historische Erscheinungsbild des Museumparks beeinträchtigen. Bei einigen dieser Vorschläge sprechen zudem weitere Faktoren gegen eine Umsetzung. Bezogen auf den Vorschlag, einen Trinkbrunnen zu installieren, ist die Parkanlage aus Sicht der Verwaltung ungeeignet, um den technischen und hygienischen Anforderungen mit vertretbarem finanziellen Aufwand zu gewährleisten. In fußläufiger Entfernung zum Museumpark befindet sich der Löwenwall, wo in diesem Jahr ein Trinkbrunnen installiert wurde. Des Weiteren wurden bereits Fahrrad-Service-Stationen in der Innenstadt von gewerblicher Seite errichtet. Es sollen an geeigneten Stellen durchaus weitere solche Stationen folgen – bspw. in fußläufiger Entfernung an den beiden Standorten des Wilhelm-Gymnasiums - weshalb die Verwaltung die Initiative der Bürgerinnen und Bürgern begrüßt, den Standort im Museumpark aufgrund des historischen Kontexts aber für ungeeignet hält. Für die Erweiterung der Sitzgelegenheiten wird derzeit aus fachlicher Sicht kein Bedarf gesehen, da hier bereits ein breites Angebot an verschiedenen Orten im Museumpark zur Verfügung steht.
Weiterhin wurde angeregt, auf dem Hügel östlich des Museums eine Wildblumenwiese anzulegen. Die Stadt Braunschweig begrüßt im Allgemeinen die Initiative zur Förderung der Insektenfauna, bewertet aber den vorgeschlagenen Standort inmitten der historischen Parkanlage als ungeeignet. Neben dem bestehenden historischen Pflegekonzept kommt hier erschwerend hinzu, dass sich auf der Fläche Großbäume befinden. Die notwendigen bodenvorbereitenden Maßnahmen zur Einsaat einer Wildblumenwiese würden die Wurzeln der Bestandsbäume beschädigen und diese in ihrer Vitalität negativ beeinflussen. Zudem benötigen die meisten Wildblumen einen sonnigen Standort.
Es wurde außerdem vorgeschlagen, Mülleimer mit Flaschenringen anzubringen. Erfahrungsgemäß werden Flaschenringe häufig missbräuchlich zum Entsorgen von Müll benutzt. Zudem ist die Verwaltung bestrebt zur Verbesserung des Stadtbildes und zur Vereinfachung der Entleerung der Mülleimer das Inventar in den Grünanlagen und an Spielplätzen etc. zu vereinheitlichen. Dieses Konzept sieht Mülleimer ohne Flaschenringe vor.
Des Weiteren wird eine Begrünung der Wand hinter den Mülltonnen angeregt. Die Verwaltung geht davon aus, dass es sich bei dem Standortvorschlag um die Einfassung neben dem Herzog Anton Ulrich-Museum handelt. Die Stadt Braunschweig begrüßt grundsätzlich die Begrünung von Gebäuden oder Gebäudeteilen, weshalb einerseits bereits bei einer Reihe von städtischen Liegenschaften Dach- und Fassadenbegrünungen umgesetzt wurden, andererseits werden Bürgerinnen und Bürger im Rahmen des Förderprogramms „Gartenreich(es) Braunschweig“ finanziell bei der Gebäudebegrünung und ökologischen Gartengestaltung unterstützt. Die vorgeschlagene Wandfläche befindet sich jedoch im Eigentum des Landes Niedersachsen und steht daher für Begrünungsmaßnahmen durch die Stadt nicht zur Verfügung.
Zuletzt wurde zur Verbesserung der Sicherheit der Zustand der Wege und Wegebegrenzungen angesprochen. Die Wege im Museumpark sind in Form einer wassergebundenen Wegedecke befestigt und damit äußerst wartungsintensiv. Insbesondere in Hanglagen sowie nach starken Regenfällen kommt es häufig zu Beschädigungen der Deckschicht. Die Verwaltung bemüht sich im Rahmen regelmäßiger Kontrollen, kurzfristig Unfallgefahren zu beseitigen. Eine umfangreiche Sanierung benötigt jedoch einen größeren zeitlichen Vorlauf. Die Wegesanierungen werden sukzessive umgesetzt, da diese mit den zur Verfügung stehenden personellen und finanziellen Mitteln gesamtstädtisch priorisiert werden. Aufgrund der Vielzahl an Wegeschäden u.a. auch durch Starkregenereignisse kann es dabei jedoch zu erheblichen Verzögerungen kommen. Zusätzlich besteht im Museumpark an einigen Hanglagen das Problem, dass hier Bäume aufgrund der verschärften Trockenphasen in den vergangenen Jahren abgestorben sind und entnommen werden mussten. Durch die fehlende Stabilisierung des Hangs durch das Wurzelwerk dieser Bäume kam es vermehrt zu Rutschungen und Ausspülungen von Material. Derzeit wird zur Lösung dieses Problems am betreffenden Hang im Museumpark an einer ingenieurbiologischen Lösung zur Befestigung des Hanges gearbeitet.
