Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Mitteilung außerhalb von Sitzungen - 23-22457-01

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Zur Anfrage der CDU-Fraktion im Stadtbezirksrat 310 vom 08.11.2023 (23-22457) wird wie folgt Stellung genommen:

 

Zu 1.:

 

Der Verwaltung ist der Rattenbefall bereits seit längerer Zeit bekannt. Es wurden in den vergangenen Jahren bereits verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung umgesetzt, weitere sind geplant. Leider handelt es sich hierbei um ein vielschichtiges Problem mit verschiedenen Ursachen, sodass die bisher durchgeführten Maßnahmen noch nicht den erwünschten Erfolg gebracht haben. Zudem ist das Problem so komplex, dass es keine einfache Lösung hierfür gibt.

 

Als mutmaßliche Hauptursache für den lokal verstärkten Befall wird die unter der Grünanlage verlaufende, verzweigte Kanalisation und das Vorhandensein von Essensresten vermutet. Die diverse Nutzung der Grünanlage nicht nur als Spielplatz-Standort bringt ein erhöhtes Müllaufkommen mit sich. Zudem werden leider häufig Futterstellen (voraussichtlich für Vögel) von städtischen Mitarbeitenden gefunden. Es handelt sich hierbei ausdrücklich nicht um betreute Futterstellen, welche mit der Verwaltung abgestimmt sind. Um dem erhöhten Müllaufkommen Sorge zu tragen, wird der Müll durch das städtische Reinigungsprojekt dreimal wöchentlich geleert und es werden alle Flächen abgesammelt. Hierbei werden auch die weggeworfenen Lebensmittel soweit wie möglich aufgenommen. Vogelfutter-Reste (Mais, Hafer, Sonnenblumenkerne etc.) können dabei allerdings nur schlecht aufgesammelt werden. Die Säuberungsfrequenz ist aufgrund des bekannten Rattenproblems bereits höher als bei Spielplätzen normalerweise üblich.

 

Als weiterer Maßnahmenbaustein befinden sich bereits Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen in Planung. Da das Ausmaß des Befalls allerdings im Gesamtkontext die stadtinternen Kapazitäten zur Schädlingsbekämpfung übersteigt, muss diese Leistung extern vergeben werden. Derzeit befindet sich das Projekt in der Phase der Angebotseinholung. Der Amalienplatz muss für die Dauer der Schädlingsbekämpfungsmaßnahme gesperrt werden, weshalb zudem vorherige Koordinierungs- und Abstimmungsgespräche geführt werden müssen. Es sind u.a. das Gesundheitsamt, der Fachbereich Sicherheit und Ordnung und der Fachbereich Stadtgrün beteiligt.


Eine Schädlingsbekämpfungsmaßnahme bringt nur nachhaltigen Erfolg, wenn parallel auch die Ursachen bekämpft werden. Dazu werden begleitende Maßnahmen im Rahmen der Koordinierungs- und Abstimmungsgespräche entwickelt. Weitere vegetationstechnische Maßnahmen wurden ebenfalls im Laufe der Jahre erprobt (siehe 3.).

 

Zu 2.:

 

Siehe Antworten zu den Fragen 1 und 3.

 

Zu 3.:

 

Die Verwaltung sieht aus fachlicher Sicht eine Intensivierung der Grünflächenpflege nicht als geeignete Maßnahme gegen den Rattenbefall an.

 

Die Bepflanzung der Grünanlage wurde bewusst so ausgewählt, dass aus vegetationstechnischer Sicht ein jährlicher Pflegerhythmus notwendig ist. In dieser Hinsicht ähnelt die Grünanlage anderen Anlagen im öffentlichen Raum, welche keinen Rattenbefall aufweisen. Es wurden im vergangenen Jahr bspw. folgende Pflegemaßnahmen durchgeführt: Im Sommer wurden die Beete und die Oberflächen gekrautet, im Oktober wurde Laub aufgenommen sowie im Verlaufe des Herbstes wurden Gehölzschnittarbeiten erledigt. Gehölzschnitte innerhalb der Vegetationsperiode sind aus naturschutzrechtlichen Gründen nur in Ausnahme-Fällen zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit zulässig. Arbeiten wie die Säuberung der Entwässerungsrinne oder Arbeiten an den Pflasterdecken sind in der Arbeitsplanung enthalten, konnten allerdings noch nicht umgesetzt werden. Die Kapazitäten zur Reparatur sind durch das letztjährige Starkregenereignis und das letzte Hochwasser in erheblichem Umfang gebunden. Der bauhandwerkliche Dienst muss nach der Notwendigkeit priorisieren und der Verkehrssicherungspflicht zuerst nachkommen. Sind diese Arbeiten abgeschlossen, werden die genannten Arbeiten vorgenommen. Allerdings besteht aus fachlicher Sicht kein Zusammenhang zwischen den letztgenannten Maßnahmen und dem Rattenbefall.

 

Eine Intensivierung der Pflege ist aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre ebenfalls kein zufriedenstellender Lösungsansatz für das Rattenproblem. Es wurde bereits mehrmals versucht, über gezielte Intensivierung der Pflegemaßnahmen Habitate der Ratten zu entfernen und so den Bestand zu regulieren, leider ohne erkennbaren Erfolg. Es wurden bspw. vor zwei Jahren gezielt Pflanzrabatten heruntergesetzt, in denen Ratten beobachtet wurden. Weiterhin wurden letztes Jahr von Ratten genutzte Wiesenflächen frühzeitig gemäht und abgeräumt, um so die Versteckmöglichkeiten zu reduzieren.
 

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