Rat und Stadtbezirksräte
Anfrage (öffentlich) - 24-22842
Grunddaten
- Betreff:
-
Unterstützung der gesellschaftlichen Arbeit vom VfB Rot Weiß durch mobile Sozialarbeit
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Anfrage (öffentlich)
- Federführend:
- 0103 Referat Bezirksgeschäftsstellen
- Verantwortlich:
- SPD-Fraktion im Stadtbezirksrat 310
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Geplant
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 310 Westliches Ringgebiet
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zur Beantwortung
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23.01.2024
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05.03.2024
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Der VfB Rot-Weiß leistet als Sportverein mehr als vergleichbare Vereine tun. Dies liegt vor allem an seiner Lage in einem sozialen Brennpunkt: Ca. 80 Kinder, die größtenteils im westlichen Ringgebiet wohnen, zwischen 6 und 12 Jahre alt sind und aus 14 Nationen kommen, trainieren zweimal die Woche dort. Über 90% der Kinder haben einen Migrationshintergrund, u.a. auch aus Syrien und der Ukraine. Mindestens 45 Kinder haben einen erhöhten Unterstützungsbedarf. Fast alle Kinder besuchen eine Hauptschule oder sind auf einer Grundschule mit Perspektive in Richtung Hauptschule. Diejenigen, die die Hauptschule besuchen, sind oftmals sitzen geblieben.
Es gibt verschiedene Herausforderungen:
Viele Kinder sind direkt von Armut betroffen. Sie haben oft Hunger, keine oder kaputte Sportkleidung.
Es gibt hohe Sprachbarrieren, da viele Kinder nur schlecht Deutsch sprechen. Teilweise können die Eltern gar kein Deutsch und verstehen Anrufe nicht, wenn das Kind durch Verletzungen ins Krankenhaus muss. Teilweise mussten Dolmetschende organisiert werden.
Zum Teil werden Eltern bei Behördengängen oder Arztbesuchen vom Verein unterstützt.
Hausaufgaben können nicht gemacht werden, da die Eltern nicht unterstützen können. Auch hier unterstützt der Verein gelegentlich.
Konflikte zwischen Kindern und Eltern eskalieren häufig, auch mit häuslicher Gewalt.
Viele Kinder haben zum Trainingszeitpunkt (17:00 Uhr) kaum etwas gegessen und getrunken. Die einzige Mahlzeit des Tages erhalten sie nicht selten vor dem Training vor Ort. Essen und Trinken muss regelmäßig gestellt werden - da der Verein finanziell nicht so gut aufgestellt ist, erfolgt dies aus privaten Mitteln.
Generell hat der Verein keine zahlungskräftigen Mitglieder. Häufig kommt es zu Zahlungsausfällen.
Was der VfB Rot-Weiß ehrenamtlich an Sozialarbeit leistet, kann nicht genügend gewürdigt werden. Es kann allerdings nicht die Aufgabe eines Sportvereins sein, die sozialen Probleme im Westlichen Ringgebiet zu lösen. Die Gefahr besteht, dass das ehrenamtliche Engagement wegbricht, wenn es langfristig keine Entlastung gibt.
Daher fragen wir die Verwaltung:
- Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung, den Verein zu entlasten?
- Sind der Verwaltung andere Sportvereine in Braunschweig bekannt, die mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind?
- Könnte ein mobiler (Jugend-)Sozialdienst, der verschiedene (Sport-)Vereine stundenweise in der Woche unterstützt, eine Lösung des Problems sein?
Gez. Stefan Hillger, Fraktionsvorsitzender
