Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Stellungnahme - 24-23417-01

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Zunächst hat BS|ENERGY jüngst öffentlich klargestellt, dass das Unternehmen entgegen anders lautender Medienberichte keinen Verkauf des Gesellschaftsanteils an der Harzwasserwerke GmbH plant.

 

Zudem hat BS|Energy die Gründe für die Veränderung in der Zusammensetzung des Trinkwassers in Braunschweig frühzeitig und ausführlich öffentlich dargestellt und erläutert. Die maßgeblichen Punkte: Die Diversifizierung der Trinkwasserversorgung durch die zusätzliche Bezugsquelle (Wasserwerk Börßum) dient der langfristigen Absicherung der Braunschweiger Trinkwasserversorgung. Durch die neue Bezugsquelle ruht die Braunschweiger Trinkwasserversorgung sicherer auf drei statt bisher auf zwei Säulen (rd. 60 % Oberflächenwasser aus den Harzer Talsperren, ca. 37% Grundwasser aus dem Wasserwerk Börßum sowie ein kleiner Anteil des Braunschweiger Grundwassers aus dem Wasserwerk am Bienroder Weg). Der Großteil des Braunschweiger Trinkwassers kommt somit weiterhin aus dem Harz. Der neue Wassermix ist mineralisch gehaltvoller, die Wasserhärte liegt mit einem Wert um 7,6 Grad deutscher Härte aber weiterhin im „weichen“ Bereich. Unter anderem regelmäßige Probenahmen stellen sicher, dass das Braunschweiger Trinkwasser jederzeit den Vorgaben der Trinkwasserverordnung entspricht.

 

Die örtlichen Gesundheitsbehörden, hier das Gesundheitsamt Braunschweig, haben den gesetzlichen Auftrag, die Trinkwasserqualität zu überwachen, die Bevölkerung zu beraten und ggf. über gesundheitliche Gefahren aufzuklären. Die Beurteilung der Wassergüte erfolgt insbesondere durch Laboruntersuchungen. Nach allen vorliegenden Befunden wurden alle Grenzwerte der Trinkwasserverordnung eingehalten, eine Gesundheitsgefahr bestand zu keiner Zeit.

 

Dies vorausgeschickt nimmt die Verwaltung zur Anfrage der SPD-Fraktion vom 27. März 2024 (DS 24-23417) wie folgt Stellung:

 

Zu Frage 1:

 

Der Infektionsschutz des Gesundheitsamtes hat insgesamt fünf Meldungen von Bürgerinnen und Bürgern seit dem 13. März 2024 zu geschmacklich und geruchstechnischen Auffälligkeiten erhalten.

 


Zu Frage 2:

 

Das „neue“ Braunschweiger Trinkwasser erfüllt auch nach der Umstellung der Zusammensetzung durch BS-Netz die Vorgaben der Trinkwasserverordnung (TrinkwV). Temporär hat es tendenziell abnehmende - geschmackliche und geruchstechnische Veränderungen gegeben.

 

Anhand der vorliegenden Prüfberichte des Netzes wurden die mikrobiologischen Anforderungen nach § 6 TrinkwV sowie die chemischen Anforderungen nach § 7 TrinkwV erfüllt. Eine Reduzierung der wahrgenommenen Veränderungen  konnte durch umfangreiche Spülungen erwirkt werden. Nach Bewertung der Lage inklusive der zeitlichen Zusammenhänge (siehe Frage 3) ist eine Gesundheitsgefahr daher nicht ersichtlich.

 

Zu Frage 3:

 

Es ist festzuhalten, dass die gemeldeten Auffälligkeiten in direktem zeitlichen Zusammenhang mit einer kurzzeitigen Reparaturmaßnahme des Lieferanten Avacon Wasser des Wasserwerks Böum und der Inbetriebnahme des Ersatzwasserwerkes Heiningen stehen.

 

BS|Energy hat umfangreiche Analysen des Trinkwassers an repräsentativen Stellen des Netzes sowie endständiger meldender Haushalte im wöchentlichen Turnus zur Ursachenforschung veranlasst. Bislang haben alle dem Infektionsschutz des Gesundheitsamtes vorliegenden Befunde aus der vorliegenden initialen Beprobung die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung eingehalten.

 

Seit dem 15. März 2024 erfolgt keine weitere Einspeisung von Trinkwasser durch das Ersatzwasserwerk Heiningen. Das bis zum 15. März 2024 geförderte und ins Braunschweiger Netz geleitete Trinkwasser sollte nach Rückspräche mit BS|Energy nun vollständig ausgetauscht sein. Bisher ist eine spürbare Abnahme der wahrgenommenen Auffälligkeiten (siehe Punkt 2) festzustellen.

 

Der Infektionsschutz des Gesundheitsamtes steht mit dem Wasserversorger BS|Energy in engem Austausch zur abschließenden Klärung der Ursache. Hierzu hat BS|Energy nunmehr folgendes mitgeteilt:

 

Mit dem Eingehen erster vereinzelter Kundenmeldungen über Geruchs- und Geschmacksveränderungen des Trinkwassers hat die BS|Energy-Gruppe ergänzend zum üblichen Prozedere an mehreren Stellen im Braunschweiger Verteilnetzgebiet zusätzliche Wasserproben genommen, um das Wasser fortlaufend mikrobiologisch und chemisch zu analysieren. Darüber hinaus hat die Unternehmensgruppe Kontakt mit dem städtischen Gesundheitsamt aufgenommen und diese Schritte eng abgestimmt. Das von BS|Energy bereitgestellte Trinkwasser entsprach zu jeder Zeit den Vorgaben der Trinkwasserverordnung.

 

Was letztlich zu den von einigen Kundinnen und Kunden wahrgenommenen Geruchs- und Geschmacksveränderungen geführt hat, lässt sich rückwirkend nicht eindeutig feststellen. BS|Energy geht davon aus, dass die gemeldeten Auffälligkeiten in direktem Zusammenhang mit einer kurzzeitigen Reparaturmaßnahme im Wasserwerk Böum und der Inbetriebnahme des ersatzweise auf Vorlieferantenseite eingesetzten Wasserwerks Heiningen stehen. Zur künftigen Vermeidung ähnlicher Ereignisse werden seitens BS|Energy alternative Maßnahmen ergriffen.

 


Das bis zum 15. März 2024 geförderte und ins Braunschweiger Netz geleitete Trinkwasser aus dem Wasserwerk Heiningen sollte inzwischen vollständig ausgetauscht sein. Auch der BS|Energy Kundenservice stellt eine deutliche Abnahme von Verbraucherbeschwerden über Geruchs- und geschmackliche Beeinträchtigungen fest. Bereits seit Ende März gab es keine weiteren Beschwerden mehr.


 

Loading...

Erläuterungen und Hinweise