Rat und Stadtbezirksräte

ALLRIS - Vorlage

Beschlussvorlage - 24-23565

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Beschluss:

 

„Der Neugestaltung bzw. der Grunderneuerung des Spiel- und Jugendplatzes Hohestieg/Martinifriedhof wird auf der Grundlage des als Anlage beigefügten Entwurfsplans zugestimmt.“
 

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Sachverhalt

Sachverhalt:

 

Der Spiel- und Jugendplatz Hohestieg/Martinifriedhof ist ein in die Jahre gekommener Spielplatz im Zentrum des Westlichen Ringgebiets mit räumlicher Nähe zu einem Kindergarten und drei Grundschulen. Der Kindergarten hat einen separaten Zugang zum Spielplatz-gelände und nutzt diesen als erweiterte Spielfläche. Gleiches gilt für die benachbarten Grundschulen. Die vorhandenen Spielgeräte sind überaltert und weitestgehend abgängig. Dies gilt insbesondere für die zentrale Spielburg. Sie ist nicht mehr instandsetzbar, nicht verkehrssicher und muss zwingend in den nächsten Wochen abgebaut werden. Gleiches gilt für den mit Kunststoffbelag überzogenen Spielhügel. Weiterhin sind die Pflasterbeläge in einem schlechten Zustand. Eine zeitnahe Grunderneuerung der Spielflächenstruktur ist dringend erforderlich.

 

Mit der Umgestaltung des Spiel- und Jugendplatzes Hohestieg/Martinifriedhof soll die Aufenthaltsqualität deutlich verbessert und das vorhandene Spielangebot ergänzt bzw. ersetzt werden. Der östlich gelegene, mit einem Ballfangzaun vom restlichen Spielbereich abgegrenzte Bolzplatz ist in einem guten Zustand und wird daher in der Neuplanung nicht berücksichtigt.

 

Als Grundlage für die Neugestaltung dienten die Ergebnisse der Kinderbeteiligung, die Ende April 2022 stattfand. Hierbei wurden insbesondere folgende Wünsche geäußert:

 

- Häuser (Baumhaus, Spielhaus... )

- Rutsche

- Klettergerät

- Schaukel

- Ballsportangebot

- Trampolin

- Wasserspiel

- Karussell

- Wippe

- Balanciermöglichkeiten

Die Wünsche nach einem Spielhaus, einer Rutsche, Klettergeräten und Balancier-möglichkeiten wurden seitens der Verwaltung als umsetzbar eingestuft und bei der Erstellung des Entwurfs berücksichtigt. Die Umsetzung eines Baumhauses wurde geprüft, wurde aber aufgrund eines für diesen Zweck ungeeigneten Baumbestandes nicht aufgegriffen. Der Ballsport wird auf dem vorhandenen Bolzplatz bereits abgedeckt und kann dort unverändert beibehalten werden. Ebenfalls bleibt das vorhandene Trampolin bestehen und wird in die Neugestaltung integriert.

 

Weitere Wünsche wie die Schaukel, das Karussell und die Wippe können aus Gründen der Umsetzbarkeit, des begrenzten Platzangebotes und Kostenrahmens nicht umgesetzt werden. Ein Wasserspiel wird aufgrund der erforderlichen Hygienestandards und den damit einhergehenden Kosten nicht umgesetzt.

 

Geplante Gestaltung des Spielplatzes

 

Der vorliegende Entwurf (s. Anlage) sieht für die Neugestaltung des Kinderspielbereiches am Spiel- und Jugendplatz Hohestieg/Martinifriedhof folgende Planung vor:

 

Die vorhandenen abgängigen Spielhügel werden weitestgehend abgetragen. Nordwestlich ist der Kleinkindbereich vorgesehen. Hier wird in einer großen Sandfläche ein Spielhaus aus Robinie mit Rutsche, Sitzbank und Holzpodest integriert. Zusätzlich erhält die Sandfläche einen Backtisch aus Sandstein. Hier können haptische Erfahrungen mit Sand erlernt und in Rollenspielen soziale Kompetenzen gestärkt werden.

 

Der als Backtisch verwendete Sandstein findet sich rund um die Sandspielfläche in Kombination mit Baumstämmen als wiederkehrendes Element wieder. Die Sandsteine und Baumstämme können kleinen wie großen Besuchern als weiteres Sitzelement oder zum Balancieren und Hüpfen dienen.

 

Nördlich der Sandfläche wird ein Familiensitzplatz installiert, bestehend aus einer aus Natur-hölzern hergestellten Sitzgarnitur inklusive Tisch.

 

Südlich des Sandspielbereiches entsteht ein Spielbereich für ältere Kinder ab 6 Jahre. In einer großen Hackschnitzelfläche, die als Fallschutz dient, wird ein neues Großspielgerät aus natürlichen Robinienhölzern installiert. Das Großspielgerät besteht aus einer Rutsche, Kletternetzen, einer Hängebrücke und diversen Kletter- und Balancierelementen. Mit dem Großspielgerät werden zentrale Wünsche aus der Kinderbeteiligung abgedeckt. Die Kinder können sich spielerisch motorisch ausprobieren und in Rollenspielen soziale Kompetenzen erlernen. Die unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen bieten Herausforderungen, die die Geschicklichkeit und den Gleichgewichtssinn fördern und das Selbstwertgefühl stärken. Durch die Netze und Seile wird die Beweglichkeit gefördert.

 

Das vorhandene Trampolin wird ebenfalls in die Fallschutzfläche aus Holzhackschnitzeln integriert.

 

Östlich wird ein Niedrigseilgarten aus Robinienrundhölzern als weitere Klettereinrichtung für Kinder und Jugendliche installiert. Zum weiteren Aufenthalt für die Jugendlichen entsteht da-neben eine Jugendsitzgruppe. Beide Elemente stehen in einer Fläche aus Holzhackschnitzeln.

 

Die diagonale Wegeführung über den Spielplatz bleibt bestehen, wird jedoch erneuert. Diese trennt optisch den Kleinkinderspielbereich vom übrigen Spielbereich, um Konflikten vorzubeugen. Etwa mittig am verlegten Zugang der Kita zum Spielplatzbereich entsteht eine größere Platzfläche. Hier werden zwei Sitzbänke als Sitzgelegenheiten für die Begleitpersonen sowie zwei Fahrradständer fest installiert.

 


Als Schattenspender werden neben den Bänken insgesamt zwei Rot-Ahorne (bot. Acer rubrum) und als Abgrenzung zum KiTa-Außengelände eine Hainbuchenhecke (bot. Carpinus betulus) gepflanzt. Die vorhandene Bepflanzung rund um den Spielplatz herum sorgt für ausreichend Beschattung der Spielflächen. Hier sind lediglich ein paar Rodungsarbeiten notwendig, um einen verkehrssicheren Fallschutzbereich sicherzustellen.

 

Südwestlich am Haupteingang des Spielplatzes sind zwei Wegesperren vorgesehen, um ein plötzliches Herausrennen der Kinder auf die Straße zu vermeiden. Hier wird auch ein Abfallbehälter fest installiert.

 

Um die Teilhabe körperbehinderter Kinder und mobilitätseingeschränkter Personen an Spiel und Aufenthalt zu gewährleisten, ist der Einbau von unter barrierefreien Gesichtspunkten zertifiziertem Holzhackschnitzel vorgesehen. Außerdem werden die unterschiedlichen Spielbereiche durch befestigte Flächen miteinander verbunden. Das Fallschutzmaterial und die Sand-spielfläche lassen unterschiedliche haptische Erfahrungen zu. Weiterhin erfüllt die eingeplante Sitzgruppe Anforderungen an die Nutzbarkeit für Rollstühle und/oder Rollatoren.

Die klare Aufteilung der unterschiedlichen Spielbereiche dient einer guten Orientierung und bietet wahrnehmungseingeschränkten Personen eine übersichtliche Struktur.

 

Verschiedene Bewegungsabläufe und Fähigkeiten werden durch die geplanten Spielgeräte in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen trainiert und gefördert (Geschicklichkeit, Gleichgewichtssinn, Beweglichkeit). Zusätzlich fördern diese die Interaktion.

 

Dem Behindertenbeirat und dem Fachbereich Kinder, Jugend und Familie lag die Entwurfsplanung vor.

 

Die Kostenschätzung für die Umsetzung der Neuplanung beträgt rund 272.000 € brutto.

 

Finanzmittel stehen im Teilhaushalt des Fachbereiches Stadtgrün in ausreichender Höhe zur Verfügung.

 

Nach erfolgtem Beschluss durch den Stadtbezirksrat kann das Ausschreibungs- und Vergabe-verfahren starten. In Abhängigkeit der vergaberechtlich vorgeschriebenen Fristen sowie der gegenwärtigen Lieferzeiten der geplanten Geräte kann mit einer Umsetzung der Maßnahme voraussichtlich frühestens ab 3. Quartal 2024 gerechnet werden.
 

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Anlagen

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