Rat und Stadtbezirksräte
Beschlussvorlage - 24-23566
Grunddaten
- Betreff:
-
Umgestaltung des Spiel- und Bolzplatzes Timmerlahstraße
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 67 Fachbereich Stadtgrün und Sport
- Verantwortlich:
- Herlitschke
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Stadtbezirksrat im Stadtbezirk 221 Weststadt
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Entscheidung
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24.04.2024
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Sachverhalt
Sachverhalt:
Der Spiel- und Bolzplatz Timmerlahstraße ist ein beliebter aber in die Jahre gekommener Spielplatz. Der Erhaltungszustand einiger Geräte und die Gestaltung der Spielbereiche weisen beträchtliche Defizite auf. In den vergangenen Jahren mussten bereits eine Reihe an Spielgeräten alters- und zustandsbedingt abgebaut werden. Auch der Kletter- und Rutschenturm als zentrales Element des Spielplatzes ist nicht mehr instandsetzbar und muss zwingend aufgrund seines nicht mehr verkehrssicheren Zustands demnächst demontiert werden. Das fortschreitende stark reduzierte Spielangebot und die zeitlichen Verzögerungen der Sanierung führten zu einer Vielzahl an Nachfragen und Beschwerden. Die Dringlichkeit der Sanierung ist der Verwaltung seit Jahren bekannt. Insofern ist die zeitnahe Grunderneuerung des Spielplatzes dringend erforderlich.
Mit der Umgestaltung des Spiel- und Bolzplatzes Timmerlahstraße soll die Aufenthaltsqualität deutlich verbessert und das vorhandene Spielangebot ergänzt bzw. ersetzt werden.
Geplante Gestaltung des Spielplatzes
Der vorliegende Entwurf (s. Anlage) sieht für die Umgestaltung des Spiel- und Bolzplatzes Timmerlahstraße folgende Planung vor:
Der Bolzplatzbereich bleibt auf dem östlichen Gelände unverändert bestehen. Die südlich gelegene Seilbahn, die von West nach Ost den Spielbereich vom darunter gelegenen Basketballplatz optisch abgrenzt, bleibt, wie auch der Basketballplatz ebenfalls erhalten. Die vorhandene Drehstange, das Sitzkarussell sowie die Wippe können ebenfalls erhalten werden.
Als zentrales Element erhält der Spielplatz ein linear gestaltetes Großspielgerät in Form eines Spielparcours mit zahlreichen Kletter- und Balanciermöglichkeiten und Rutsche sowie einem großflächigen Lümmelnetz. Es bietet ein vielfältiges Angebot für die älteren Kinder, ist aber auch von jüngeren Kindern nutzbar. Das Spielgerät wird überwiegend aus Holz in Kombination mit Kletternetzen aus Herkules-Tauen gefertigt. Eine besondere
Herausforderung stellt der Rutschenturm dar, der ebenfalls durch Klettern zu erreichen ist.
Die Kinder können sich hier spielerisch motorisch ausprobieren und in Rollenspielen soziale Kompetenzen erlernen. Die unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen bieten Herausforderungen für nahezu alle Altersgruppen, die die Geschicklichkeit und den Gleichgewichtssinn fördern und das Selbstwertgefühl stärken. Durch die Netze und Seile wird die Beweglichkeit gefördert.
Der Kleinkindbereich wird im westlichen Bereich des Spielplatzes angeordnet. Ein gepflasterter Weg verbindet den vorhandenen Asphaltweg (von West nach Ost verlaufend) und den wassergebundenen Weg (von Nord nach Süd verlaufend) mit dem Sandspielbereich und der geplanten Doppelschaukel (Nest-/Schaukel-Kombi). Zwischen Weg und Sandfläche entsteht durch Aufweitung der Pflasterfläche ein kleiner Platz bzw. kommunikativer Treffpunkt, auf dem eine Picknickbank-Tischkombi installiert wird, um u.a. den Begleitpersonen Sitzgelegenheiten zur Verfügung zu stellen.
Innerhalb der Sandspielfläche ist ein Spielhaus mit einem Sandtisch mit Sieb und einem hohen Sandtisch mit Sandrinne und Sandrad sowie innenliegend zwei Sitzbänken vorgesehen. Hier können haptische Erfahrungen mit Sand erlernt und in Rollenspielen soziale Kompetenzen gestärkt werden. Der Sandbereich wird mit Kantholzschwellen eingefasst, die zum Sitzen dienen oder als erweiterter „Backtisch“ beim Spielen mit dem Sand eingebunden werden können.
Eine neue Nest- und Schaukel-Kombi wird neben der Sandfläche fest installiert und erhält ebenfalls Holzhackschnitzel als Fallschutz. Ein barrierefreier Zugang ist über einen gepflasterten Weg gewährleistet.
Um die Teilhabe körperbehinderter Kinder und mobilitätseingeschränkter Personen an Spiel und Aufenthalt zu gewährleisten ist der Fallschutzbereich des Großspielgerätes in Holzhack-schnitzel vorgesehen. Dieses Material ist unter inklusiven Gesichtspunkten durch den TÜV zertifiziert und kann, im Gegensatz zu Sand oder Fallschutzkies, von Rollstuhlfahrern und mobilitätseingeschränkten Personen befahren und begangen werden.
Die klare Aufteilung der unterschiedlichen Spielbereiche dient einer guten Orientierung und bietet wahrnehmungseingeschränkten Personen eine übersichtliche Struktur.
Verschiedene Bewegungsabläufe und Fähigkeiten werden durch die geplanten Spielgeräte in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen trainiert und gefördert (Geschicklichkeit, Gleichgewichtssinn, Beweglichkeit). Zusätzlich fördern diese die Interaktion.
Die wegebegleitenden vorhandenen großkronigen Solitärbäume und um die Seilbahn herum sorgen für ausreichend Beschattung des Kleinkindbereiches. Ergänzend werden zusätzlich ein Spitzahorn (botanisch: Acer platanoides) östlich und ein Spitzahorn südöstlich des Großspiel-gerätes vorgesehen, um auch hier eine ausreichende Beschattung sicherzustellen. Der östlich angeordnete Spitzahorn dient zusätzlich der visuellen Abgrenzung zum Bolzplatz hin.
Für die Raumbildung und Abgrenzung des Spielbereiches nach Südost sind drei Kupfer-Felsenbirnen (botanisch: Amelanchier lamarckii) geplant.
Der Kleinkindbereich erhält umlaufend mehrere Flächen mit Rosmarinweiden (botanisch: Salix repens ssp. rosmarinifolia), um eine optische Trennung zum übrigen Spielbereich zu schaffen und so möglichen Konflikten vorzubeugen. Das Unterbrechen der geplanten Rosmarinweiden dient hierbei zum einen der bewussten Bewegungslenkung und Laufbeziehungen und zum anderen der möglichen Blickbeziehungen zu anderen Geräten. Die Auswahl der Gehölze erfolgte u.a. unter den Aspekten klimaresilient, anspruchslos und pflegeleicht
Entlang des vorhandenen Asphaltweges befinden sich bereits einige Bänke und Mülleimer, die auch mit Blickrichtung Spielplatz installiert sind. Am neu gepflasterten Weg im Kleinkindbereich wird ein zusätzlicher Mülleimer fest installiert und die Fahrradstellplätze angeordnet.
Dem Behindertenbeirat lag die Entwurfsplanung vor.
Die Kostenschätzung für die Umsetzung der Umgestaltung beträgt rund 242.000€ brutto.
Finanzmittel stehen im Teilhaushalt des Fachbereiches Stadtgrün in ausreichender Höhe zur Verfügung.
Nach erfolgtem Beschluss durch den Stadtbezirksrat kann das Ausschreibungs- und Vergabe-verfahren starten. In Abhängigkeit der vergaberechtlich vorgeschriebenen Fristen sowie der gegenwärtigen Lieferzeiten der geplanten Geräte kann mit einer Umsetzung der Maßnahme voraussichtlich frühestens ab Ende des 2. Quartals 2024 gerechnet werden.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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4,3 MB
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